Drexler 14

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Drexler 14 – Das Problem mit den Frauen; wenn sie mixed Signals senden

Auftragsarbeit. Ich hasse es, Auftragsarbeiten zu schreiben, aber mein Alter Ego verlangt es. Er ist der Boss, also muss es sein. Ihm ist auch gar nix peinlich, nicht mal die Nicht-Erfolgserlebnisse darf ich für mich behalten, Fuck!

 

Auslöser war wohl dieser Artikel, wo es darum ging, ob man immer nachfragen soll, ob man eine Frau küssen darf. Ne bescheuerte Idee, wenn ihr mich fragt. Als wenn die Leute immer genau wissen, was sie eigentlich wollen. Gerade beim Thema Dating und Sex, wird es doch von einem Kerl erwartet, dass man die ‚Boundaries pusht‘. Ich habe es ja schon mal hier aufgeschrieben, dass ich recht früh die Erfahrung gemacht habe, dass verbale Signale im totalen Widerspruch zu den non-verbalen Signalen stehen können. Nach extrem-feministischer Lesart bin ich damit schuldig. Ergebnis dieses Vorfalls war allerdings keine Anzeige sondern eine Affäre, von der man, wenn man den Altersunterschied bedenkt, sicher sagen kann, dass die Frau dabei tonangebend war. Auch wenn ich das früher in juveniler Arroganz vermutlich anders gesehen hätte.

Das bedeutet aber nicht, dass man sich generell über Signale hinwegsetzen soll, seien es verbale oder non verbale. Die Vorstellung, dass man weitermacht, obwohl sie nicht will, ist geradezu absurd. Auch trotz meiner sadistischen Neigung, und mit einer gewissen Vorliebe für ‚bedenkliche‘ Pratiken, wie zB Rape Games. Ich habe nicht das geringste Interesse, etwas gegen den erklärten Willen einer potentiellen Partnerin zu tun, ganz egal, wie sie ihren Unwillen äußert.

Sogar in problematischen Fällen, in denen die Frau mir extreme verwirrende Signale sendete, habe ich mich mehr oder weniger zurückgehalten.

ZB. bei einem Campingurlaub, ihr müsst Euch das so vorstellen: Drei Jungs – Anfang zwanzig- unterwegs mit einem Kombi, Mitelmeertrip. Wir kommen irgendwo an der Côte d’Azur an, Antibes oder so. Es ist schon abend, wir fahren zu dem Platz, dem man uns zuweist. Riesenglück, weil auf dem Platz direkt daneben vier Mädels. Sie bauen gerade zwei Zelte auf, was gut ist, denn so wissen wir gleich, die sind alleine unterwegs, d.h. ohne männliche Begleitung. Natürlich latschen wir erstmal rüber zu denen. Ich erspare Euch jetzt mal den Unsinn, den Kerle reden, bevor sie sich auf so eine Mission begeben. Da geht‘s im Wesentlichen darum, dass manche von uns irgendwie versuchen, vorher abzusprechen, wer welche abgekommt. Dazu sage ich nur, dass es gewisse theoretische Vorteile hat, wenn man Mathematik studiert und sich mit Game-Theory auskennt.

Die Mädels sind nicht nur unglaublich heiss, sondern auch zuckersüß. Machen uns schöne Augen, wickeln uns um den Finger. Wir spielen mit, bauen ihre Zelte auf, richten den Grill her, einer von uns besorgt Bier und Sekt. Und dann sitzen wir mit ihnen am Feuer, essen, trinken. Recht früh stellt sich heraus, dass einer von uns Chancen bei einer von ihnen hat. Das ist ‘ne echte Überraschung, weil er von uns dreien am wenigsten der Frauentyp ist. Nicht, dass er ‘ne totale Null wäre, aber beim Anbaggern stellt er sich noch ungeschickter an als ich. Aber beim ihm läuft es heute. Das Fleisch liegt noch nicht auf dem Feuer, da knutscht er schon mehr oder weniger heftig mit seiner Auserwählten rum. Der zweite im Bund, er ist eigentlich DER Anbaggerkönig schlechthin, wird leer ausgehen, das zeichnet sich immer mehr ab. Er wird sich dann auch schon kurz nach dem Grillen vom Acker machen und einen Streifzug durchs nächtliche Antibes machen. Ich komme auch nicht so richtig voran. Mädel 1 ist nicht mein Typ, d.h. ich will gar nicht wissen, ob ich Chancen hätte. Mädel 2 ist bei Kumpel 1, Mädel 3 scheint sich mit 2 in Konkurrenz begeben zu wollen, die drei werden später sogar zu dritt im Zelt verschwinden. Was ein Glückspilz. Ich hab mich ziemlich früh auf Mädel 4 festgelegt, sie ist nicht die most-sexy von den vier, aber sie ist definitiv die coolste. Und dass sie auf meine komischen Annäherungsversuche bestenfalls indifferent reagiert, damit kann ich im Zweifelsfall leben. Ich kann mit ihr lachen, und wenn ich an dem Abend nicht mit einem heissen ONS belohnt werde, ist das kein Weltuntergang. Mit 4, ich nennen sie ab sofort Lissi, sitze ich irgendwann allein am erlöschenden Feuer. Mädel 1 hat sich in ihr Zelt verkrochen, Kumpel 1 ist mit Mädel 2 und 3 im anderen Zelt, und Kumpel 2 baggert vermutlich in irgend einer Bar gerade eine total heisse französische Kellnerin an.
Lissi findest es total doof, dass kein Bier mehr da ist, aber sie macht noch ‘ne  Flasche Sekt auf und während wir abwechseln aus der Flasche trinken, landet sie irgendwie in meinem Arm. Sie sagt, ihr ist kalt ‚wink-wink‘, was kein Wunder ist, sie hat ein ultradünnes Top an.
Natürlich mache ich mir gewisse Hoffnungen, dass es doch noch was mit Lissi und mir wird, und so machen sich meine umtriebigen Fingerchen auf den Weg in Richtung der beiden Schätzchen, die sich unter dem ultradünnen Top befinden. Damals gab es noch kein Google-Maps, anders kann ich mir die Umwege, die meine Fingerchen nehmen, nicht erklären. Sie haben so ziemlich jeden Bereich von Lissis Körper innerhalb ihrer Reichweite berührt, ausser den beiden prallen Schätzchen vorne in ihrem Top. In der Zwischenzeit trinken wir und lästern. Erst sie über ihre Freundinnen und  ich über meine Freunde, dann umgekehrt. Jedenfalls ist die Sektflasche bald leer, die fällt nämlich um, als Lissi sich plötzlich umdreht. Sie will mir etwas sagen, glaube ich, aber ihr Gesicht ist so dicht an meinem, dass ich nicht anders kann, als ihren Kopf zu mir ziehen und sie zu küssen. Ein langer inniger, intensiver übrigens auch sehr feuchter Kuss. Erst als sie sich Minuten später von mir löst, wird mir bewusst, dass meine beiden Hände quasi bis zur Achsel in ihrem Top stecken.

Also, sie löst sich dann irgendwie leider von mir, sagt „ich muss dir was sagen.“  Ich denke manchmal an den Moment zurück, und frage mich, was meine Vermutungen in dem Augenblick waren, aber so leid es mir tut, kann ich mich an dieses spezifische Detail überhaupt nicht mehr erinnern. Vielleicht „ich habe einen Freund“, „ich bin eigentlich ein Kerl“ oder „ich bin Anhängerin eines seltsamen Kults, der mich dazu verpflichtet, meine Jungfräulichkeit bis zum 33. Lebensjahr zu bewahren“? Ich weiss es ehrlich nicht. Aber ich weiss, dass ich das, was sie dann sagt, nicht im Mindesten auf dem Schirm hatte, obwohl es eigentlich das Naheliegendste ist.
„Ich bin lesbisch“, sagt sie leise und sieht sich in Richtung der Zelte um. Dann sieht sie mich erwartungsvoll/ängstlich an.
Ich war total verblüfft, aber es bestand für mich (seltsamerweise) überhaupt kein Zweifel daran, dass es kein Trick oder so war. Sie meinte es offensichtlich völlig ernst, und mir war in diesem Moment klar, dass ich meine aufkeimenden Hoffnungen begraben konnte, bzw., dass ich die aufkeimende Latte in meiner Hose nicht ihrer Bestimmung würde zuführen können. Meine durch eine sehr lange Schrecksekunde verzögerte, aber sehr ehrliche Reaktion war schallendes Gelächter. So laut, dass Kumpel 1 den Kopf aus dem Zelt steckte. Aber nur kurz, glaube, er fragte, ob noch was zu saufen da sei.

Lissi verneinte barsch, woraufhin er sich grummelnd verzog. Sie war sauer, dachte, dass ich sie auslachte. Sie boxte mir auf den Arm, ein paar Mal sogar, hörte erst auf, als ich zwischen meinen Lachanfällen erklärte, dass ich nicht über sie lachte, sondern über mich selbst und ganz allgemein über die bizarre Situation. Sie war übrigens auch sauer, weil sie fürchtete, dass ihre Freundinnen wegen meines Lachens was mitbekommen würden. Die wussten nämlich gar nicht, dass sie eine Lesbe war, wie sie mir später verriet.

Ich landete dann übrigens zwar noch bei ihr im Zelt, aber nicht innerhalb ihres Schlafsacks. Schien mir eine bessere Option als unsere Karre, wir Jungs waren ja gar nicht dazu gekommen unser eigenes  Zelt aufzubauen. Lissi war ja kein Unmensch und hatte Erbarmen mit mir, ich musste nicht unter freiem Himmel schlafen, bekam sogar eine Decke. Sie meckerte ein paar Mal, wenn meine Hände im Halbschlaf (wink-wink) zufällig auf  ihrer Vorderseite landeten. Ein paar Mal beschwerte sie sich auch über die Beule, die sich in ihren Hintern drückte. Ich gönnte mir natürlich das obligatorische Witzchen, dass mein Zauberstab ein Wundermittel gegen ihre Krankheit Lesbienismus sei, worauf sie zurückfrozelete, es sei schlimm genug, dass sie den Zauberstab AN ihrem Unterleib spüre, bei der Vorstellung er befände sich darin, würde ihr regelrecht übel. Entnervt von unserer Flüsterei und dem permanenten Gekicher verließ Mädel 1 irgendwann kurz vor Morgengrauen das Zelt. Lissi und ich blieben noch liegen und ja, ich war zwar aufgegeilt, aber ich hielt meine Hände ganz anständig ausserhalb ihres Schlafsacks. Beim Frühstück übernahm ich dann sogar das Alibi, denn Lissi behauptete – nicht direkt aber implizit – es sei zwischen uns was gelaufen, um ihre Hetero-Image vor den anderen Mädels  zu bewahren.
Witzigerweise meinten meinen Kumpels, als ich ihnen viel später verriet, dass nichts gelaufen war, ich sei einem Trick aufgesessen. Erschien mir total unplausibel und wenn doch. Who cares? Ich hatte einen spaßigen Abend mit Lissi.

Lissi: Solltest du das zufällig lesen: Du bist echt ‘ne coole Sau.

 

Das war`s für heute. Bis zum nächsten Mal.  Seid vorsichtig beim Nachspielen.

So long and never forget: Keep it safe, stay clean & have fun


Mehr von Drexler findest du hier, und wenn du wissen willst wer dieser Drexler eigentlich ist, wirst du dort fündig.


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Ein Gedanke zu „Drexler 14“

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