Showtime Submission Rezension

Wie versprochen möchte ich endlich berichten, ob die Serie hält, was der vollmundig klingende Klappentext verspricht.

Diese verlockende neue Serie zeigt das sexuelle Erwachen der schönen, aber unerfüllten Ashley, als sie den beliebten erotischen Roman „Slave“ von Nolan Keats entdeckt. Der mysteriöse Mr. Keats jedoch führt sie in ein sexy, aber gefährliches Liebesdreieck , in dem nicht jeder ist, was er zu sein scheint, und wo Phantasien mehr sind als Worte in einem Buch. Zum einen ein romantisches Drama, zum anderen Teil geheimnisvoller Thriller, wird diese Geschichte von Verführung, Besessenheit und sexueller Kraft der renommierten Autorin/Regisseurin Jacky St. James Ihnen den Atem rauben und Sie nach mehr betteln lassen. Was ist Ihr Safeword ?

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Showtime, der Sender der uns mit TV-Higlights wie Californication, Dexter, Homeland und vielen mehr beglückt hat, hat eine SM-Show produziert. Als Autoren und Produzenten wurden Jacky St. James und  Paul Fishbein beauftragt, bekannte Namen aus der Erwachsenenunterhaltung. Bevor wir die Frage klären, ob den Machern der Spagat zwischen Hard- und Softcore gelungen ist, müssen wir allerdings zuerst einmal unsere Erwartungen an eine TV-Show, die SM-Erotik abseits von Spartenkanälen zeigen will, definieren:

Bei mir ist es so: Serien schaue ich am TV, während ich bei Porno das IPad bevorzuge, wahrscheinlich weil ich es mir da besser gemütlich machen kann und immer eine Hand frei habe 😉 . Ich entschied mich also für einen Kompromiss und schaute Submission auf dem Notebook. Das war auch gut so, denn das Produktionsniveau ist nicht ganz das, was man heutzutage von TV-Serien erwartet. Es gibt keine gigantischen Setpiceces und Effekte, wie wir sie von „Game of Thrones“ kennen. Justin Bertis, der den Dom gibt,  Schauspiel kann nicht an Brian Cranstons Spiel in „Breaking Bad“ heranreichen, und wir werden auch nicht mit einer visionären Cinematographie verwöhnt wie in „True Detective“.

Damit will ich aber keinesfalls sagen, dass Submission billig produzierter Schund ist. Wir bekommen solides Handwerk für unser Geld. Ashely Jones spielt die Titelfigur Ashley durchaus überzeugend und auch Justin Berti nimmt man den Dom ab. Victoria Levine in einer Nebenrolle wirkt gelegentlich etwas hölzern, aber das wird mit einer erfrischend auftretenden Raylin Joy, in der Rolle der dauergeilen Dylon, mehr als kompensiert. Einigen von Euch dürfte Raylin unter dem Namen Skin Diamond bekannt sein.

Staffel 1 von Submission erstreckt sich über sechs Folgen, von jeweils ca. 25 Minuten Länge. Damit siedeln sie sich auch von ihrer Dauer zwischen Hard- und Softcore an. Länger als die Häppchen, die man mal eben am IPad konsumiert, aber nicht lange genug, als das es notwendig wäre, es sich es auf der TV-Couch richtig gemütlich zu machen.

 

Plot:

Als Ashley von ihrem Freund beim Masturbieren erwischt wird, ist er fassungslos. Davon fühlt er sich hintergangen. Als sie ihm eröffnet, dass sie beim Sex mit ihm noch nie einen Höhepunkt hatte, schmeisst er sie kurzerhand aus der gemeinsamen Wohnung. Sie zieht zu ihrer Freundin Jules, die mit Dylan in einer WG lebt. Die offene Art mit der bei Tisch- und Poolgesprächen von Sex oder Beziehungen gesprochen wird, ist für die zunächst spröde Ashley Neuland. Jules berichtet von ihrer unglücklichen Liebe zu einer verheirateten Aktfotografin und die sexuell hyperaktive Dylan berichtet scheinbar offenherzig von ihren Liebesabenteuern, behält aber den Freundinnen gegenüber so manches Geheimnis für sich. In dieser Phase der Show, finden Sex-Szenen vor allem in Flashbacks statt, oder in traumähnlichen Sequenzen, wenn sich Ashley bei der Lektüre eines SM-Buches „Slave“ Tagträumereien hingibt. Auf einer Party lernt sie den mysteriösen Elliot kennen, der ihr wenig später das Manuskript zu einem weiteren SM-Buch schickt. Hier kommt es zu einer Szene, die ich für ihren Realismus ausdrücklich loben muss. Bei einem Telefonat etabliert Elliot sich als Dom während Ashley bereitwillig in die Rolle der Sub schlüpft, in dem sie seine telefonischen Anweisungen ausführt. Dieses Szenario dürfte wohl einigen aktiven SM-lern bekannt sein. Da sich in dieser Szene ein Autor von seiner noch-nicht-ganz-Sub aus einem seiner Manusskripte vorlesen lässt, kann ich mich persönlich sehr gut einfühlen 😉
Mehr kann ich leider nicht über den Plot verraten ohne zu spoilern, außer dass es den Autoren im letzen Drittel gelungen ist, Wendungen und Charakterentwicklungen  zu präsentieren, mit denen ich nicht gerechnet hatte.

Mein Fazit:
Submission ist ein kein TV-Highlight aber eine durchaus gelungene Serie. Sie ist für den SM-Enthusiasten ein Must-See, und gibt dem interessierten Neuling einen tieferen Einblick in die Szene, als es das große Kinovorbild Shades of Grey getan hat und hätte tun können. Dass Showtime bei dieser Produktion auf die Fanbase von SOG spekulierte, war im Trailer schon unverkennbar, und setzt sich in der Handlung der Serie fort (siehe Video). Trotz dieser vom Auftraggeber inhaltlichen Vorgaben, ist es den Machern gelungen, mit einem schmalen Budget eine anregende und zugleich sehenswerte TV-Serie zu produzieren.


Edit: man kann Submission zur Zeit leider nicht in Deutschland kaufen oder normal/legal streamen. Sobald sich das ändert, lasse ich es Euch wissen.

Homepage von Submission

5 Gedanken zu „Showtime Submission Rezension“

  1. Hmmm. Leider funzt der Ton nicht so, habe mich bis Folge 5 durchgeguckt. Wieso sind Subs immer zart Blumig Suess…und er verhält sich wie ein Idiot gegenüber seiner dunkelhäutigen Spielmaus. Na mal sehen wie es weiter geht. Aber erst morgen.. Nur wohin jetzt mit den Gefühlen. Dumdidum

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