Bazar – Leseprobe aus Hingabe

Cover-H-smBazar – Die Abiturientin Christine verliebt sich in einen arabischen Prinzen und wird als Sklavin verkauft.

Achtung: Dieses Text enthält unter Anderem auch Beschreibungen von sexuellen Handlungen. Wenn Sie von derartigen Beschreibungen abgestossen sind, sollten Sie dieses Buch nicht lesen.

Bazar

Es war der Tag des Bazars.

Malina fühlte ihr Herz heftig schlagen. Ihre Atmung ging schnell. Schon spürte sie dieses Kribbeln in den Lippen und den Fingerspitzen und ein leichtes Schwindelgefühl. Hyperventilation. Wenn es ihr nicht gelang, sich zu beruhigen, würde sie in Ohnmacht fallen.

Heute war der Tag, auf den sie seit fünf Monaten vorbereitet worden war.

Der Tag ihres Verkaufs.

Sie zwang sich, ruhig zu atmen. Niemand konnte sie sehen. Sie schwitzte unter dem dicken, undurchsichtigen Stoff des Tschador. Auch das Gesicht war mit einer zusätzlichen schwarzen Haube vollständig bedeckt. Sie konnte nichts sehen, und die Luft war stickig. Der Umhang hatte nur eine kleine Öffnung im Halsbereich, durch die ihre Leine ging. Die Leine, die an ihrem ledernen Halsband befestigt war. Außer dem Halsband und dem Tschador trug Malina nichts. Sie besaß nichts, was sie hätte tragen können. Sie war selbst Besitz. Auch der Tschador gehörte ihr nicht. Es war eine Leihgabe des Bazars, damit sie nicht nackt zwischen den Ständen hindurchgeführt werden musste. Eine nackte Sklavin wäre ein Affront gegen die frommen Männer und Frauen gewesen, die den größten Teil der Besucher des Marktes ausmachten.

Man hatte ihr beigebracht, kurze Schritte zu machen. Wochenlang hatte sie eine kurze Kette zwischen den Knöcheln getragen, die ihre Schrittlänge auf zwanzig Zentimeter begrenzte. Nun ging sie automatisch so. Sie brauchte keine Kette mehr. Sie war eine gelehrige Sklavin. Daher sah man nicht einmal ihre nackten Füße unter dem Tschador, als sie vom Knecht durch den Bazar geführt wurde. Zum Zelt des Sklavenmarkts.

Sie würde heute einen neuen Herrn bekommen. Oder eine Herrin. Erst dann würde sie zur vollkommenen Sklavin werden. Der Gedanke an ihre Erstbenutzung beschleunigte erneut ihre Atmung und ihren Puls. Wie würde es sein? Würde es schmerzen, wenn ein Herr sie in Besitz nahm? Würde sie alles richtig machen? Sie zwang sich zur Ruhe. Sie wusste, dass sie perfekt vorbereitet war. Sie wusste alles, was es darüber zu wissen gab. Sie würde nicht versagen.

Es war heiß, und es war laut auf dem Bazar. Stimmen riefen durcheinander. Schimpfen und Lachen. Händler, die ihre Waren anpriesen. Kunden, die über den geforderten Preis lachten und ein Angebot machten, ob dem die Händler in lautstarkes Jammern ausbrachen. Malina schmunzelte und versuchte zu erraten, um welche Art von Waren es ging.

Sie liebte den Orient.

Der Gedanke, dass in kurzer Zeit auch sie das Schicksal dieser Waren teilen würde, erregte sie ungemein. Eine Hand drückte ihre Brust. Sie konnte nichts dagegen tun, denn ihre eigenen Hände waren auf dem Rücken zusammengebunden, und sie konnte nichts sehen. Sprechen war ihr sowieso verboten. Im Gedränge zwischen den Marktständen versuchten die Leute oft zu ertasten, was sich unter dem Sklavinnen-Tschador verbarg. Natürlich verstieß das gegen die guten Sitten. Doch wer sollte eine zufällige von einer absichtlichen Berührung unterscheiden? Und natürlich konnte durch den dicken, groben Stoff des Tschador auch niemand viel vom Leib der darunter verborgenen Frau fühlen.

Ein kurzer, kräftiger Ruck an der Leine. Folgsam blieb Malina stehen. Plötzlich eine Welle noch heißerer Luft und Stimmenlärm, der sie traf wie eine solide Masse. Der Knecht hatte die Tür zum Sklavenmarkt geöffnet. Die Auktion war schon in vollem Gang. Ihr Puls beschleunigte sich wieder. Rajid, der Knecht, fasste ihr an die Hüfte und lenkte sie durch den Eingang. Auch er nutzte jede Gelegenheit, sie unauffällig zu berühren. Er gab ihr durch den Tschador einen Klaps auf den Po, und folgsam ging sie die Stufen empor und ließ sich von ihm weiter schieben, bis er sie umdrehte, sie noch einen Schritt nach hinten schob und ihr einen Klaps auf den Kopf gab. Gehorsam kniete sie nieder und fühlte rechts und links von sich die Wärme weiterer Leiber. Die Person auf der rechten Seite zitterte, die links war ganz ruhig. Es stank nach Angst und nach Urin. Der Stimmenlärm war ohrenbetäubend.

Malina hatte Durst. Der Schweiß lief ihr in Strömen den Leib ĥinab, zwischen den Brüsten und zwischen den Hinterbacken. Ihre Scham jedoch war nicht nur nass vom Schweiß, sondern auch nass vor Erregung. Sie hatte Angst vor dem, was kommen würde, und sie freute sich auf das, was kommen würde. So lange war sie darauf vorbereitet worden.

Sie würde einen guten Preis bringen, das wusste Malina. Sie war eine hellhäutige, rotblonde Europäerin. Sobald man ihr den Tschador abnahm, würde sie die Sensation der Auktion sein. Jeder wollte eine Europäerin besitzen, erniedrigen und ficken. Und sie war Jungfrau. Wer immer sie kaufte, konnte sie für den ersten Fick vermieten und dafür einen geradezu obszön hohen Preis verlangen. Oh! Warum waren die Hände bloß auf den Rücken gefesselt. Wenn sie sich jetzt berühren könnte, würde sie praktisch sofort zum Orgasmus kommen. Aber natürlich würde sie das nicht tun. Sie würde sich auch dann nicht berühren, wenn ihre Hände frei wären. Denn Malina war hervorragend erzogen. Dennoch erlaubte sie sich, ganz kurz die Schenkel zusammenzupressen und fühlte, wie der leicht erhöhte Druck auf die Klitoris ihre Erregung ins fast Unerträgliche steigerte. Beinah wäre sie gekommen. Doch ihr Orgasmus gehörte dem Käufer. Sie musste warten.

Der Hammer des Auktionators ging nieder, eine Versteigerung war zum Abschluss gekommen. Das Stimmengewirr ging etwas zurück. Malina fühlte, wie der zitternde Mensch rechts von ihr entfernt wurde. Die Gespräche im Raum verebbten. Der Auktionator hob seine Stimme: »Seht Nuri, den hübschen Sklaven von der Westküste Marokkos. Ein Honigtopf wurde sein Schicksal.« Gelächter im Raum. Ein Honigtopf, das war eine schöne Sklavin, die einen Mann an einen Ort lockte, wo er überwältigt wurde, um den Rest seines Lebens in Sklaverei zu verbringen. »Nun seht!« Lautes Raunen und aufkommendes Stimmengewirr im Raum. Offenbar hatte man Nuri enthüllt. »Seht diesen wohlgeformten, schlanken Körper, der eine Zier in einem vornehmen Haus sein kann. Seht diesen großen Penis, der Damen Lust und Sklavinnen Frucht bringen kann. Schaut, wie er schon wächst, allein aufgrund meiner Worte. Oh! Potenz der Jugend!« Allgemeines Gelächter. »Er wird ja immer größer! Wenn Sie neidisch sind, meine Herren, können Sie ihn natürlich auch gerne kastrieren.« Das Gelächter wurde zum Crescendo, bis der Sprecher in die Hände klatschte und rief: »Der Sklave wurde ärztlich untersucht und ist gesund. Wir beginnen mit zweitausend Dirham!« Etwa vierhundert Euro, rechnete Malina im Kopf um.

Auch Malina war am Vortag ärztlich untersucht worden. Blutkontrolle. Röntgenbild. Ultraschall des Bauchs. Magen- und Darmspiegelung, und natürlich gynäkologische Untersuchung mit Dokumentation ihrer intakten Jungfräulichkeit. Hasim hatte sie ihr nicht genommen.

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