Realsatire – zum Mitlachen

 

Die nachfolgende Story wollte ich vor ein paar Tagen auf Facebook mit Euch teilen. Aber dann wurde ich dort gesperrt. Dass ich sie jetzt poste, bedeutet nicht, dass die Story  oder ein Beteiligter irgendetwas mit der Sperre zu tun hat. Das weiß ich natürlich nicht, und will es auch gar nicht behaupten. Ausschließen kann ich es allerdings auch nicht. Es gibt jedenfalls Leute, die zu viel Zeit haben und auch sonst offenbar wenig Spaß im Leben. Und damit wären wir dann schon bei der besagten Story.

Da gibt es jemanden, der mag mich nicht. Streng genommen gibt es mehr als einen von der Sorte, aber wir wollen uns heute mal auf einen bestimmten konzentrieren. Es spielt keine Rolle, wer er ist und warum er mich nicht mag, auch nicht, ob seine Gründe berechtigt sind oder nicht. Allerdings möchte ich an dieser Stelle zu Protokoll geben, dass unsere Antipathie auf Gegenseitigkeit beruht. Er mag mich also nicht und bringt vermutlich sehr viel Zeit damit zu, sich zu überlegen, wie er mir eins auswischen kann. Ich weiß natürlich weder genau, wie sehr er mich nicht mag, noch stelle ich konkrete Überlegungen an, wieviel Zeit er tatsächlich mit Gedanken an mich verbringt. Dennoch bin ich sehr sicher, es sind eindeutig zu viele.

Es begann damit, dass eine Kollegin zu mir sagte: „Du, ich hatte da grad ‘nen sehr komischen Anruf.“ „Von wem denn?“

„Von der soundso.“

„Oh. Und, was wollte sie denn?“

„Sie hat eine Geldbörse gefunden, und sie will, dass wir den Finderlohn abholen.“

„Ehm. Wie bitte?“

„Willst du sie vielleicht mal anrufen?“

Genau das habe ich dann auch gemacht. Und dann hatten wir eine Unterhaltung, also ein Gespräch. Das heißt es wurden Worte gewechselt, es war ein gutes und sehr freundliches Gespräch. Es ging wie gesagt um verlorene oder gefundene Geldbörsen und um Finderlöhne, die man bekommt oder nicht bekommt. Da waren wir uns auch einig, irgendwie jedenfalls. Etwas verwirrend, aber wie gesagt ein gutes Gespräch. Sympathisch muss ich sagen.

Ein paar Tage danach später fand ich dann eine Nachricht in meinem Posteingang. Die war von dem Typen, den ich eingangs erwähnte. Ihr wisst noch, der Typ, der mich nicht sonderlich mag. Er schrieb:

Ich bin nicht damit einverstanden, dass du dich am Finderlohn bereicherst, für den Fall, dass du mein Portmonee findest.

Uff. Das muss man erst mal sacken lassen. Naja, die Nachricht lautete so ähnlich. Meine Version gibt den Zusammenhang aber inhaltlich und rechtlich gesehen hinreichend genau wieder. Den Zweck der Nachricht war mir nicht und wird mir vermutlich niemals klar werden. Der tiefere Sinn ist offenbar der, dass er sehr dringend zum Ausdruck bringen möchte, dass er mich nicht mag. Er mag mich so sehr nicht, dass er sogar bereit ist, einen vergleichsweise großen persönlichen Schaden in Kauf zu nehmen, um mir damit im Gegenzug einen minimalen Nutzen vorzuenthalten. Und weil ihm das sehr wichtig ist, hat er die Mühe auf sich genommen, mir eine E-Mail zu schreiben.

Dass seine prophylaktische Nicht-Einverständniserklärung sich auf einen Fall bezieht, dessen Eintreten höchst unwahrscheinlich ist, ist ihm offenbar egal. Höchst seltsam auch, wenn man den Telefonanruf berücksichtigt. Könnte Zufall sein, ist aber irgendwie unwahrscheinlich, oder? Und wenn’s kein Zufall ist, fragt man sich, wie das abgelaufen sein könnte. Hat da jemand einen anderen angestachelt, irgendwelche komische Geschichten erzählt. Ich weiss es natürlich nicht, ist aber auch egal. Ich ließ die Nachricht erst mal sacken und entschied mich dann, zu antworten. Irgendwie ist das ja so schräg und lustig. Außerdem weiß man ja nie, bei der heutigen Rechtsprechung, muss man vielleicht selbst auf solche verrückten Sachen reagieren, weil man sonst irgendeine bescheuerte Frist verpasst. Ich schrieb eine sachliche E-Mail in hübsch allgemein gehaltenem Ton. Ungefähr so:

Mit Bedauern nehme ich zur Kenntnis …blabla …, kann jedoch deinem Wunsch leider nicht entsprechen. Und falls du mal dein Geldbörse verlierst, empfehle ich dir ein Fundbüro.

Es dauerte nicht lange, da klingelte mein Posteingang wieder.

Ich möchte unter keinen Umständen, dass du dich an mir bereicherst. Falls du meine Geldbörse findest, dann untersage ich dir hiermit, sie  zu öffnen. Dagegen spricht schon allein der Datenschutz, sowie meine Persönlichkeitsrechte. Bei Zuwiderhandlung werde ich Rechtsmittel einlegen.

Wenn man solche Emails bekommt, muss man sehr vorsichtig sein. Bei mir ist es jedenfalls so, wenn ich mir auf die Stirn schlagen will, während ich schon vor Lachen vom Stuhl gleite, ist die Verletzungsgefahr enorm. Dabei kann man sich schon mal das Schultergelenk auskugeln oder ein Halswirbelschleudertrauma zuziehen, und damit ist nicht zu spaßen. Ich werde ihm jetzt mal eine Nichtunterlassungsaufforderungserklärung zusenden oder so. Das ist ein Schriftstück bei dem der Absender dem Empfänger unter Androhung einer Abmahnung die Lektüre des besagten Schriftstücks untersagt nebst der Aufforderung besagtes Schriftstück unterschrieben zurücksenden.

Ein Gedanke zu „Realsatire – zum Mitlachen“

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