R.I.P. Salome

Salomé,

viel zu früh bist du von gegangen, aus einem Leben, das von vielen Schatten und leider zu wenigen Lichtgestalten bevölkert war. Auch wenn es mir nicht gelungen ist, dich von den dunklen Geistern, die sich immer wieder aus deiner Vergangenheit erhoben, zu beschützen, habe ich dir vielleicht den einen oder anderen glücklichen Moment beschert.

Ich habe es versucht.

Du jedenfalls warst mir eine Freundin, Muse und über einen langen Zeitraum eine Begleiterin, die mein Leben kommentiert und unermeßlich bereichert hat.

Ich bin so unfaßbar traurig, dass du nicht mehr da bist.


SELENA

written by Salomé M.

Sie war keine Schönheit.
Eigentlich war sie nicht einmal das, was man gemeinhin als hübsch bezeichnen würde. Dafür waren ihre Züge zu hart. Trotzdem war Philip fasziniert, als er sie sah. Sie strahlte eine Attraktivität aus, die man nicht in Kategorien wie schön oder hübsch fassen konnte, so wie sie da an der Bar saß. Unnahbar und doch anziehend. Ihre Haltung war stolz, doch ihr Blick schien seltsam gehetzt, als sie ihn kurz ansah und gleich wieder wegblickte. Der Hocker neben ihr war frei. Philip nahm Platz, ohne zu fragen, ob es gestattet sei. Ihr langes, glattes schwarzes Haar fiel so, dass ihr Gesicht halb bedeckt war. Dunkle Augen funkelten zwischen den Strähnen hervor, doch nur kurz schaute sie ihm ins Gesicht, dann glitten ihre Blicke von ihm weg. Sie war schlank. Fast dünn eigentlich. Vor ihr stand ein Glas Whisky.
»Hallo, ich bin Philip«
Ein kurzer Blick aus ihren dunklen Augen traf ihn, berührte ihn tiefer als erwartet, bevor sie ihm wieder entglitt. Sie nickte nur und flüsterte kaum hörbar:
»Hallo.« Eine Minute oder so sagte niemand etwas. Sie wandte sich nicht ab, sagte ihm auch nicht, er solle sich verziehen, ermutigte ihn aber auch nicht zu weiterer Konversation. Sie schien nur zu warten. Philip wurde ungeduldig. Er würde den Abend nicht neben einer lebenden Leiche verbringen. Er machte noch einen Versuch, in schärferem Ton:
»Wie heißt Du?«
Damit schien er zu ihr durchgedrungen zu sein. Sie wandte sich ihm ganz zu, öffnete ihre Beine ein wenig, legte die Hände auf die Oberschenkel, die Handflächen nach oben und sagte:
»Selena.« Nur das, nichts sonst. Doch zusammen mit der veränderten Haltung schien nun alles einen Sinn zu ergeben. Sie war nicht abweisend, sondern verloren und verängstigt. Um den Hals hatte sie ein grünes Stoffband geschlungen. Um ihre Handgelenke waren dünne Lederriemen.
»Du bist Besitz«, erkannte er entgeistert.
»Nein«, flüsterte sie, und er sah, dass ihre Augen feucht wurden.
»Du hast deinen Herrn verloren?«
»Ich bin geflohen.« Ihre Stimme war im Lärm der Bar kaum zu hören, obwohl er sein Gesicht inzwischen dicht an ihres gebracht hatte, ohne dass sie zurückgewichen wäre. Sie schwankte, schien sich kaum noch aufrecht halten zu können. Die Tränen liefen jetzt über ihre Wangen, doch sie ließ ihre Hände auf den Knien.

Philip nahm ein Papiertaschentuch und tupfte ihr sanft das Gesicht ab. Dann strich er ihr leicht über die Schulter und sagte:
»Komm mit zu mir heute Nacht, dann sehen wir morgen weiter.« Ohne eine Sekunde zu zögern, erhob sie sich und stand abwartend neben ihm. Als er Richtung Ausgang ging, folgte sie ihm, einen Schritt Abstand haltend. Bei seinem Auto angekommen, öffnete er die Tür und bedeutete ihr, einzusteigen. Sie tat es, machte aber keine Anstalten, sich anzuschnallen oder die Tür zu schließen. Als er sich über sie beugte, um den Sicherheitsgurt einzuklinken, stellte er fest, dass sie kein Parfum benutzte. Sie roch keinesfalls unangenehm, überhaupt nicht. Sie war gepflegt und sauber. Ein feiner, weiblicher Geruch ging von ihr aus, sonst nichts. Der Drang, sie zu berühren wurde beinah übermächtig. Aber er hielt sich zurück, schloss die Tür und stieg auf der Fahrerseite ein.

Als sie Philips Wohnung betraten, zog Selena ohne zu Zögern ihre Schuhe und das Kleid aus. Sie legte beides säuberlich auf ihre Handtasche, die sie in die Ecke gestellt hatte. Sie trug jetzt nur noch ihr grünes Stoffband um den Hals und die Lederriemen um die Handgelenke. Philips Mund wurde trocken, er schluckte leer.
»W..enn du dich frisch machen willst, dort links ist das Badezimmer.«
Während sie dort beschäftigt war, nahm er ein Bier und setzte sich auf die Couch. Wer war diese geheimnisvolle Frau? Wie war sie in diese Bar gekommen? Warum kam sie einfach mit ihm? Philip war nicht dumm. Es war ihm klar, dass das alles zu leicht gewesen war. Versteckte Kamera? Doch wer würde ihm einen solchen Streich spielen wollen? Und Selena wirkte so echt. Nicht wie eine Schauspielerin. Wem war sie davongelaufen? Und warum war sie so unglücklich und so verloren?

Sie kam aus dem Badezimmer, nackt und völlig unbefangen. Sie kniete sich ihm gegenüber auf den Boden in Nadu – Position. Er sah nun, dass sie wirklich unterernährt war. Ihre Rippen standen heraus, ihr Bauch war eine Höhle. Ihre Brüste waren relativ klein, aber schön geformt. Er fand das Alter einer Frau war schwer zu schätzen, aber sie war kein Mädchen mehr. Vielleicht dreißig Jahre alt.
»Willst du etwas essen und trinken?« Sie sagte nichts. »Verdammt nochmal, antworte mir!«, fluchte er ungeduldig.
»Ich werde von Ihnen bekommen, was ich zu bekommen habe«, sagte sie nur. Oh Mann, sie musste lockerer werden, so ging das ja nicht.
»Was war es, das du vorhin in der Bar getrunken hast?«
»Johnny Walker«
»Den habe ich auch hier, ich hole dir noch ein Glas.« Dazu brachte er Salzstangen und Erdnüsse. »Setz dich hier neben mich.«
Sie gehorchte, und als sie keine Anstalten machte, sich zu bedienen, begann er sie zu füttern. Was er ihr in den Mund steckte, aß sie mit Heißhunger. Dazwischen flößte er ihr schlückchenweise vom Whisky ein. Mit ihr so nah neben sich, in ihrer Nacktheit, ihrer Schutzlosigkeit und der Art, wie sie ihm buchstäblich und tatsächlich aus der Hand fraß, konnte er sich nicht mehr zurückhalten und streichelte ihr sanft über die Wangen und den Hals. Er konnte seine Hände auch nicht davon abhalten, tiefer zu wandern, zu ihren Brüsten, deren Warzen steif aufgerichtet waren. Sie keuchte leise. Dieses Geräusch und ihre Nähe, ihre offensichtliche Bereitschaft, ihm völlig zu Willen zu sein, führte dazu, dass ihm die Hose bald zu eng wurde. Darüber vergaß er seine guten Vorsätze, sie einfach nur bei sich übernachten zu lassen, um am Morgen mehr über sie zu erfahren. Er war eben ein Mann.

So nestelte er nun an seinem Reißverschluss. Als er ihn nicht gleich aufbekam, spürte er ihre Hände, die ihm zu Hilfe kamen. Ehe er es sich richtig versah, hatte sie seinen Penis befreit. Sie glitt zu Boden, kniete zwischen seine Beine und nahm sein Glied tief in ihren Mund. Trotz der Wellen von Lust, die ihn nun durchströmten, sah er, als sie sich so über seinen Schoss beugte, dass ihr Rücken mit Striemen übersät war.

Schlagartig ernüchtert zog er sie von sich weg und befahl schroff:
»Steh auf!« Ihre Augen füllten sich wieder mit Tränen, während sie gehorchte. Sie hatte Angst, einen Fehler gemacht zu haben. Philip streichelte sie behutsam und gab ihr einen sanften Kuss. Dann drehte er den Lichtregler voll auf und betrachtete sie noch einmal – gründlicher. Die Striemen bedeckten nicht nur ihren Rücken, den Hintern und die Oberschenkel, sondern waren auch über den Bauch, die Scham und die Brüste verteilt. Es waren keine frischen Verletzungen, sie waren sicher einige Wochen alt.
»Wer hat dir das angetan, Selena?«
»Mein Herr.«
»Dann bist du ihm weggelaufen.« Sie nickte nur. »Erzähl mir davon. Wer war das?« Selena erstarrte. Sie konnte das nicht erzählen. Sie konnte sich aber auch nicht weigern, zu gehorchen. Sie konnte dieses Dilemma nicht auflösen.
Sie erstarrte.

Philip war kein unsensibler Mann. Er verstand nicht völlig, was sie zum Erstarren gebracht hatte, aber er erkannte, dass er ihr zu nahe getreten war. Sie hatte ihm angeboten, mit ihrem Körper zu machen, was er wollte, aber ihre Seele musste er schonen. »Verzeih mir, Selena. Ich weiß, dass man Submission kaputtprügeln kann. Du bist an einen Dreckskerl geraten. Ich werde dich nicht zwingen, mir davon zu erzählen.« Eine Weile hielt er sie nur in seinem Arm und sie legte ihren Kopf auf seine Schulter. Später gingen sie ins Badezimmer, um sich frisch zu machen. Dann nahm er sie ins Schlafzimmer und bedeutete ihr, sich aufs Bett zu legen.
»Fessle mich, bitte«, bat sie ihn leise, nachdem sie seinen sanften Kuss erwidert hatte.

Philip hatte Erfahrungen in der BDSM-Szene. Es war ihm unterdessen natürlich klar, dass Selena eine Sklavin war. Eine Frau, die sich nicht nur beim Sex unterwarf, sondern eine, die konstant und absolut Führung und Stütze eines Herrn suchte, um selbst Stabilität zu finden. Und es war ihm klar, dass sie jetzt völlig aus dem Gleichgewicht war. Philip hatte noch nie eine solche Beziehung gehabt, die im BDSM-Slang auch TPE genannt wird; er hatte bisher nur mit Sub-Frauen gespielt, die vor und nach der Session völlig gleichberechtigt mit ihm waren. Eine feste Beziehung, die mehr als einige Wochen überdauert hätte, hatte er überhaupt noch nie gehabt, obwohl sein dreißigster Geburtstag schon hinter ihm lag. Trotzdem verstand er: Fesselung bedeutet einerseits Auslieferung, andererseits aber auch Stabilität. Fesselung bedingt Vertrauen. Fesselung kann aber auch Vertrauen verstärken.

Behutsam band er die Riemen an ihren Handgelenken am Kopfende des Bettes fest. Um die Fußgelenke band er Riemen, die er von seinen BDSM-Sessions her besaß, und fixierte sie am Fußende des Bettes. Zuletzt bedeckte er ihre Augen mit einem Tuch. Dann begann er sie zu streicheln, am ganzen Körper. Ihre Brustwarzen waren hart. Als er sanft daran zupfte, stöhnte Selena. Über den Rippen und unter der Haut ihres Bauches schien kein Gramm Fett zu sein. Die Schamregion war perfekt glatt rasiert. Zwischen den Beinen fühlte er, dass sie mehr als bereit für ihn war. Er band einen Knöchel los, damit sie das Bein abspreizen konnte. Er hatte sich nun schon so lange zurückgehalten, jetzt konnte er seine schmerzhafte Erektion nicht mehr ignorieren. Er legte sich auf sie, und in dem Moment, in dem er in sie eindrang, wusste er, dass es genau das war, worauf sie gewartet und gehofft hatte. Mit einem befreiten Stöhnen schlang sie ihr freies Bein um seine Lenden und zog ihn tief in sich hinein.
Er zog das Tuch von ihrem Gesicht, und ihre Münder und Zungen trafen sich zu einem leidenschaftlichen Kuss, während Philip seine Sklavin und sich selbst mit heftigen Stößen dem Orgasmus immer näher und schließlich darüber hinaus trieb.
Danach band er sie los, und sie leckte seinen Penis sorgfältig sauber. Sie rollte sich am Fußende des Bettes zusammen und legte seine Füße an ihren Bauch. So schliefen beide erschöpft ein.

Als Philip am Morgen erwachte, dachte er zunächst, er habe geträumt. Der Platz zu seinen Füßen war leer. Doch als er aufstand, und zur Toilette ging, sah er, dass im Esszimmer der Tisch schon gedeckt war. Nur ein Gedeck. Daneben kniete die nackte Sklavin, den Blick zu Boden gerichtet.

Nachdem er sich frisch gemacht, Trainingshose und T-Shirt angezogen hatte, setzte er sich zu ihr. Er bereitete sich ein Brot zu, und reichte ihr dann jeweils ein Stück zum Abbeißen. Sie aß ganz offensichtlich mit gutem Appetit. Sie wirkte auch sonst anders, als am Vorabend. Hätte er sie da geheimnisvoll – attraktiv genannt, würde er sie jetzt ohne Zögern als Schönheit bezeichnen. Er war fasziniert von ihr. Sie lächelte immer noch nicht, doch ihre vorher schmal zusammengepressten Lippen waren jetzt weich und voll. Und anstelle der unterschwelligen Verzweiflung strahlte sie jetzt Wärme aus. Der Blick aus ihren dunklen Augen war weich geworden. Ihre gerade Haltung mit den Händen auf dem Rücken brachte ihre Brüste schön zu Geltung. Philips Bewunderung blieb in der elastischen Trainingshose nicht lange unbemerkt. Als er das letzte Stück Brot gegessen hatte, rutschte Selena zwischen seine Beine, zog seine Hose herunter und nahm seinen Penis in den Mund. Er lehnte sich zurück, legte eine Hand auf ihren Kopf und genoss ihre Fertigkeit.
Genau im richtigen Moment – er fragte sich, wie sie seinen Orgasmus so präzise kommen fühlte – nahm sie seinen Penis bis zum Anschlag auf und ließ ihn tief in ihre Kehle spritzen. Erst nach drei, vier Zuckungen löste sie sich ein wenig, um wieder Luft holen zu können. Danach reinigte sie ihn sorgfältig, rutschte auf den Knien wieder ein Stück zurück und sagte:
»Danke Herr, dass ich ihren Samen trinken durfte.«

Er setzte ihr die Kaffeetasse an den Mund und ließ sie einige Schlucke nehmen. Die richtigen Worte für all das, was er nun sagen wollte, fielen ihm einfach nicht ein. Schließlich fragte er lahm:
»Wie geht es nun weiter?«
Eine Frage, die absolut unpassend war von einem Herrn an seine Sklavin. Das war ihm klar, noch bevor er sie ganz ausgesprochen hatte.

Doch Selena war bereits ein Stück weiter. Sie war in der letzten Nacht ihrer dunklen Lust gefolgt, die ihr keine Ruhe gelassen hatte. Die sie quälte, seit sie sich von dem Mann befreit hatte, der ihre devote Natur missbraucht hatte. Lange hatte sie hin und her überlegt, ob sie diesen Schritt hinaus wagen sollte. Sie bereute nicht, dass sie es getan hatte. Sie fühlte sich jetzt viel besser, als je zuvor in den letzten Wochen. Doch nun musste sie zurück. Man würde sie in der Klinik vermissen. Ihr Kind würde sie vermissen. Und sie vermisste ihr Kind schon jetzt.

»Ich muss wieder gehen, Herr«, sagte sie nur. Und obwohl sie die Sklavin war, obwohl sie nackt und unterwürfig vor ihm kniete, obwohl er genau wusste, dass sie alles zulassen würde, was er jetzt mit ihr zu tun beliebte, war ihm doch klar, dass es hier keinen Widerspruch gab. In diesem Punkt galt ihr Wille, nicht seiner.
»Wann musst du gehen?«, fragte er darum nur.
»Sobald Sie mit dem Frühstück fertig sind und mich nicht mehr sexuell benutzen möchten, Herr.«

»Werden wir uns wiedersehen?«, fragte er, und es war ihm ganz egal, dass er nun vom Herrn zum Bittsteller geworden war.
»Ich weiß es nicht«, sagte sie unbestimmt, zog ihr Kleid und ihre Schuhe an, nahm ihre Handtasche und blieb noch einen Moment unschlüssig stehen. Dann fasste sie seine Rechte mit beiden Händen, küsste sie und sagte leise: »Ich danke Ihnen, Herr. Sie haben mich gerettet.«
Dann drehte sie sich um und ging davon, ohne auch nur ein einziges Mal zurückzuschauen.

ENDE

 

 

 

Warum Hypes so nervig sind

Mich deucht, J.K Rowling hat wieder einen neuen Harry Potter verbrochen. Da mir vor dem unvermeidlichen Hype graust, möchte ich mal die Frage in die Runde werfen:

Kennt ihr das auch:

Alle reden plötzlich ständig und ausschließlich von diesem EINEM Thema und ihr steht daneben und fragt euch: Wieso gefällt denen dieser Mist?

 

Es wird dann phasenweise über nichts anderes geredet und das ist supernervig. Man kommt sich manchmal sogar ein bisschen einsam vor und erntet seltsame Blicke, wenn man auf einer Party auf eine Gruppe Leute stößt, die sich lebhaft über X unterhalten, wobei X, Harry Potter, SOG, GNTM, Breaking Bad, Dschungelcamp oder irgendein anderer Scheiss ist, und man selbst nichts zur Unterhaltung beitragen kann außer: „Kenn ich nicht“, „Interessiert  mich nicht“ oder „Find ich Scheisse!“

Am besten ist übrigens, man sagt gar nichts und nimmt die Beine unter den Arm, denn jede Art von Mißfallensäußerung zieht unweigerlich mehr oder weniger heftige Bekehrungsversuche nach sich.

 

Wie gesagt ich kann mit Harry Potter nichts anfangen, weder mit den Filmen noch mit dem Büchern. Hier und da hab ich mal einen Blick in ein HP-Buch geworfen, wenn zufällig mal eines auf dem Nachtschränkchen der Partnerin lag. Schätze mal, es werden im Laufe der Jahre schon um die 200 Seiten gewesen sein.

Fantasy ist ein Genre, das es sehr schwer hat bei mir. Viel zu viele Klischees, gepaart mit dem Fehlen jedweder Logik. Und wenn die Welt, in die uns der Autor entführt, eine magische Welt ist, dann können wir mit Sicherheit davon ausgehen, dass der Autor uns mit jeder Menge Deus-Ex-Machina beglücken wird.-Wenn er das tut, fliegt das Buch unweigerlich in die Ecke oder ich schmeisse die Fernbedienung ins TV-Gerät.

 

Was ist zum Beispiel die innere Logik, wenn zwei Magier gegeneinander antreten? Ist der Stärkere der, der mehr Zaubersprüche aufsagen kann, oder kommt es darauf an, wie sie ausgesprochen werden, die Lautstärke vielleicht oder das Timbre? Oder sind die Sprüche nicht das wichtigste, sondern die Länge des Zauberstabs?

 

Erinnert ihr Euch noch an den Herrn der Ringe. Die Helden begeben sich auf eine langwierige und irre gefährliche Reise – ein regelrechtes Selbstmordkommando. Nach dem Finale stehen sie auf einem explodierenden Vulkan und kein Ausweg in Sicht. Da sind doch Szenen, auf die wir hoffen, wenn wir uns ein Buch oder eine Kinokarte kaufen. Der Held, der uns im Verlauf der Story ans Herz gewachsen ist,  in ärgster Gefahr, die Situation auswegslos, wir fürchten um sein Leben. Das ist für mich die hohe Kunst des Schreibens. Je unwahrscheinlicher die Rettung desto besser. Oder mit anderen Worten: Es ist so schlimm, dass es beinahe umvermeidlich ist, dass der Autor, das tut, was wir als Leser am meisten fürchten: nämlich dass er die Figur, die wir so sehr lieben, wirklich killt.

Aber nein. Es ist ja ein Fantasy-Roman, deshalb muss irgendwo, irgendein Zauberer nur mit dem Finger schnipsen oder irgendein Sprüchlein aufsagen, und schon zaubert er sprichwörtlich Riesenadler aus dem Hut, die unsren Helden aus ärgster Bedrängnis retten. Diese extreme Form des Deus-Ex-Machina gibt es ausschließlich in Fantasy-Geschichten und in abgewandelter Form noch in modernen Superhelden Filmen. In Letzeren ist es regelmäßig so, dass wir uns einen wahnsinnigen, aufwendigen CGI-Fight zwischen Superhero und Supervillain ansehen, und erst wenn der Held aussichtlos am Boden liegt, setzt er unvermittelt eine Superkraft ein, von der wir (manchmal auch er selbst) bisher nicht wussten, dass er über sie verfügte.  Da fasst man sich als Leser doch an den Kopf und fragt sich, „will der Autor mich verarschen?“. Die Figuren in den Büchern müssten sich eigentlich total verarscht vorkommen. Aber Frodo, Sam und alle anderen sind leider so doof, dass es ihnen nicht auffällt, dass Gandalf ihnen diese wahnsinnig schwere Reise hätte ersparen können, wenn er ihnen das Riesen-Adler-Taxi früher bestellt hätte. Im Gegensatz zu uns Lesern kennen sie den Grund dafür nicht: Der Grund ist, das es dann all die Strapazen, die sinnlosen Tode nicht gegeben hätte und damit auch nicht die 1000 Seiten Geschichte, beziehungsweise die vielen, vielen Stunden Film, die wir vorher mit so viel Genuss gelesen oder gesehen haben. Dumm nur, dass der Autor mit diesem Versäumnis die Geschichten völlig entwertet, ganz gleich, wie gut sie bis dahin war.

 

So, jetzt wisst ihr, warum ich kein Fantasy und ganz besonders nicht Harry Potter mag.  Wollte ich einfach mal loswerden.
Und zum Abschluss nochmal die Frage:

Kennt ihr das auch? Welche  Bücher, Filme oder  TV-Shows, die plötzliche Dauerthema sind, weil ALLE sie mögen, gab oder gibt es, mit denen ihr gar nichts anfangen könnt? Gebt ihr dann der Versuchung nach und lest oder seht euch etwas an, das ihr eigentlich nicht mögt, nur um mitreden zu können?

 

 

 

PS: Es gibt auch gute Fantasy, George RR Martin. Um nur ein Beispiel zu nennen.

 

 

 

 

 

 

Realsatire zum Mitlachen

 

Die nachfolgende Story wollte ich vor ein paar Tagen auf Facebook mit Euch teilen. Aber dann wurde ich dort gesperrt. Dass ich sie jetzt poste, bedeutet nicht, dass die Story  oder ein Beteiligter irgendetwas mit der Sperre zu tun hat. Das weiß ich natürlich nicht, und will es auch gar nicht behaupten. Ausschließen kann ich es allerdings auch nicht. Es gibt jedenfalls Leute, die zu viel Zeit haben und auch sonst offenbar wenig Spaß im Leben. Und damit wären wir dann schon bei der besagten Story. Realsatire zum Mitlachen weiterlesen

Musik beim Sex

Mögt ihr das? Stört es? Braucht ihr das?

Ich habe von Doms gehört, die planen ihre Sessions regelrecht durch, inclusive des musikalischen Hintergrunds. Käme mir seltsam  vor, wie ne Ballerina, die zu den Klängen einer Oper die Peitsche schwingt oder so.

Nichtdestotrotz, es gibt da eine CD, die hier schon oft beim Sex gelaufen. So eine Art Mixtape. Einige bekannte Song, einige weniger bekannt und alles schön miteinander gemixed. Nicht zu aufdringlich, keine Ablenkung, aber gute Hintergrund-Musik, aber auch kein Fahrstuhl-Geduldel, das nervt, wenn man denn mal zufällig genauer hinhört.

 

Groove Armada – Another Late Night from Tomasz B. on Vimeo.

 

Wie haltet ihr das. Welche Musik läuft bei Euch, wenn es zur Sache geht?

Zum Jahreswechsel

… mal eine Minute innehalten und Revue passieren lassen.

2015 ist vorbei!

Wie war das Jahr eigentlich so?

Was ist alles passiert?

Wieso verflixt ist es eigentlich schon wieder rum?

Und wie geht es weiter?

Also das erste E-Book „Hingabe“ war Ende 2014 schon da. Anfang 2015 kamen „Machtspiele“, gleich hinterher „Hölle“ und im April dann „Limit“. Danach kam lange lange lange nichs und erst im Dezember kam „Gebunden“ und kürzlich noch die „Zehn“.

Trotz dieser irre langen Pause war es kein schlechtes Jahr, finde ich.

Zb, dass man als völlig Unbekannter auf Amazon mir nichts, dir nichts ein E-Book hochladen kann – und – oh wunderbare digitale Welt – sogar welche verkauft. Nicht viele, ein paar wenige Exemplare. Aber man kann sich immerhin einen Becher Kaffee bei Starbucks leisten und vielleicht eine Papiertüte mit heissen Maronen auf dem Markt in der City.

Oder zb, dass man an als völlig unbekannter Schreiberling mal einfach so, auf gut Glück eine Story an das größte deutschprachige SM-Magazin schickt. Auf deren Webseite steht zwar, dass die Redaktion sehr beschäftigt ist und man bei ungefragt eingeschickten Manuskripten mit sehr langen Wartezeiten rechnen muss. Aber binnen eines Tages kam eine Email zurück, in der es hieß „Grööööhl, die ganze Redaktion liegt unter den Tischen, die Story wollen wir unbedingt“, oder so ähnlich. Zwei, drei Monate später fand ich dann Belegexemplare eines gedruckten SM-Magazins mit der eigenen Story im Briefkasten. E-Books im Selbstverlag sind ja schon cool, aber was gedrucktes, über einen Verlag, über DEN Verlag der Szene. Das ist dann schon eine ganz besonderer Moment. Bei den „Schlagzeilen“ ist sogar noch eine weitere Story von mir auf Halde, die erscheinen wird, mit dem nächsten passenden Themenschwerpunk.

Man kann auch einen Blog machen, munter drauf los schreiben, und ein paar Folllower gewinnen.

Und natürlich auch, dass man auf FB eine Autorenpage zusammenschustern kann, obwohl man die Seite und den Betreiber eigentlich gar sonderlich mag. Man postet dort ohne Ahnung, Plan und Verstand los,  anfangs sogar etwas lustlos und auch lange mal gar nichts, und trotzdem …

 

Trotzdem schafft man es irgendwie, dass Leute ‚zuhören‘. Wo man anfangs ’ne Handvoll Leute erreichte sind es plötzlich hunderte oder sogar tausende. Wo man sich zunächst riesig über das vereinzelt eintrudelnde Feedback freute, kommen plötzlich aberdutzende Likes und Kommentare. Und so kam es, dass die neuen E-Books, „Gebunden“ und besonders die „Zehn“ richtig gut angenommen werden. Und ich fühle mich inzwischen auf FB, dem Blog und auf Twitter viel wohler als in der ersten Hälfte des Jahres.

Das find ich Klasse.

Ich find Euch Klasse.

Ich erspare mir jetzt hier eine Tagging-Orgie und ich spreche jetzt auch niemanden persönlich an. Ihr wisst, wen ich meine. Genau Dich, Dich und Dich. Du hast mein E-Book gekauft, Du hast es rezensiert, Du hast test- oder betagelesen, Du hast mir mal den blauen Daumen gezeigt und Du kommentierst meine Beiträge. Ohne Euch alle wäre ich nicht so weit.-

Dafür ein riesengroßes Dankeschön

Es war leider nicht alles toll in 2015.

Die gigantische Pause, ihr werdet es ahnen, hatte berufliche Gründe. Ich kam nicht zum Schreiben und eine ganze Weile waren auch der Blog und die diversen Internet-Präsenzen eine völlige Brache. Und dann hatte ich zwei herbe Verluste zu verkraften, verarbeite ich immer noch. Schon komisch, wenn Menschen, deren Lebensweg man zufällig gekreuzt hat, mit denen man ein Stück gemeinsamen Lebensweg  geht , die dann unerwartet und schnell eine wichtige Rolle spielen, sich plötzlich verabschieden. Echt doof sowas.

Arschbacken zusammenkneifen und weitermachen, ist die einzige mögliche Antwort. Was anderes kann man doch sowieso nicht tun, oder?

 

Deshalb ein kurzer Ausblick auf meine Pläne 2016:

  • Februar/März: Taschenbuchausgaben von „Gebunden“ und „Limit“
  • Teil 2 und Teil 3 von „Zehn – Die Sklavin“, dann alles zusammen als Taschenbuch
  • einen Plan für den Blog erstellen nach dem ich Content schreibe. Vor allem mehr Drexler – alle lieben Drexler, oder nicht?
  • ein Experiment abseits meiner bisherigen Kanäle. Ein Buch in den Google-Play, in den Apple-Store und bei Tolino publizieren, statt exklusiv Amazon zu beliefern
  •  einen, vielleicht sogar zwei Kurzgeschichten-Bände einer Gastautorin. Gespräche laufen bereits. Sie ist ein unglaubliches Talent, und das beste: keiner von Euch kennt sie.
  • soviel wie möglich am Roman weiterschreiben
  • zwei weitere Fortsetzungsromane in meinem Kopf, fix und fertig.

 

Da war’s von mir.

Danke nochmal den lieben Kollegen, die mich mit Rat und Tat unterstützen. Ihr seid die Besten <3 . Danke Isi <3<3. Danke meinen Testlesern und Betas. Dank all jenen, die meine Sachen lesen, und die sich auf  FB und hier dem Blog für mein Wirken interessieren und natürlich jenen, die sich daran beteiligen.

Ohne Euch gäb’s mich gar nicht. Jedenfalls nicht so. <3<3<3

Ich wünsche Uns allen ein heisses Jahr 2016705f47f5f52cc362320523c9975243fd5555

Merry XXXMas

merryXXXmas KopieWas gibt es schöneres als eine Sub, die sich selbst als Geschenk für ihren Dom unter den Weihnachtsbaum legt? Was für ein festlicher und erhebender Akt, ihren wunderbaren Leib im Schein der Kerzen mit ein paar netten Striemen zu verzieren und die eine oder andere Körperpartie in weihnachtlichen Rot erstrahlen zu lassen.

Ich wünsche Euch allen ein frohes Fest.

Interview mit Tomàsz Bordemé

auf Bookweyers machen wir eine Runde Autoren fragen Autoren, Gipsy Payne hatte folgende Fragen an Tomàsz Bordemé! 
   
   

1. Wieviel Tomàsz steckt in deinen Protagonisten? Lebst du selber BDSM? 

Ist das von dir gelebt und ausprobiert was du schreibst? 
TB: Drei Fragen soll ich beantworten und Frage eins ist gleich mal ein Dreiteiler? Sowas aber auch 😛 

a) In jedem Protagonisten steckt etwas von mir oder zumindest etwas, dass ich sein könnte.. Sogar der psychopathische Serienkiller in einer KG aus LIMIT hat meinen Musikgeschmack und wir teilen die Leidenschaft für Le Parcour, allerdings lebe ich diese Leidenschaft passiv aus, als Konsument von Youtube Videos. Manchmal sind es nur Kleinigkeiten, aber diese Gemeinsamkeiten brauche ich, weil ich mich von da aus in einen an sich grundverschiedenen Charakter vortaste. Ohne solche Anker würde es mir schwerfallen wenn nicht sogar unmöglich sein. Bei der Entwicklung meiner Hauptfiguren gehe ich im Prinzip immer erst mal von mir aus, weil ich mich frage, was würde ich in einer vergleichbaren Situation sagen, tun oder denken. Im zweiten Schritt passe ich seine Reaktion an, da er sich charakterlich von mir unterscheidet reagiert er entsprechend anders. 

b) Ja 

c) Einiges ist erlebt, manches nur beobachtet und vieles nur Phantasie. 
2. Wann hattest du dein coming out, wann wusstest du, dass du diese Neigungen hast, wie war dein erstes Mal? 
TB: Zieht sich durch mit den Dreiteilern? 

Es gab kein Coming Out im klassischen Sinne, keinen (Zeit-)Punkt, von dem ich sagen würde bis dahin war ich Vanilla und danach SM-ler, aber ich habe früh gemerkt, dass ich anders ticke. Es gab auch kein erstes Mal, sondern viele erste Male, nämlich immer dann, wenn ich etwas neues ausprobierte oder entdeckte. 
3. Weiß dein Umfeld von deinen Neigungen oder dass du BDSM Autor bist? Wie gehst du damit um, mit Neigung und Autorendasein, offen/stehst du dazu oder heimlich still und leise? 
TB: Teil teils. Auf eine direkte Frage antworte ich ehrlich, gehe aber mit meinem Sexualleben nicht hausieren. Nahestehende Freunde und Verwandte wissen, dass ich SM-Literatur schreibe, manche auch, dass ich SM praktiziere. Es gibt aber einen sensiblen privat-beruflichen Kreis, in dem ich mir lästige Nachfrage ersparen möchte. Deshalb schreibe ich unter Pseudonym.

Liebster Blog Award

Ui, ich wurde von Mika Krueger für den liebsten Blog Award nominiert. Das ist eine Gelegenheit für kleine Blogs sich von ihrer besten Seite zu zeigen. Wenn ich das richtig sehe, habe ich bis komemnden Montag Zeit meinerseits Blogs zu  nomonieren, mir für diese Blogs elf Fragen zu überlegen und folgende elf Fragen von MIka zu beantworten.

  1. Wie kommst du auf die Ideen für deine Blog-Posts?
  2. Wie viel Zeit investierst du gewöhnlich, um einen Post zu veröffentlichen?
  3. Versuchst du in deinen Posts für Leser zu schreiben oder eher für dich?
  4. Wenn du der Welt etwas zurufen könntest, was würde das sein?
  5. Wenn es einen Moment gibt, von dem du selbst sagst, er hat dein Leben verändert, welcher wäre das?
  6. Würdest du das Schreiben jemals aufgeben?
  7. Wenn dich jemand zwingen würde (ich ganz sicher nicht!) dich mit einem Tier zu vergleichen, was für ein Tier wärst du? Ein mysteriöser Rabe, eine anschmiegsame Katze oder …?
  8. Wenn du dir in diesem Augenblick etwas wünschen könntest, was wäre das?
  9. Wie sieht dein Arbeitsplatz aus?
  10. Trinkst du lieber Kaffee oder Tee oder gar Coca Cola?
  11. Und als letztes: Mitten in der Nacht weckt dich ein unheimliches Grollen, das aus dem Keller kommt. Was tust du?

Stay tuned

PS: Danke Mika