Salomé: Der Spießbürger – Teil 3

Der Spießbürger – Teil 3

von Salomé M.

spiessbuerger-kopie

Paul saß im Keller und betrachtete seine Modelleisenbahn, die auf komplizierten Bahnen über die superrealistische Landschaft fuhr, die er in jahrelanger Kleinarbeit aufgebaut hatte. Automatisch hielten die Züge in den Bahnhöfen an, filigrane Kräne be- und entluden Güterwagen, Weichen wurden gestellt, Züge kreuzten sich und Bahnschranken hoben und senkten sich im genau richtigen Moment.

Ich weiß, was Sie jetzt denken. Sie denken: „Endlich kommt sie, die Modelleisenbahn!“ Nett von mir, gell?

Doch er sollte nicht lange seine Ruhe haben. Eben kam seine Frau und Sklavin Elisabeth die Kellertreppe herunter, nachdem sie die Kinder in die Schule verabschiedet und die Küche aufgeräumt hatte. In der Hand trug sie einen Stapel von E-Mail-Ausdrucken.
„Schau, was mir die netten Leute vom Internet alles zugeschickt haben! Genau das Richtige für dich!“ Er schaute kurz auf. Die Mails kannte er: „Generic V*agr*!“. „Be a super Lover!!“. „Increase your weapon of manhood!!!“. „Make girlz crazy!!!!“ Undsoweiter. “

Oh Lisi, du weißt doch, dass das alles nur Betrug ist!“ Selbstverständlich hatte er das alles längst schon ausprobiert, aber er wagte nicht, ihr das zu sagen. Tausende von Euro hatte er ausgegeben. Vor allem allerdings deswegen, weil unter den Schreiben, die er mühsam aus dem Spamfilter gefischt hatte, auch eine Mail der Nigeria connection gewesen war, und er gedacht hatte, ein paar hunderttausend Dollar extra könnte er ja schon brauchen. Und das Angebot des Sohnes des Schwagers des Leibarztes des ehemaligen Diktators hatte ja wirklich seriös ausgesehen, mit dieser offiziellen nigeria@fakemail.ru Mailadresse und den charmanten, authentisch wirkenden Sprachfehlern im Text. So hatte er eben die verlangten Transaktionsgebühren vorausbezahlt, wartete allerdings immer noch vergeblich auf das Eintreffen des angekündigten Vermögens.
Doch zurück zu den Pillen. Schwere Übelkeit und Durchfälle hatte er erlitten. Muskelkrämpfe. Hautausschläge. Gelenkschmerzen. Asthma. Von einer der Pillen aus Ostasien war er sogar erblindet. Glücklicherweise nur einige Minuten lang. Praktisch auf alle Organe hatten diese teuren Importdrogen gewirkt. Nur auf eines nicht. Sie wissen schon.

Die letzten zweihundert Euro hatte Paul in Sugarbaby investiert, eine recht junge, recht gelenkige Dame des praktisch liebenden Gewerbes der nahen Großstadt, von der sein bester Freund ihm glaubwürdig versichert hatte, die bringe jeden Schwanz hoch. Selbstverständlich hatte Paul dem Freund nicht gesagt, dass es sein eigenes Problem war, vielmehr hatte er einen weiteren Freund aus dem Hut gezaubert, in dessen Namen er sich nach einschlägigen Expertinnen erkundigen müsse. Leider hatte aber auch Sugarbaby kein Leben in seiner Männlichkeit wecken können, die zweihundert Euro aber trotzdem behalten.

„Vielleicht möchtest du mich mal wieder mit der Neunschwänzigen peitschen, ich war in letzter Zeit nicht immer artig“, bot Lisi mit nur leichtem Zittern in der Stimme und kokettem Augenaufschlag an.
„Ach, bringt doch alles nichts“, meinte Paul trübsinnig und drehte am Trafo, so dass alle Züge eine Stufe schneller fuhren. Prompt entgleiste der ICE auf der Bergstrecke im Tunnel, und Paul tauchte in die Eingeweide der Pappmaché-Landschaft, um das Malheur zu beheben.

*

„Was genug ist, ist genug!“, sagte sich nun Lisi, ging wieder nach Oben und rief Doktor Ommersheim an, den Hausarzt ihres Mannes. „Ach Herr Doktor“, klagte sie, „Mit meinem Mann ist es einfach nicht mehr dasselbe. Er bläst nur noch Trübsal und untenrum geht gar nichts mehr!“
Der Arzt versprach, Paul bei der nächsten Konsultation, die, wie der Zufall mit meiner Unterstützung so spielt, bereits am nächsten Tag anstand, daraufhin zu diagnostizieren und diesbezüglich zu therapieren.

Als die beiden am Abend ins Bett gingen, versuchte Lisi noch zu kuscheln, so von Pauls etwas streng riechenden Füßen her, wo sie sich standesgemäß hingelegt hatte, aber er trat sie grob weg und schnarchte bald. So musste sie sich auch diese Nacht sexmäßig selber behelfen, gewappnet nur mit ihrer blühenden Phantasie. Diese blühende Phantasie trieb aber nun just in jener Nacht so große und bunte Blüten, dass sie wieder aufstehen musste, um diese schriftlich festzuhalten. Lisi war nämlich nebenbei Schriftstellerin. Erotikschriftstellerin, um es genauer zu sagen. Sie schrieb Romane und Erzählungen, die eine ganze Menge Leute hell begeisterten. Nur ihren Mann nicht. Der interessierte sich nämlich nicht für Literatur. Außer, wenn sie sich um Modelleisenbahnen drehte. Darum drehten Lisis Geschichten sich definitiv nicht. Die waren noch härter.

Ich weiß, was Sie jetzt denken. Sie denken: „He, das sollte doch eine lustige Geschichte sein. Bisher ist sie aber zum Heulen.“Oh Mann! Lassen Sie mich doch die Szene erst einmal aufbauen. Morgana ist noch in der Kulisse beim Frisör. Soviel Zeit muss sein.

Interessanterweise war der Postbote, sie wissen schon, der aus der vorigen Folge dieses Schicksalsromans, der Lisi um ein Haar nackt gesehen hätte, der war ein großer Fan von Lisis Geschichten. Allerdings wusste er nicht, dass Lisi die Autorin war, denn sie hatte immer nur unter Pseudonym geschrieben. Ihre ersten Romane als Teenager hatte sie, der Schärfe wegen, noch unter dem Namen Radieschen publiziert, aber mit zunehmendem Alter fand sie den Diminutiv dann doch nicht mehr passend, darum nannte sie sich heute „Radiese“. Oft träumte unser wackerer Postbote davon, Radiese einmal leibhaftig zu begegnen und mit ihr all diese Dinge zu tun, die sie in ihren Erzählungen beschrieb. Lisi wiederum wusste leider nicht, dass der Postbote ein Fan von Radieses Geschichten war, denn mit dem Postboten sprach sie natürlich nicht über BDSM. Ach ja, Thema der Radiese-Romane war BDSM. Hatte ich das schon erwähnt? In ihren Geschichten war die Protagonistin immer die Sub. Und der Postbote träumte davon, einmal der Dom zu sein, wurde aber von seiner Frau, sie wissen schon, die mit Lisi im Yoga war, so unter dem Pantoffel gehalten, dass diese Seite von ihm bisher nie so recht zum Vorschein kommen konnte.

Wie auch immer, wenn Sie jetzt glauben, dass aus dieser interessanten Konstellation ein prickelndes Abenteuer zwischen Lisi und dem Postboten entsteht, dann haben Sie sich geschnitten. Denn die einzige, die wusste, dass der Postbote ein verkappter Dom und ein Fan von Radieses Geschichten war, und dass Lisi und Radiese dieselbe Person waren, war Morgana. Und die ist ja nun eben noch beim Frisör. Sehen Sie? Hätten Sie mir ein wenig mehr Zeit gelassen, die Szene zu entwickeln, anstatt mich so zu hetzen. Das haben Sie jetzt davon.

Ich weiß, was Sie jetzt denken. Sie denken: „Also das mit der Interaktion zwischen Autorin und Lesern geht mir jetzt langsam zu weit. Sowas ist nur einmal witzig. Na gut, dann entferne ich mich jetzt eben wieder von Ihnen und erzähle meine Geschichte nur noch für mich. Pah!

Am nächsten Tag ging also Paul zum Arzt zur üblichen Kontrolluntersuchung nach seinem Herzinfarkt. „Mit dem Herzen ist alles gut, Herr Hrmrh“, sagte der mit seiner Leibesfülle recht eindrücklich wirkende Doktor gewichtig, „Aber wie ist es denn mit anderen, äh, Herzensangelegenheiten?“
„Äh, was meinen Sie?“, fragte Paul alarmiert zurück.
„Naja, so untenrum, nicht?“
– „Mit den Füßen?“
„Etwas höher, Herr Hmhm, etwas höher. Ich meine, so mit ihrer Frau, nicht, so bettmäßig und so?“
Paul fühlte sich ertappt. Er errötete. Aber den Doktor darf man ja nicht belügen. Also zumindest nicht allzusehr. „Ja, Herr Doktor, äh, in der Tat geht es nicht mehr ganz so häufig wie gewohnt.“, sagte er kleinlaut, nur ein wenig untertreibend.
„Aber das braucht uns doch nicht peinlich sein, mein Lieber. Sowas kommt sehr häufig vor, aber zum Glück hat die Firma grummelmurmel doch da dieses wunderbare Präparat entwickelt, das wird Ihnen bestimmt helfen. Ich mache Ihnen gleich ein Rezept für eine Viererpackung zu 25mg, dann probieren Sie das mal aus, ja?“
„Könnten Sie mir nicht gleich eine Zwölferpackung à 100mg aufschreiben?“, fragte Paul ermutigt, denn er kannte aus seinen Recherchen sämtliche verfügbare Packungsgrößen der rautenförmigen blauen Pille.
„Soso, ein Schwerenöter, nicht“, grinste der Arzt, schrieb das Gewünschte aber auf.
„Arschloch“, dachte Paul und verabschiedete sich, um die Apotheke in der Großstadt aufzusuchen, wo ihn niemand kannte.

„Tote Hose“, klagte inzwischen Lisi bei ihrer Nachbarin Morgana, die mit einer aufsehenerregenden neuen Frisur in ihrem Garten saß. „Ich kann machen, was ich will, da regt sich nix. Nichtmal wenn er mich prügelt.“
„Und bemüht er sich jetzt ein wenig mehr um dich?“
„Überhaupt nicht! Ich glaube, er liebt seine Modelleisenbahn mehr als mich!“, schluchzte Lisi, „ich überlege mir ernsthaft, dieses Ding zusammenzuschlagen!“

Ich weiß, was Sie jetzt denken. Sie denken: „NEIIIN!!“ Keine Panik!

„Vielleicht solltest du ihm mal Radieses neueste Geschichte zu Lesen geben?“, schlug Morgana vor, denn auch sie gehörte zu den Fans dieser Erzählungen.
„Ach was, der liest doch nichts. Schon gar nicht meine Geschichten. Bloß Modelleisenbahnzeitschriften.“
„Da lässt sich vielleicht etwas machen“, schmunzelte Morgana.

An diesem Nachmittag kam Paul allerdings extrem hoffnungsfroh gestimmt nach Hause. Die Kinder waren noch in der Schule und eine der blauen Pillen hatte er bereits vor der Apotheke eingeworfen, da er wusste, die brauchen eine halbe Stunde zum Wirken. „Schlampe, antanzen!“, brüllte er durchs Haus, so laut, dass es sowohl Morgana als auch Lisi im Nachbargarten deutlich hörten.
Lisi sprang sofort auf und eilte hinüber, während Morgana traurig lächelnd ihren Kopf schüttelte.
„Er ist immer noch ein Dummdom“, dachte sie.
Lisi raste durch die Gartentür ins Haus, erblickte ihren Meister und fiel schlitternd auf die Knie.
„Verzeihung Herr, ich war gerade draußen.“
„Eine Sklavin bittet nicht um Verzeihung, sondern um Strafe“, knurrte Paul, „leg die Riemen an, nimm die Neunschwänzige und geh nach oben ins Schlafzimmer!“
Während Lisi das Befohlene erledigte, ging Paul auf die Toilette und versuchte seinen Penis manuell davon zu überzeugen, dass das Kommende es doch wert sei, sich ein wenig zu erheben. Doch vergeblich. So nahm er nochmal zwei der blauen Pillen ein und ging ins Schlafzimmer.
Dort lag Lisi demütig und hoffnungsvoll auf den Knien und erwartete ihn.
Er befahl sie aufs Bett und fixierte sie mit den Arm- und Fußriemen in gespreizter Haltung. Dann schwang er probeweise die Peitsche und lauschte auf sein Inneres bzw. Unteres. Doch, die Hose wurde ihm in keiner Weise eng. „Hm, muss erst noch wirken“, dachte er und ging unverrichteter Dinge wieder nach unten und spielte ein wenig mit seiner Modelleisenbahn. Fast hätte er darüber die Zeit vergessen, und dachte daher erst nach einer dreiviertel Stunde wieder an seine Frau. Doch mit einigem probeweisem Rubbeln konnte er seinem störrischen Anhängsel trotzdem noch immer keine Reaktion entlocken. Also warf er nochmal drei Pillen ein, derweil die arme Lisi immer noch gefesselt auf dem Bett lag. Im Verlauf der nächsten halben Stunde nun endlich, trat eine Wirkung ein. Allerdings nicht die Gewünschte. Seine Hände wurden steif. Seine Finger. Seine Knie. Seine Ellbogen. Seine Zehen. Seine Lippen. Eigentlich wurde nur ein Körperteil nicht steif. Sie ahnen bestimmt, welches ich meine.

Haben Sie schonmal einen Zombie gesehen, lieber Leser? Nein? Ich auch nicht. Aber glauben Sie mir: Paul sah ganz genau so aus wie ein Zombie, als er nun zur Tür hinaus wankte. Und er fühlte sich auch so (obwohl er genau genommen nicht wusste, wie sich ein Zombie fühlt).
„Hilfe!“, krächzte er, denn auch seine Stimmbänder waren steif.
Morgana sah über den Zaun, lächelte süß und zitierte: „Als ich jung war, waren alle meine Glieder gelenkig, bis auf eins. Jetzt wo ich alt bin, sind alle meine Glieder steif, bis auf eins.“ Dann lachte sie ihr perlendes Lachen, während Paul nur verdattert fragte:
„Hä, Was?“
„Goethe, mein Lieber. Aber den kennst du natürlich nicht, du Kulturbanause.“- „Äh.“
„Schon gut, komm halt rein, mal sehen, was ich tun kann.“

Paul wankte in Morganas Haus, wo in der Ecke über einer Feuerstelle ein großer Kessel kochte, aus dem ab und zu grünliche Blasen hochstiegen. Auf dem von Spinnweben überzogenen Bücherregal saß ein Rabe, der böse krächzte, als Paul eintrat. Eine schwarze Katze schaute ihn misstrauisch an. In der Ecke stand ein Reisigbesen mit GPS-Bildschirm. Paul wurde es ein wenig unheimlich. Woran erinnerte ihn das nur?

„Ich werde dich jetzt küssen. Erschrick nicht.“, warnte ihn Morgana.
„Wieso erschrecken?“, fragte Paul, denn er kannte die speziellen Eigenschaften von Hexenküssen ja nicht. Außerdem war Morgana für ihn nur eine berückend schöne Blondine mit verblüffend blauen Augen, und keine Hexe.
Nun denn, sie küsste ihn also, und in dem Moment, wo ihre Zunge die Seine berührte, geschah etwas, was ich hier unmöglich beschreiben kann. Jedenfalls erschrak Paul ganz fürchterlich. Danach, soviel kann ich sagen, war seine Hose vorne geplatzt, an der gegenüberliegenden, drei Meter entfernten Wand klebte Sperma, und alle Steifheit war aus Paul gewichen. Alle.

„Oh Mann, du kannst aber küssen“, strahlte ihn Morgana an, und er grinste dümmlich-stolz, während sie fortfuhr, „aber leider ist dein Pulver jetzt wieder verschossen. Um deinen Schwanz wieder in den Griff zu kriegen, musst du dir was anderes einfallen lassen, als eine lebensgefährliche Überdosis von blauen Pillen.“
„Aber was?“
„Komm, wir lesen zusammen eine Geschichte“, sagte sie und wies auf ihren Computer (Morgana war eine durchaus moderne Hexe).
„Lesen? Kommen da Modelleisenbahnen vor?“
„Ja, aber erst ganz am Ende, und nur, wenn du alles sorgfältig Wort für Wort liest“, sagte die Hexe mit freundlichem Blick, aber leicht drohendem Unterton in der Stimme.
„Äh“, sagte Paul zustimmend.

Die Geschichte, die Morgana ausgewählt hatte, war „Der Anderspotente“, das neueste Werk von Radiese, erst letzte Nacht ins Internet gestellt.
Ich will Ihnen jetzt nicht die Vorfreude verderben, wenn sie die Geschichte selber lesen wollen. Deswegen fasse ich hier nur kurz zusammen. Die Geschichte handelte von einer schönen, devoten Prinzessin und Rumpelstilzchen, einem kleinen, hässlichen, unglaublich dominanten Waldschrat, der leider das Pech hatte, impotent zu sein. Und da er zu laut durch den Wald gerufen hatte, „Ach wie gut das niemand weiss, dass ich impotent bin, so’n Schiet“, war diese traurige Tatsache allgemein bekannt. Als er nun die Prinzessin entführte, und sie auf einen Spreizstuhl fesselte, erfüllte er ihr im Prinzip einen langgehegten feuchten Traum. Allerdings war der Entführer in ihrem Traum jeweils ein starker, großer, dominanter, potenter Prinz gewesen, daher war ihre Freude jetzt doch ein wenig gedämpft, als sie Rumpelstilzchen erkannte.
„Aber Ihr seid doch impotent, Herr. Was wollt Ihr denn mit mir in dieser Position anfangen?“, fragte sie schüchtern, wenn auch etwas schmerzverzerrt.
„HA!“, entgegnete Rumpelstilzchen, „Ich hab ’ne Zunge und zwei Händ‘, da bin ich doch nicht impotent!“
Die nächsten vier Seiten der Geschichte will ich Ihnen ersparen, die handeln nur von unglaublich verdorbenen, nicht-jugendfreien Handlungen, die dieser böse Schrat nun mittels der genannten Körperteile und unter Zuhilfenahme verschiedener Hilfsmittel an der hilflosen Prinzessin verübte, die dadurch je nach Zählweise vier oder sechs Orgasmen erleiden musste und Rumpelstilz völlig verfiel.

Ich weiß, was Sie jetzt denken. Sie denken: „He, was waren das für Handlungen und was für Hilfsmittel?“ Tja, da müssen Sie Radieses Geschichte selber lesen. Aber nur, wenn Sie älter als 19 Jahre sind. 18 reicht nicht für Radiese.

Nun, der Rest der Geschichte handelt davon, wie der Rumpelstilz seine Prinzessin zwar in jeder Hinsicht beherrschte, aber sie auch achtete und liebte, für sie sorgte, und ihr ungeachtet seiner Impotenz größere Lust bereitete, als sie sich je hatte vorstellen können. Manche von Ihnen meinen vielleicht, in dieser Geschichte gewisse Sehnsüchte und Wünsche der Autorin Radiese zu erkennen, die ja, wie Sie wissen, wenn Sie aufgepasst haben, niemand anders ist, als unsere, übrigens immer noch ans Bett gefesselte, Lisi.
Nicht aber Paul. Der erkannte da keine Parallelen. Hingegen fragte er, wo denn jetzt die Modelleisenbahn vorkomme. Also rief Morgana noch eine andere Seite auf, wo man ganz unglaublich große Modelleisenbahnanlagen bewundern konnte, ging in ihr Schlafzimmer, vergrub ihren Kopf unter der Decke und weinte leise in ihre Matratze. So etwas hatte sie in den 537 Jahren ihres Hexenlebens noch nie mitgemacht.

Schließlich hatte sich Paul sattgesehen und ging wieder hinüber zu sich. Inzwischen war ihm nämlich auch eingefallen, dass Lisi immer noch gefesselt war, und dass bald die Kinder nach Hause kommen würden.

*

Lisi war inzwischen halb verzweifelt und halb erregt. Ihre Vorstellungen, was Paul alles mit ihr anstellen würde, wenn er dann endlich mal wieder käme, nahmen immer groteskere Züge an und führten zu immer größerer Erregung. Das Leintuch unterhalb ihres Hinterteils war längst durchnässt und es fehlte nicht viel, und sie hätte einen Orgasmus ganz ohne Berührung erreicht. Es fehlte allerdings eben immer noch etwas. Und deswegen hing Lisi seit nunmehr zwei Stunden zwischen Leid und Lust, bewegungsunfähig gefesselt. Außerdem musste sie aufs Klo.

*

Paul kam, sah und wunderte sich. Ihre Muschi machte ja so einen feuchten Eindruck, und der Kitzler schien hervorzuschauen. Aber er hatte sie ja nicht, naja, benutzt, oder? Probeweise berührte er sie mit dem Finger, was Lisi mit einem lauten Stöhnen quittierte. Nun fiel ihm, halten Sie sich fest, doch noch eine der Szenen aus dem „Anderspotenten“ ein, und er berührte ihre Klitoris mit seiner Zunge, registrierte erfreut ihre begeisterte Reaktion und machte weiter, indem er ihr einen Finger einführte, und Fickbewegungen machte. Als sie mit lautem Schreien zum Orgasmus kam, verspürte er, halten Sie sich nochmal fest, ein leises Zucken in seinem Gemächt.

*

Morgana zog verwundert den Kopf unter dem Kissen hervor. Was war das für ein Schrei aus dem Nachbarhaus? Sollte das etwa … Nein, oder? Schließlich breitete sich ein strahlendes Lächeln auf ihrem Gesicht aus, und sie braute sich einen leckeren Hexentee aus der grünen Brühe im Kessel.

*

Als kurz darauf die Kinder nach Hause kamen, war Lisi zwar wieder frei und bekleidet, aber es stand kein Essen auf dem Tisch, was sie mit wütendem Gebrüll quittierten. Also alles wieder im gewohnten Rahmen. Außer, dass Lisi entspannt lächelte, anstatt zu keifen.

Ich weiß, was Sie jetzt denken. Sie denken: „Ja und jetzt? Ist er jetzt wieder potent, oder was? Ist er jetzt kein Dummdom mehr? Ist Morganas Frisur jetzt ruiniert? Wieso ist die Geschichte so plötzlich fertig? Dies kann man sehr einfach beantworten: Ich wollte, dass alle drei Teile ungefähr gleich lang sind, und das ist nun eben hier erreicht. Was dagegen?

 


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