Fun Sex Facts – 002

Die Erforschung von Vergewaltigungsphantasien ist ein heikles Thema. Viele Menschen wollen nicht wahrhaben, dass Frauen sie haben, aus Angst, dass damit echte Vergewaltigungen angeregt oder entschuldigt werden: „Siehst du? Frauen wollen es doch!“ Nüchtern betrachtet ist es aber besser, auch die vielleicht verstörenden Teile der menschlichen Sexualität zu untersuchen, als sie im Dunkeln zu halten.

Das versuchen auch Forscher an der University of North Texas, eine  die Meta-Analyse im Januar im Journal of Sex Research veröffentlicht haben. Sie kombinierten 20 Studien, um mögliche Erklärungen für Vergewaltigungsphantasien von Frauen zu bewerten. Einige der Erklärungen überschneiden sich, andere widersprechen sich gegenseitig. Hier ist eine Zusammenfassung:

Masochismus
Die Vorstellung, dass Frauen Leiden begehren. Frauen, die sich mit masochistischem Sex beschäftigen, haben eher Vergewaltigungsphantasien, aber die große Mehrheit der Frauen mit Vergewaltigungsphantasien will keine echte Vergewaltigung. Dementsprechend kann Masochismus nur für eine kleine Gruppe von Frauen gelten.

Sexuelle Schuldzuweisung
Frauen sind von der Gesellschaft konditioniert , nicht nach Sex zu suchen, weil sie sonst als Schlampe gelten. Haben sie Sex gegen ihren Willen, können sie folglich Schuldgefühle vermeiden. Studien, die diesen Aspekte untersuchen, liefern gemischte Ergebnisse. Auf jeden Fall würde auch diese Theorie nur für einige Frauen gelten.

Wünschenswert
Viele Frauen glauben gerne, dass sie so attraktiv sind, dass Männer dem Drang, sie zu nehmen, nicht widerstehen können. Die Beweise für diese Theorie sind suggestiv, aber noch nicht schlüssig. Eine Studie in „Psychologie Today“ weist darauf hin, dass Frauen mit Bindungsangst mehr sexuelle Fantasien haben, die Unterwerfung beinhalten.

Rape Culture
Einige argumentieren, dass Frauen dazu konditioniert werden, in die männliche dominierte Hierarchie einzukaufen. Gegenargument: Die Prävalenz von Vergewaltigungsphantasien hat sich in den letzten Jahrzehnten nicht wesentlich verändert, obwohl die Geschlechterrollen zunehmend aufweichen.

Sympathische Aktivierung
Das sympathische Nervensystem wird in Zeiten von Stress oder Gefahr aktiv und löst einen Kampf- oder eine Fluchtreaktion aus, die durch erhöhte Herzfrequenz, Atmung, Pupillenerweiterung und genitale Erregung gekennzeichnet ist. Wie bei einer Achterbahn gehen Angst und Aufregung Hand in Hand.

Gegensätzliche Transformation
In einer Studie zu Liebesromanen (die in der Regel von und für Frauen geschrieben werden) wird die weibliche Hauptfigur in 54% vergewaltigt. Die männlichen Helden sind in der Regel robuste Kämpfertypen. Diese Bücher veranschaulichen den Wunsch, „das Herz des Vergewaltigers zu erobern“ und ihn für die Ehe zu zähmen.

 

 

 

Studien und wissenschaftliche Artikel zum Thema:

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/19085605

http://www.psychologytoday.com/blog/psyched/200805/why-do-women-have-erotic-rape-fantasies

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/19085605

http://www.huffingtonpost.de/2014/11/03/sex-fantasien-frauen_n_5049260.html

http://stormchan.org/study/src/1347443061862.pdf

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/19085605

http://findarticles.com/p/articles/mi_m2372/is_1_45/ai_n24383385/pg_5/

 

 

 

Nur im Kopf

Nachdem unsere erste Blogparade zum Thema ‚Bondage, wieso Bondage‚ ein Riesenerfolg war, machen wir im Dezember mit dem Thema #nurimkopf weiter – die Teilnehmerzahl ist inzwischen auf sieben Blogs angestiegen: Ben Wilders Lusttagebuch, Tagebuch einer Sub von KariMargaux Navara, Devote Romantikerin, Tanja Russ  und die Seitenspringerin.

Diese Beiträge zu #nurimkopf kommen dann jeweils Montags und Freitags auf den einzelnen Blogs.

Danke an euch alle. Die Zusammenarbeit ist großartig. <3 <3 <3

 

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