Analsex 2/4 – Tipps für die Sub

Passend zur Verlosung des Analplugs Little Rocket, mache ich eine Blogserie über Analsex: In Teil 1 gab es die Fun & Facts zu diesem Thema.

Beginners Guide für die Sub (passiv)

Ich nenne diesen Beitrag für “die Sub”, obwohl praktisch alle Aspekte des Artikels für Vanillas, die diese Spielart ausprobieren wollen, ebenso gut geeignet sind.
Man muss wissen, dass sich in der Dammregion und im Bereich des Enddarms viele sensible Nervenzellen und Nervenenden befinden, die zusammen eine erogene Zone ergeben. Außerdem werden beim Analverkehr mit Penis oder Sextoy, je nach Stellung, viele Erregungspunkte in der Vagina stimuliert. Ob man sich dieses Vergnügen entgehen lassen will, weil es tabu oder schmutzig ist das zu tun, muss jede/r für sich selbst entscheiden.

Damit sind wir beim wichtigsten Punkt: Erlaubt ist alles, was beiden Parteien Spaß macht. Wenn es dir – Sub – egal ob Männlein oder Weiblein, absolut nicht zusagt und allein die Vorstellung dich anwidert, solltest du deinem Dom nicht nachgeben, wenn er oder sie versucht, dich dazu zu manipulieren. In manchen Kontexten von BDSM mögen zwar andere Regeln gelten, insbesondere bei Beziehungen mit Machtgefälle. Prinzipiell aber gilt: Lass dich zu nichts zwingen! 

Das erste Mal:

Beginne am besten mit Selbstversuchen! Ganz besonders bietet sich hierzu die Dusche oder die Badewanne an, weil man dort leichter Entspannen kann. Benutze zunächst einen Finger oder ein kleines Sextoy. Der nächste Schritt der Vorbereitung ist das Spiel mit Partner. Der oder die Partnerin soll vorsichtig die Fingerspitze auf den Anusring drücken. Sanfte kreisförmige Bewegungen sind ideal, da sie der Entspannung zuträglich sind. Du selbst drückst mit dem Unterleib gegen den Eindringling, genau so wie du es beim Stuhlgang tust. Auf den ersten Blick klingt das widersprüchlich, aber so funktioniert es in der Tat am besten. Entspannen sollst du erst, wenn der erste Widerstand des Schließmuskel überwunden ist, d.h. die Fingerspitze eingedrungen ist. Erst dann kann der Partner den Finger weiter vordringen lassen. Der Finger sollte dabei leicht nach oben (Richtung Steißbein) gekrümmt sein, um der natürlichen Krümmung des Anus zu folgen. Beim Eindringen entsteht ein gewisses Völlegefühl. Das ist normal, da musst du durch! Alle anderen Gefühle von Unbehagen solltest du aber keinesfalls ignorieren, sondern gegebenenfalls abbrechen. Hilfreich ist es, wenn dein Partner dich gleichzeitig auf andere Weise stimuliert, zum Beispiel könnte er (oder sie) an deinen Schamlippen oder deiner Klitoris knabbern. Peu a Peu, wie es Wohlbehagen und Lust zulassen, kann dein Partner den Finger tiefer schieben, weitere Finger einführen oder auf Toys umsteigen. Überstürzt nichts, seid geduldig und nehmt euch alle Zeit, die ihr braucht. Die Lust steht wie immer im Vordergrund. Ist der aktive Partner aufgeschlossen, darf er gerne auch die ganze Region mit Mund und Zunge stimulieren.  

Früher oder später wirst du vielleicht das „Echte“ ausprobieren wollen, sprich den Penis des Partners in deinem Hintern. Obwohl ich es in meinen Geschichten aus dramaturgischen Gründen nicht immer explizit beschreibe, empfehle ich grundsätzlich geschützten Analverkehr, das heißt mit Benutzung eines Kondoms. Ungeschützten Analsex sollte man wirklich nur praktizieren, wenn man dem Partner total vertraut. An dieser Stelle muss ich leider erwähnen, dass bei ungeschütztem Analsex ein leicht erhöhtes Risiko für Infektionen gegenüber dem Vaginalverkehr besteht. Die Benutzung von Kondomen ist übrigens auch wichtig für die Wahl des Gleitmittels. Ich persönlich mag am liebsten Öle, obwohl sie nicht ganz so gut schmieren wie richtige Gleitgels. Öle allerdings zerstören den Gummi des Kondoms, ergo scheiden sie aus, wenn eins benutzt wird. Die Auswahl an guten Gels ist schier unüberschaubar. Es gibt wasserbasierte Gels, die gut schmieren, aber den Nachteil haben, dass man stetig für Nachschub sorgen muss – ausführlich diskutiert wird das zB hier im Queer-Magazin oder wenn ihr ganz sicher gehen wollt, bei der Stiftung Warentest. Zur Not gehen auch Hilfsmittel wie Butter oder Vaseline, und manche sehr erfahrene AnalenthusiastInnen empfehlen schlicht Speichel für das spontane Analvergnügen.

Sauberkeit:
Dazu gibt es Zweierlei zu sagen:
Einerseits:
Es ist bei weitem nicht so schlimm, wie die meisten Unkundigen befürchten. Die Region, in die der Penis oder das Toy vorstößt, nämlich der Enddarm, ist im Prinzip frei von Kot. Da sollten sich höchstens noch kleine Reste vom letzten Stuhlgang befinden. Deshalb sollte man es auch nicht unbedingt direkt nach “dem Geschäft” ausprobieren.
Andererseits:
Klinisch reiner Analsex ist eine Mär, die von der Pornoindustrie und den Autoren schlüpfriger Erotikstories verzapft wird. Ich bekenne mich da übrigens schuldig. Meine Lektorinnen und Betas sind (fast alle) Amok gelaufen, als ich in irgendeiner Story beiläufig mal irgendwelche Flecken erwähnte, die hinterher weggewaschen werden mussten. Ich hatte diese Flecken reingeschrieben, weil ich ehrlich sein wollte. Die Lektorengemeinde meinte daraufhin, ich müsse zwischen ehrlich und erotisch entscheiden. An dieser Stelle schreibe ich es dann einfach so, wie es ist:
Es kann beim Analsex schon mal ein Düftchen entstehen, ein Lüftchen entweichen, ein Laut ertönen oder mal ein Flecken am Toy oder am Schwanz zurückbleiben. Wenn sowas passiert, nehmt es einfach mit Humor. Sollte trotz aller Vorkehrungen mal etwas Schmutziges irgendwo landen, wo es nicht hingehört, dann stellt euch nicht an. Ihr habt doch fließend Wasser und Seife zu Hause. Vielleicht rümpfen einige jetzt angewidert die Nase, aber ich möchte euch diese bittere Wahrheit nicht ersparen: Analsex ist nicht immer sauber! Vor allem nicht, wenn es richtig zur Sache geht und die Hemmungen fallen. Wenn ihr es trotzdem ausprobiert und dabei richtig in Stimmung kommt, stellt ihr wahrscheinlich fest, dass euch diese (in der Theorie) schmutzigen Aspekte (in der geilen Realität) völlig egal sind.

Spülungen und Co:

Es gibt für einen Dom kaum etwas schöneres, als eine Sub, die sich ausgiebig auf eine Session vorbereitet. Dazu gehört je nach Beziehung auch das Vorbereiten auf Analsex. Dass die Sub vor einer solchen Session einen Analplug trägt, dient nicht nur ihrer mentalen sondern auch der physischen Einstimmung. Der Dom ist noch gar nicht da, doch sie spürt schon seine Anwesenheit und zwar ziemlich direkt in ihrem Allerwertesten. Das ist angenehm und erregend (je nach Art der Beziehung bzw. Größe des Plugs kann es auch unangenehm und trotzdem erregend sein.) Außerdem sorgt das vorherige Tragen eines Plugs dafür, dass der Schließmuskel ausreichend gedehnt ist. Das macht es einfacher und steigert folglich den Genuss.
Spülungen sind eine weitere Möglichkeit der Vorbereitung. Die nötigen Hilfsmittel gibt es in Apotheken, im Erotikversand und sogar bei Amazon. In der Apotheke kauft man Einmalspritzen. Bei Orion gibt es wieder befüllbare Pumpen und sogar Aufsätze für den Duschkopf. Diese Spülungen funktionieren nach dem gleichen Prinzip, wie die, die man vor medizinischen Untersuchungen benötigt, und sind daher sicher einigen bekannt: Man führt Wasser in den Darm ein, hält es 10-15 Minuten drin und lässt es dann wieder hinaus. Nach maximal drei Wiederholungen ist der Enddarm sauber.  ACHTUNG: In der Szene hört man bzw. in einschlägigen Foren liest man manchmal von Doms, die von ihren Subs verlangen sich regelmäßig oder sogar täglich hintenrum zu spülen. Dazu ist folgendes zu sagen: Jeder Quadratzentimeter eures Darms ist dichter besiedelt als das Ruhrgebiet: Milliarden von Kleinstlebewesen und Bakterien – und das sind längst nicht alles Schädlinge! Wenn von der so genannten Darmflora die Rede ist, sind diese Lebensformen gemeint. Die sind wichtig für euch und wenn ihr sie täglich rausspült, dann schädigt ihr womöglich deren empfindliches Gleichgewicht. Ab und zu mal alles durchspülen ist kein Problem, aber bitte nicht zu oft!

Hygiene und allgemeines:

Im Darm ist so manche Bakterie heimisch, von denen die meisten nirgends sonst etwas verloren haben. Deshalb sollte der in Pornos gern gezeigte Lochwechsel die absolute Ausnahme sein. Ganz egal ob es sich hierbei um Mund oder Vagina handelt. Wenn ihr nach dem Analsex weiterspielen wollt, wascht euch gefälligst vorher die Finger und alles andere, was ihr da gerade einsetzt und zieht ein frisches Kondom über. Und wenn es im Eifer des Gefechts doch einmal passiert, dann wascht euch bitte gründlich. In Pornos können die das nur deshalb machen, weil sie supergründlich spülen, weil sie ihre Ernährung entsprechend des Drehkalenders umstellen und weil sie auch antibakterielle Gleitgels, Spülungen und Öle nutzen.
Zu viel Vorbereitung kann auch abtörnend sein, denn der Zwang sich vorbereiten zu müssen steht manchmal im Widerspruch zum Wunsch nach spontaner Befriedigung der Lust. Meine Beiträge hier heißen for Beginners, weil sie dem Anfänger einen Leitfaden geben sollen, wie er sich an diese Spielart herantasten kann. Je mehr Erfahrungen ihr selbst sammelt, umso mehr könnt ihr sprichwörtlich auf euer Bauchgefühl hören. Euer Dom wird euch gewiss Verständnis entgegen bringen, wenn ihr ihm sagt, dass es nicht geht, weil ihr “Alarm im Darm” habt. Dem Kenner reicht schon eine Andeutung über den Inhalt eures Speiseplans. Wenn sie sagt “gestern gab es in der Kantine Erbsensuppe”, verzichtet der Dom in der Regel freiwillig auf das zweifelhafte Vergnügen.

So, jetzt weißt Du alles. Lass es mich wissen, wenn ich dir helfen konnte und schreib doch einen Kommentar, falls ich was vergessen habe.


in Teil 1 gab es Fun & Facts zu Analsex

bald erscheinen die Folgen drei und vier:
Teil 3: Guide für den Dom
Teil 4: Anale Spielerei beim Hetero – geht das?


Vielen Dank an den ORION-Versand für die Unterstützung bei der Kinky Secret Aktion. Folgt diesem Link, um an der Verlosung des Toys teilzunehmen.


PS: Falls du eine Story mit viel Analsex lesen willst, kann ich dir meine Novella Zehn – die Sklavin, Teil 1 und 2 empfehlen.

 

8 Gedanken zu „Analsex 2/4 – Tipps für die Sub“

  1. Wie immer, gut recherchiert, klare Worte und alles drin.
    So macht das Thema Spaß!
    Nichts muss, alles kann, aber wer es nicht wenigstens probiert verpasst unter Umständen etwas interessantes… 😉

  2. Gut gelungener Beitrag.
    Endlich mal Klartext, ohne vorgehaltener Hand. Vor allem die „Selbst“-findung ist gut und sachlich erklärt, ohne das Gefühl zu haben, etwas „Verbotenes“ zu tun. Mach weiter so.

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