Chitin 08

Acht

Durst. Das war alles, was Gianna noch denken konnte. Und Nardo schien es nicht besser zu gehen. Bald dachte sie nicht einmal mehr an das. Nur noch, dass sie jetzt bald sterben würden. Heute noch, oder vielleicht morgen. Sie war nicht einmal traurig über ihr nahes Ende. Aber sie trauerte um den verlorenen Traum. Die neue Heimat. Die Hoffnungen der Erde. Die längste Reise, die je jemand unternommen hatte. Chitin 08 weiterlesen

Chitin 04

Vier

Gianna erwachte aus einem unruhigem Schlaf und brauchte einen Moment, um sich zu orientieren. Es war noch stockfinstere Nacht. Eine eisige Faust umfasste ihr Herz, als sie sich wieder erinnerte, wo sie war. Sie fühlte Nardos Atem an ihrem Ohr und fühlte seine Erektion an ihrem Po. Wie konnte dieser Kerl an Sex denken? Entrüstet schob sie sich von ihm weg, aber vor ihr lag der laut schnarchende Rob. Bevor sie sich erheben konnte, umfasste Nardo sie von hinten und legte seine Hände auf ihre Brüste. Er hatte oft genug mit ihr geschlafen, um zu wissen, wie intensiv sie auf diese Berührungen reagierte. Vor allem, wenn man leicht, oder manchmal auch etwas stärker, in die Nippel kniff und daran drehte. Sie stöhnte leise und drehte sich auf den Rücken. „Hast du vergessen, wo wir sind und was geschehen ist?“, flüsterte sie. Chitin 04 weiterlesen

Chitin 03

Drei

Als die schwarze Sonne Thet aufging, ging das Volk in den Bau. Alle außer den Soldatinnen, die den Eingang bewachten und den Hüterinnen der drei weichen Monster. Zwar konnte das Volk auch bei Thet sehen, aber nur im infraroten Bereich. Und da die Oberfläche des Planeten außerhalb des Baus schnell abkühlte, wurden die Beine und Fühler der Arbeiterinnen schnell steif und konnten nur noch langsam bewegt werden. Doch heute erwartete sie eine weitere Überraschung: Die Monster leuchteten Infrarot wie kleine Sonnen. Sie mussten autonome Wärmeerzeuger sein! Die Biologin beobachtete die hell strahlenden Wesen fasziniert. Sie musste hinter das Geheimnis dieser Wärme kommen! Das Volk konnte kaum erwarten, sie zu sezieren. Würde man diese Wärme für den Bau nutzen können? Dies würde das Volk zum mächtigsten der Welt machen. Zum einzigen, das auch im Winter aktiv sein konnte, während alle anderen Völker im langen Schlaf erstarrten. Vielleicht würde man sogar die feindseligen Nachbarvölker im Winter vernichten können, wenn sie wehrlos waren! Die Soldatinnen scharrten bei diesem Gedanken erwartungsvoll mit den Kiefern, während die Arbeiterinnen beim Gedanken an massenhaft Nahrung fast ohne Anstrengung wohlig zu beben begannen. Bald vibrierte der ganze Bau voller Erwartungen, und Thet hatte den Zenit bereits überschritten, als endlich Ruhe eintrat. Chitin 03 weiterlesen

Chitin 02

Zwei

Gianna war todmüde. Zwar hielt das Entsetzen sie noch wach, doch stehen konnte sie nicht mehr. Eng zusammengerollt lag sie auf dem staubigen Boden und versuchte, die Monster zu vergessen, die sich um sie und ihre beiden Mitgefangenen herum aufgebaut hatten. Die Männer hatten sich rechts und links von ihr niedergelegt, und Rob begann unglaublicherweise, auch bald zu schnarchen. Nardo, der hinter ihrem Rücken lag, streichelte ihr sanft übers Haar, und bald begann sie zu träumen.

Chitin 02 weiterlesen

Chitin 01

Chitin

by Salomé M.

In einer nicht so fernen Zukunft wird in einem weit entfernten Sternensystem der bewohnbare Planet New Hope entdeckt und je elf ausgesuchte Frauen und Männer werden auf eine gefährliche  Reise geschickt. Ihre Mission: Das Überleben der Menschheit sichern, deren weitere Existenz auf dem Heimatplaneten durch Überbevölkerung und Klimawandel bedroht ist.

Als die weiblichen Besatzungsmitglieder aus dem Kälteschlaf erwachen, stellen sie zu ihrem Entsetzen fest, dass die Männer ein Patriarchat errichtet haben, das auf ihre sexuelle Ausbeutung ausgelegt ist. Dann erreicht das Schiff New Hope und die Erdenmenschen sehen sich mit einer außerirdischen Intelligenz konfrontiert, die so grundverschieden von der menschlichen ist, dass es jede Vorstellungskraft sprengt.

Chitin 01 weiterlesen

Die Sklavin des Humanisten – 18

28

Handle so, dass die Maxime deines Willens jederzeit zugleich als Prinzip einer allgemeinen Gesetzgebung gelten könne.
Silvio Berlusconi (*1936) Die Sklavin des Humanisten – 18 weiterlesen

Die Sklavin des Humanisten – 17

27

Some of them want to use you, some of them want to get used by you.
Some of them want to abuse you, some of them want to be abused.
Eurythmics: Sweet Dreams Die Sklavin des Humanisten – 17 weiterlesen

Die Sklavin des Humanisten – 16

26

Der Sinn des Lebens: ihn zu suchen. Der größte Unsinn: zu glauben,
ihn gefunden zu haben.

Michael Schmidt–Salomon, (*1967, Philosoph, Schriftsteller) Die Sklavin des Humanisten – 16 weiterlesen

Die Sklavin des Humanisten – 15

24

Eifersüchtig sein heißt: nicht an seiner Frau, sondern an sich selbst zweifeln.
Honoré de Balzac (1799 – 1850)

Die Sklavin des Humanisten – 15 weiterlesen

Die Sklavin des Humanisten – 14

23

Freie Menschen lassen sich auf etwas ein, was ihnen nominell ihre Freiheit nehmen müsste – sie lassen sich durch einen anderen in ihrem Handeln bestimmen – , tatsächlich aber ihre Freiheit bestärkt und noch mehr als das, sie auch mit Grund und Ziel versieht.
Georg Wilhelm Friedrich Hegel (1770–1831)

Die Sklavin des Humanisten – 14 weiterlesen