Wörterbuch – Daddy-Dom

daddydom-kopie

Mehrfach wurde ich gefragt, was es mit der Bezeichnung Daddy-Dom auf sich hat. Welche Bedeutung hat es wenn der Dom seine Sub „Little“, „Babygirl“ oder little Girl“ nennt? Was bedeudet DDLG?

Diese Spielart erfreut sich in der englischsprachigen Szene wachsender Beliebtheit und findet peu a peu auch in der deutschen Szene Anhänger. Vielfach wurde der Verdacht geäußert, dass es sich dabei um ein Spiel handelt, bei dem wahlweise eine inzestuöse oder eine pädophile Beziehung in SM Form gespielt wird. Dem ist allerdings nicht so.

 

Definition

Der Daddy-Dom ist der dominante Partner in der D/s-Beziehung. Der Daddy ist der Meister oder Dom in der Beziehung, er besitzt oder führt die Sub, je nach Ausprägung des Spiels. Je nach den persönlichen Vorlieben und des Beziehungskonsens kann der Daddy unterschiedliche Funktionen übernehmen.

 

Stolz & Respekt

Für den Daddy steht die Liebe zu seiner Little im Vordergrund.  Liebe und Respekt sind die Grundlage der Beziehung. Er schätzt seine Sub und sieht ihre Unterwerfung als Geschenk, das es täglich zu verdienen gilt.

Fürsorge & Führung

Die Sub in einer DDLG-Beziehung möchte geführt und beschützt werden, deshalb hat sie sich den Daddy-Dom ja ausgesucht, oder sich aussuchen lassen. Diese Führung durch den Daddy erstreckt sich oft auch in den nicht-sexuellen Lebensbereich. Der Daddy gibt seinem Babygirl Ziele vor, deren Einhaltung er mit mehr oder weniger strenger Disziplin fordert. Im Idealfall werden die Ziele gemeinschaftlich gesetzt oder die Little überlässt ihrem Daddy das Setzen ihrer Ziele, weil „Daddy es besser weiß“.  Hier liegt auch am ehesten die Parallele zu einer Eltern/Kind-Beziehung, denn der Daddy hat stets das Beste für seine Little im Sinn, und versucht nicht, ihr seinen Willen aufzuzwingen.

Persönliche Einschätzung

Es stellt sich natürlich, (wie eigentlich in jeder D/s-Beziehung) die Frage, warum eine erwachsene Frau freiwillig ihre Souveränität zugunsten ihres Daddy-Doms aufgibt. Statt eines langwierigen philosophischen Diskurses, werde ich es anhand einfacher Beispiele zu erklären:

Nehmen wir eine Beziehung an, in der der Dom einen Trainingsplan für seine Sub aufstellt: Little hat täglich ihre Yoga-Übungen zu machen, dazu steht wöchentlich ein Besuch im Zumbastudio, sowie einmal Schwimmen und ein Dauerlauf auf dem Programm. Im zweiten Beispiel geht es um die Einhaltung einer Diät sowie um die schlechte Angewohnheit des Rauchens.

Diese Beispiele, die ich aus real existierenden D/s-Beziehungen kenne, zeigen, dass es bei Aufgaben und Zielen nicht um reine Kontrolle geht. Die Aufgaben werden nicht um der Aufgabe willen gestellt, es sind vielmehr Dinge, die Sub zu tun wünscht, ihr aber ohne Dom vielleicht die Motivation oder Selbstdisziplin fehlt.

Der verwantwortungsbewußte Daddydom hilft seiner Little, Dinge zu tun, die zu tun sie wünscht, er macht ihre eigenen Ziele zum Teil der D/s-Beziehung. Daran kann ich nichts per se Schlechtes finden. Interessanterweise berichten auch einige Doms von einem positiven Aspekt, der gerne bei der Diskussion über D/s Beziehung vergessen oder ignoriert wird: Wir sprechen bei D/s-Beziehungen immer von einem Machtgefälle, der Dom hat also die Führung. Ganz gleich wie dieses Machtgefälle ausgelebt wird, gilt auch hier „Führung durch gutes Vorbild“. Das heisst, ein Dom, der seiner Sub einen bestimmten Lifestyle vorschreibt, hat auch eine enorme Motivation, der Sub  ein gutes Beispiel vorzuleben.

Konklusion:

Ich hoffe mit meinen Ausführungen den Vorurteilen, die dieser Spielart im deutschen Sprachraum anhaften, ein wenig Aufklärung entgegen zu setzen.

Ich selbst mag die Bezeichnung Daddy nicht. Nicht, weil ich besorgt wäre, als inzestuöser Päderast zu gelten, vielmehr komme ich mir schlicht alt vor, wenn jemand mich Vati nennt. Abgesehen davon, entspricht meine Vorstellung einer idealen D/s-Beziehung sowieso ziemlich genau dem Bild, das ich hier als DDLG- Beziehung beschreibe. Einen anderen Begriff einzuführen, der keinen besonderen Erklärungswert hat, macht für mich keinen Sinn.

7 Gedanken zu „Wörterbuch – Daddy-Dom“

  1. You took the words right out of my mouth

    Vielen Dank für diese Beschreibung. Bin absolut mit dir einig und finde, besser hätte man es nicht beschreiben können.

    Im englischsprachigen Raum sind Daddies und Lil’s schon lange gang und gäbe, meiner Ansicht nach. Hierzulande… seufz.

  2. Ich gebe ja zu in diesem Bereich mini Wissen zu haben. Aber leitet Dom nicht immer? Steckt Ziele,die zu erreichen sind oder gern mal nicht zu schaffen sind?😈 wieso brauch das Kind ein neuen Namen? Oder sind Littles vom Wesen kindlicher?. Devote Frauen in meiner Umgebung sind eh fein graziel und elfenhaft. Vielleicht auch nur Modeerscheinung. Mich mal bei Tante Google durchlese Danke fürs Aufklären 💜

    1. Oh puh, du machst es mir gerade nicht so leicht mit einem neutralen Kommentar. Ich könnte nun ganz viel dazu schreiben, aber ich lasse es lieber. Ich habe meinen Standpunkt dazu je schon als Beitrag in meinem Blig kundgetan.
      Wenn du dich mit dem Begriff „Daddy“ nicht so wohl fühlst dann nimm einfach „CG“ (steht für Caregiver oder so was) und taucht auch in diesem Kontext auf.
      Es gibt vieles was mich von dem Thema Abstand nehmen lässt, nicht zuletzt dieses völlig übertriebene über Mega super gemache der „Daddys“ und das super spezial getue der „Littles“
      Wenn du die Suche nach dem einzig wahren echten Super Dom machst die „Daddy Dom“ werden gerne so verkauft.

      1. Was heisst „nicht wohlfühlen“. Wenn andere das anders sehen, hab ich kein Problem damit. Es ist auch noch so, dass sich mir der Magen umdreht, wenn diese Begriffe im Spiel mal gesagt werden. Es ist nur so, dass ich mich nicht als Daddydom definiere, meine Beziehung nicht als DDLG beeichne. Ich sehe keinen Sinn darin, einen zusätzlichen Begriff zu benutzen.

        1. Es sind in dem Sinne glaube ich keine zusätzlichen Begriffe. Bezeichnungen die ich halt von dieser „Spielweise“ her kenne sind recht verschiedenen. Je nach dem wo ich im Web unterwegs bin :/
          Im Deutschen kenne ich halt
          DaddyDom – LittleGirl
          Im Amerikanischen findet man ganz oft
          Daddy – BabyGirl
          Im Englischen ist es der
          Caregiver – Little

          Und jetzt haue mich blos nicht aber wie die beiden Parts im Japanisch gefärbten BDSM heißen ist mir leider gerade entfallen 🙁 aber da kennt man diese Variante des Spiels auch und auch da wird noch mal anders betitelt. Ganz am Ende soll sich Jeder so betiteln wie er will und sich glücklich fühlt und gut.

    2. @Sterntaler
      Ja tut er. sollte er jedenfalls 😉

      Stimmt. Zwar sind jetzt nicht alle Subs Elfen, aber ich kenne auch nur Paare in denen Dom die Sub deutlich überragt, physisch gesehen, und es gibt meisten auch einen deutlichen Altersunterschied

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