Bondage – wieso Bondage?

 

Margaux Navara hat auf ihrem Blog vorgelegt, jetzt bin also ich an der Reihe zu erklären, was Bondage für mich bedeutet. Nächste Woche wird sich Ben Wilder auf seinem Blog  zu Wort melden und den krönenden Abschluss macht Kari vom Tagebuch einer Sub.

Anders als Margaux übernehme ich natürlich lieber den aktiven Part, doch entdeckt habe ich es ganz ähnlich, durch ausprobieren. Die ersten Male ohne Hilfsmittel, ganz spontan – sozusagen natürlich. Die ersten Machtspielchen, wo man sie ›overpowered‹, man nimmt ihre Hände über dem Kopf zusammen und umgreift ihre Handgelenke. Wenn man es nicht gerade mit Miss Universum zu tun hat, ist die Frau dann schon mehr oder weniger hilflos, und dann hat Mann ja sogar immer noch eine Hand frei. Noch besser funktioniert es, wenn man ihre Handgelenke mit festem Griff auf dem Rücken fixiert. Da merkt Mann natürlich auch sofort, wie die Frau darauf reagiert, wenn man sie demobilisiert und oder dominiert. Gefällt es ihr, wenn sie auf diese Weise überwältigt wird? Kann sie es auch wirklich genießen, wenn sie den Attacken quasi tatenlos ausgeliefert ist.

Das erste Mal, dass ich ein Hilfsmittel einsetzte, war während der Grundausbildung. Nach zwei oder drei Wochen stand der lang ersehnte Heimaturlaub an. Ich fand sie in der Küche vor und fiel regelrecht über sie her. Doch statt sie nur einfach festzuhalten, wie ich es vorher schon oft gemacht hatte, fingerte ich das olivgrüne Dreieckstuch aus meiner Uniformhose. Ohne groß darüber nachzudenken, rollte ich das Tuch zusammen, schlang es um ihre Handgelenke und fesselte sie damit an ein Küchenregal. Ihren Blick werde ich nie vergessen, halb Schreck und halb Vorfreude. Wir hatten es vorher nicht abgesprochen, dementsprechend erleichtert war ich über ihre Reaktion. Machte mich natürlich total scharf, dass sie es zuließ und gleichzeitig stellte ich etwas anderes fest. Die Verantwortung lag jetzt zu 100 % bei mir. Nicht dass ich es als eine zentnerschwere Last empfand. Aber es war doch klar, ›ich bin jetzt hier der Boss‹ und dementsprechend umsichtig musste ich sein. Durch die Fesselung ergab sie sich mir, signalisierte zu ertragen und zu genießen, was auch immer ich mit ihr zu tun gedachte. Das ist ein mega Vertrauensbeweis und zugleich irgendwie eine Verpflichtung. Gut möglich, dass es ohne Fesselung an diesem Nachmittag nur zu einem Quickie auf dem Herd gekommen wäre – wer weiß. Und das war ja nun mal völlig ausgeschlossen. Nur ein Quickie – ausgerechnet jetzt, wo ich meine Traumfrau zum ersten Mal gefesselt hatte? Unmöglich. Ich konnte – nein – ich musste mir jetzt Zeit lassen!

 

Mit den Künsten der Rigger und Shibari-Meister, wie ich sie kürzlich auf der BoFeWo bestaunen durfte, hat mein Bondage nichts zu tun. Mir würde da die Geduld fehlen und ich müsste wahrscheinlich erst mal einen Kurs machen. Spontanes Fesseln erfolgt bei mir oft mit Alltagsgegenständen: Kleidungsstücke, Gürtel, Schal, Krawatte. Bei komplizierten Fesselungen mit Seilen bin ich eher vorsichtig, eben weil ich kein Shibari-Künstler bin und mich nie ernsthaft damit auseinandergesetzt habe. Lieber improvisiere ich und nutze z.B. auch die räumlichen Gegebenheiten. In jeder Wohnung finden sich gut geeignete Ecken, seien es die Querstreben eines Bettes, der Handlauf der Treppe zur Galerie oder ein frei stehender Balken, das reicht mir schon. Und hier und da stolpert man in einschlägigen Geschäften ja über die eine oder interessante spezielle Vorrichtung. Handschellen, Spreizstange, Fesselsets für Arme und Beine oder sogar kleine Pranger finden schon mal den Weg in die Einkaufstüte. So etwas kommt dann eher bei einer richtigen Session zum Einsatz. Da macht schon das Anlegen Spaß. Allein das Geräusch der einrastenden Handschellen oder das vom Aufeinanderreiben der Lederriemen, wenn man sie festzurrt. Hrrrrrrrrrrrrrr…

 

 

Ihr solltet es unbedingt mal ausprobieren. Uneingeschränktes Vertrauen ist allerdings Voraussetzungen.

3 Gedanken zu „Bondage – wieso Bondage?“

  1. Hallo dein Bericht ist sehr für geschrieben und ich finde das ganze auch überhaupt nicht schlimm denn jeder sollte dies mal ausprobieren oder halt einfach tolerant dazu sein
    Ich finde dies nicht abstoßend so lange es auf beiderseitiges Einverständnis und vertrauen basiert ist alles gut

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.