Bento will, dass ihr mehr feministischen Porno schaut

Bento.de, der Jugendableger von Spiegel-Online, fordert Frauen dazu auf, ihren Pornokonsum zu erhöhen.

Hey, liebe Frauen: Guckt mal bitte mehr Pornos!

Konkret zeigt behauptet der Autor, Porno ist böse, weil er unsere Jugend versaut und ein falsches Frauenbild propagiert. Ein gesteigerter Konsum von gutem, also frauenfreundlichen Porno würde zu einer Marktanpassung und damit zu einer Verbesserung unser aller des Sexlebens von Frauen führen.

Wer diese Filme konsumiert, verändert den Markt gleich mit. Denn der produziert ja nur, wenn das Gefilmte auch geguckt wird.

Und das sich am Markt etwas ändert, wird Zeit.

Wenn Männer allein durch ihre Gewohnheiten den Pornomarkt dominieren, werden immer mehr frauenverachtende Filme gedreht. Das sorgt für einen Wandel bei den Ansprüchen im Bett. Frauen können durch eigenen Konsum gegensteuern und so den Porno-Markt und ihr Liebesleben verbessern.

Rein formal erfüllt der Artikel im Prinzip die Anforderungen, die man an ein solches Meinungstück stellen würde. Es gibt eine These „Porno ist böse“, die mit einigen Argumenten und Links sogar belegt wird – jedenfalls auf den ersten Blick. Abschließend erfolgt die Konklusion „Frauen, schaut mehr Pornos!“. Doch leider sind die Argumente Bento-typisch sehr dürftig, die Auswahl an unterstützenden Studien ist mindestens fragwürdig, bestenfalls höchst selektiv, schlimmstenfalls irreführend.

Beispiele:

In Pornos passieren teilweise sehr verrückte Dinge. […] Der regelmäßige Konsum von extremen Filmen programmiert allerdings das Gehirn um.

Hier bezieht sich der Autor auf eine Untersuchung an der Charité Berlin. Das Ergebnis dieser Studie wurde von den Medien unter dem Schlagwort „Pornos lassen das Hirn schrumpfen“ hinausposaunt. Tatsächlich wurde ein quantitativer Zusammenhang gefunden zwischen wöchentlichen Pornokonsum und der Größe des Striatum, einem für emotionale Prozesse wichtigem Hirnareal. Allerdings weisen die Hirnforscher in ihrer Studie explizit darauf hin, dass es voreilig sei, von einer Kausalität zu sprechen.

Jedoch könnte der beobachtete mengenmäßige Pornokonsum mit dem Striatum ebenso gut eine Vorbedingung sein wie eine Konsequenz des regelmäßigen Konsums von Pornographie.

Mit anderen Worten, die Forscher sind sich überhaupt nicht sicher, ob der beschriebene Schrumpfungseffekt des Hirns“eine Folge des Pornokonsums ist. Ebensogut könnte nach heutigem Wissensstand der erhöhter Pornokonsum eine Nebenwirkung eines kleineren Striatums sein.

Weitere Beispiele:

Auf drei männliche „Sex-Klicks“ im Internet kommt momentan nur ein weiblicher.

Stimmt, aber …

Warum gucken Frauen überhaupt weniger Pornos?

Stimmt nicht bzw. ist irreführend. Frauen schauen sogar „mehr“ Pornos, wie man einer der Pornhub Studie entnehmen kann, die im Bento-Artikel ebenfalls zitiert wird, je nachdem wie man „mehr“ oder „weniger“ definiert. Männer schauen viele kurze Clips, Frauen bevorzugen längere Filme. Die Verweildauer auf der Seite ist bei Frauen im Schnitt um 1:14 min länger. Offenbar hat der Autor sich nur den Teil der Studie angeschaut, die seine These unterstützen. Deshalb verläuft seine Argumentation wie folgt:

Bento-These:

Ein Grund könnte natürlich sein, dass ein Großteil der Filme für männliche Zuschauer gemacht werden. Dass Frauen darin oft nur als Objekt oder Erfüllungsgehilfin für den männlichen Orgasmus dargestellt werden. Und dass Frauen sich verständlicherweise nicht mit diesen Rollen identifizieren wollen.

Belege, warum diese Art von Porno für Frauen ungeeignet sein sollen:

Eine andere Studie sagt: Es fehlen die Männer. In den meisten Filmen werden nur körperlose Penisse gezeigt, die in Nahaufnahmen in unterschiedlichste Körperöffnungen eindringen – und damit nicht die Perspektive der Frau zeigen, die ja beim eigenen Sex meist eher den Körper und das Gesicht eines Mannes im Blick hat. (Girls Who Like Boys Who Like Boys)

Der Sexualforscher Ulrich Clement beschreibt, dass Frauen Hetero-Pornos im „identifikatorischen Modus“ schauen. Das heißt, sie denken sich in die Frau hinein. Und schauen daher viel auf die Darstellerinnen.

Ein wichtiger Grund für die Ablehnung von Pornos könnten die teilweise miserablen Bedingungen hinter der Kamera sein. Dokus wie „Hot Girls Wanted“ zeigen die brutale und entwürdigende Masche, mit der junge Frauen von der Branche ausgenutzt und anschließend „entsorgt“ werden:

Ein einziger Blick in besagte Pornhubstatistiken zeigt ein ganz anderes Bild:

Bild

Genau die Kategorien, die ganz unzweifelhaft das Kriterium frauenverachtend füllen, sind bei Frauen viel beliebter als bei Männern: Hardcore wird von Frauen 100% mehr geschaut als von Männern, ebenso wie Rough Sex (90%), Doppelpenetration (83%), Gangbang (80%), Bondage (73%) oder Fisting (36%) und Orgy (34%).

Diese Erkenntnis wird auch von anderer Seite gestützt. In seinem Buch „Everbody Lies“ legte Seth Stephens-Davidowitz eine umfangreiche Auswertung von Google-Suchanfragen vor. Sein Fazit (hier in einem Interview bei Vox):

Porno, in dem Gewalt gegen Frauen gezeigt wird, ist extrem populär bei Frauen. Er ist bei Frauen viel populärer als bei Männern.

Der Bento-Autor hat offenbar gar nicht erst den Versuch einer ernsthaften Recherche unternommen. Dass Frauen sexuelle Fantasien von Gewalt, Unterwerfung bis hin zu Vergewaltigungsfantasien haben, ist in der sozialpsychologischen Forschung in dutzenden Studien bestens dokumentiert. Eine Metastudie der University of North Texas fasste viele dieser Untersuchungen wie folgt zusammen:

Die erste systematische Überprüfung der Literatur über die Vergewaltigungsfantasien bei Frauen. Die derzeitige Forschung zeigt, dass 31% bis 57% aller Frauen Fantasien haben, in denen sie gegen ihren Willen zu Sex gezwungen werden und dass für 9% bis 17% dieses eine regelmäßige oder die favorisierte sexuelle Fantasie ist.

Meine eigenen Erfahrungen bestätigen dieses Bild. In meiner Eigenschaft als aktiver BDSMler, Erotik/SM-Blogger und Autor von schlüpfriger bis pornografischer erotischer Literatur, sind Frauen mit diesen Neigungen sozusagen meine Zielgruppe. Meine Bücher werden zu (geschätzt) über 90% von Frauen gekauft, mehr als (geprüft) 95% meiner Kontakte auf den sozialen Medien sind weiblich. Auf dem Blog sind jene Beiträge zum Thema Rapeplay mit großem Abstand am populärsten. Beim so genannten Rapeplay im Kontext von BDSM geht es um die reale Umsetzung von Vergewaltigungsfantasien im Konsens und unter sicheren Rahmenbedinungungen. Bei diesen Beiträgen bekomme ich auch am meisten Feedback, persönliche Nachrichten und Mails mit Zuspruch. Frauen äußern ihren Dank „gut zu wissen, dass ich nicht die einzige bin, die …“, manche wollen Tipps, wie sie ihrem Partner diese Neigung gestehen sollen oder wie sie ihn zu einem solchen Spiel motivieren können. Wieder andere schreiben mir längere Texte, in denen sie ihre entsprechenden Erlebnisse bei Blind-Dates schildern. Zur Zeit läuft auf meinem Blog die Aktion Kinky Secret. Dabei fordere ich die Leser auf, mir ihre kinky (geheimen/schlimmen) erotischen Fantasie zu schildern, die ich dann zu einer Kurzgeschichte ausbaue. Auch hierbei sind es regelmäßig ungewöhnliche extreme Fantasien. Fast ausschließlich wünschen sich die Damen von mir mehr Geschichten zu den Themen, sexuelle Ausbeutung, Erniedrigung, Zwang.

Würden Sie bitte eine Geschichte über eine Frau schreiben, die von ihrem Chef oder einem Vorgesetzten zum Sex gezwungen und gegen ihren Willen zur Sklavin gemacht wird? Sie könnte vielleicht Angestellte in einem Steuer- oder Versicherungsbüro sein.

Eine gewisse Ironie ist nicht zu leugnen, wenn mich solche Zuschriften auf dem Höhepunkt der Metoo-Debatte erreichen. Immerhin wollte diese konkrete Leserin keine Geschichte über einen hässlichen fetten Typen lesen, der Frauen dazu zwingt, ihm beim Duschen zuzusehen.

Aber wieder zurück zum Bento-Artikel. Dessen Problem ist ja offensichtlich, dass er von Fakten ungetrübt ist und der Autor einem ideologischen Impetus gefolgt ist. Ganz konkret macht er sich ein radikal-feministisches Narrativ zu eigen, das aus den USA kommt, den Schulterschluss mit der religiösen Rechten sucht und in einer kruden Anti-Porno Kampagne gipfelt, die Porno für eine öffentliche Gesundheitskrise allergrößten Ausmaßes hält.

Zitat aus dem Bento-Artikel:

Oder noch schlimmer: Sie können ganz real zu Gewalt gegen Frauen führen, wie Forschende der Uni in Lincoln in den USA herausfanden. Die Soziologin Gail Dines, bezeichnet Pornos daher auch als „gefährlichste Bildungsindustrie der Welt“

Diese Behauptung ist schlicht falsch. Der namhafte Soziologe Ronald Weitzer von der George Washington University schließt seine Besprechung des Buches von Gaul Dines mit den folgenden Worten.

Wie auch immer man persönlich zu Porno steht. Jenen, die mehr wissen wollen, über die Erfahrungen von Zuschauern und Akteuren von Pornos, bieten die besprochenen Bücher nur wenig Nutzen und enthalten kaum Evidenz basierte Information. Alles in allem präsentieren diese Bücher einen extrem voreingenommenen Blick auf Pornograpie. Ein Bild, das in völligem Kontrast zur aktuellen Forschung steht.

Die Frage ob nun Frauen mehr Pornos schauen, insbesondere mehr frauenverachtenden, halte ich überigens noch nicht für abschließend geklärt, trotz der beiden oben verlinkten Studien. Sie sind entweder nicht repräsentativ oder sie enthalten systembedingte Mängel in der Datenerhebung. Sie sind jedoch hinreichend, um das Hauptargument des Bento-Artikels zu widerlegen, dass diese bösen Pornos ausschließlich für Männer produziert werden. Der Bento-Artikel legt nahe, dass Porno das Bedürfnis nach einer anderen Art von Sex weckt. Umgekehrt wird eher ein Schuh draus: Diese Art von Pornos wird produziert, weil es ein Bedürfnis dafür gibt. Porno hat nicht die Macht großflächig sexuelle Bedürfnisse zu ändern, sondern reagiert auf eine sich veränderte Gesellschaft. Es mag dem Autor vielleicht entgangen sein, dass Unterwerfungsfantasien, Bondage, Spanking usw. beim Mainstream angekommen sind. Die folgende Grafiken zeigen den Anstieg an entsprechenden Suchen auf Pornhub nach der Veröffentlichung des Films Fifty Shades of Grey.

Nach diesem Film explodierten auch die Verkaufszahlen von Bondage-Toys, teilweise verdoppelten sich in Erotik-Shops die entsprechenden Umsätze. Ebenso bescherte dieser eine Film der SM-Szene Besucherströme von neugierigen und experimentierfreudigen Menschen und verursachte nicht zuletzt einen Boom in entsprechender erotischer Literatur. Viele SM-ler (wenn nicht alle) können das bestätigen. Ihr „Fetisch“, dessen Auslebung sich vorher auf den hauseigenen Keller oder spezielle Clubs beschränkte, war plötzlich überall Gesprächsthema.

Fazit:

Aus den dargelegten Gründe, ist die Forderung des Bento-Artikels „Frauen schaut mehr Porno, weil …“  schlicht Humbug. Jeder sollte so viel Porno schauen (oder lesen!) wie sie oder er mag und niemand sollte dafür verurteilt werden, wenn sie oder er sich eine ganz bestimmte Art von Porno anschaut, den andere vielleicht für geschmacklos halten. Innerhalb des gut definierten gesetzlichen Rahmens täte uns allen etwas mehr Toleranz gut. Wer mehr von Frauen für Frauen produzierten Porno schauen will, hat natürlich meinen Segen. Niemand von uns sucht sich seine sexuelle Neigung aus, niemand ist letztlich verantwortlich für seinen Fetisch oder seinen Kink. Wie Jesse Bering in seinem Buch „Perv – The sexual Deviant in All of Us“ darlegt, steckt in jedem von uns ein Perversling. Wenn andere etwas mögen, das wir nicht mögen, finden andere das mitunter abstoßend oder todlangweilig – so ist das eben.

PS: Abschließend noch ein Zitat aus dem Bento-Artikel, dass mich herzhaft lachen ließ:

Es muss ja auch nicht die immer wieder angeführte Erika Lust sein, auch viele amerikanische Darstellerinnen wie Asa Akira oder Riley Reid haben ihre Karriere in die eigene Hand die genommen. Sie vermarkten ihre Filme über die eigene Website, machen nur, was sie selbst geil finden und streichen die Gewinne selbst ein.

Die eiden erwähnten Darstellerinen sind jetzt nicht gerade… zart besaitet. Asa Akira ist bekannt für ihre harten Szenen: Gangbang, Bondage, Rapeplay, Choking, Faceslapping, Spanking, Anal extrem. You name it, she is in. Laut eigener Aussage betrachtet sie ihre Karriere im Pornbiz als die einzige Möglichkeit ihre extremen sexuellen Neigungen in einem gesicherten Umfeld auszuleben. Obwohl sie sich selbst als Feministin sieht, gab sie kürzlich in ihrem Podcast folgendes Statement ab: „Richtig guten Sex kann ich nur mit Männern haben, die Frauen zutiefst verachten oder sogar hassen.“

 

4 thoughts on “Bento will, dass ihr mehr feministischen Porno schaut”

  1. Hallo Tomasz!
    Ich bin der Autor des Artikels und wollte dir für die fundierte und sachliche Kritik danken. Und gerne auch darauf reagieren.

    Vorweg: Ich glaube, du hast mich an wichtigen Punkten missverstanden. Hier würde ich gerne widersprechen:

    1. Ich gehe keinesfalls davon aus, dass „feministischer Porno“ zwangsläufig „vanilla“ bedeutet. Natürlich haben viele Frauen ein Interesse an roughem Material. Das streite ich nicht ab, gerade deshalb weise ich ja beispielsweise auf Asa Akira hin (deren Biographie auch sehr interessant zu lesen ist!). Ein anderes gutes Beispiel wäre Sasha Grey gewesen, die zu jedem Zeitpunkt die Kontrolle hatte – selbst, wenn sie sie scheinbar abgegeben hatte. Und die dann auch selbstbestimmt aufgehört hat. Und es gibt so viele mehr.
    Es geht mit nicht darum, Kink als „schlecht“ darzustellen. Der Unterschied zwischen „guten“ und „schlechten“ Pornos besteht für mich darin, dass die Darstellerinnen an den gezeigten Handlungen ebenfalls Spaß haben und nicht (egal ob nun direkt oder durch systemische Probleme) dazu gezwungen werden. Und, dass das auch den Zuschauenden klar ist.

    Ich verstehe aber, dass du dich an diesem Punkt attackiert fühlst. Wenn du ab Beginn denkst, der Beitrag richte sich gegen Kink, kommt der Rest des Artikels auch falsch rüber.

    2. Du sagst: „Porno hat nicht die Macht großflächig sexuelle Bedürfnisse zu ändern, sondern reagiert auf eine sich veränderte Gesellschaft.“ Direkt danach zeigst du, wie allein der Kinofilm/das Buch „50 Shades“ die Nachfrage nach BDSM-Inhalten befeuert hat.

    Wieso sollte das eine die Gesellschaft verändern, das andere nicht?
    Porno hat in meinen Augen, ebenso wie andere Medien (Buch, Kinofilm, Artikel), natürlich die Kraft, Bedürfnisse zu verändern und zu wecken. Das ist ja gerade das, was ich mit meinem Beitrag aufzeigen wollte. Man kann sich einfach mal ein paar Pornos anschauen und dann entscheiden, ob man das Gezeigt gut oder schlecht findet. Pornos können einem neue Fantasien eröffnen, die man im echten Leben umsetzen will – oder auch nicht. Das muss man (oder Frau) selbst entscheiden. Ich will niemandem vorschreiben, was er oder sie schauen soll. Wenn überhaupt soll der Beitrag eine Inspiration sein, eine Ermutigung, mal reinzuschauen. Wenn frau die frauenverachtenden und aus männlicher Sicht produzierten Filme dann besser findet – okay, dann habe ich mich geirrt.

    Du hast in deinem Umfeld nach eigenen Aussagen vor allem mit Frauen zu tun, die sexuell sehr aufgeschlossen sind und Inhalte rund um Dominanz und Gewalt konsumieren. Gerade die sind aber nicht die, die ich in meinem Artikel ansprechen wollte. Sie gucken ja schon Porn, sie setzten sich mit ihren eigenen Wünschen auseinander und haben eine Sprache für das, was in ihren Fantasien passiert. Ich weiß aber nicht, wie repräsentativ diese subjektive Erfahrung aus deiner Umgebung ist.

    Pornos können meiner Meinung nach auf jeden Fall helfen, Schamgrenzen abzubauen. Einfach, weil man sieht: „hey, das machen Menschen wirklich … und sie haben Spaß daran“. Das kann positive und negative Effekte haben.

    Ein Porno kann ein Ventil sein, ein Trigger, eine Inspiration. Viele Menschen können sich durch Pornos abreagieren, viele bringen damit Leben in ihre Beziehung. Andere kommen vielleicht aber auch auf dumme Gedanken und wollen danach Gewalt ausüben. Es ist zumindest kompliziert.

    Die Pornhub-Studien und Schaubilder zum Suchvolumen finde ich, ebenso wie du, sehr interessant – aber oft eben auch nicht aussagekräftig genug. Klar, Frauen mögen hartes Zeug. Aber nur, weil weibliche Nutzerinnen besonders viel dies oder jenes schauen, sagt das noch nichts über die Gesamtmenge der Frauen aus. Vor allem nicht über die, die gar keine Pornofilme gucken.

    Die haben dadurch ja nicht automatisch weniger Sex oder weniger sexuelle Fantasien. Vielleicht aber andere? Eine Studie hierzu suche ich noch, vielleicht weißt du mehr?

    Das war erst einmal alles, was mir jetzt gerade einfällt – ich freue mich schon auf deine Antwort! Auf die anderen Punkte gehe ich gerne auch noch ein, wenn du magst.

    Die Google-Studie von Stephens-Davidowitz werde ich mir auf jeden Fall anschauen, danke dafür!

    Liebe Grüße,
    Sebastian

    PS: Am Ende sagst du:
    „Jeder sollte so viel Porno schauen (oder lesen!) wie sie oder er mag und niemand sollte dafür verurteilt werden, wenn sie oder er sich eine ganz bestimmte Art von Porno anschaut, den andere vielleicht für geschmacklos halten. Innerhalb des gut definierten gesetzlichen Rahmens täte uns allen etwas mehr Toleranz gut. “

    Das sehe ich genau so. Deshalb habe ich in dem Beitrag auch niemandem vorschreiben wollen, was er oder sie zu tun oder zu lassen hat. Es sollte allenfalls eine Inspiration sein. Falls das falsch rüberkam – mea culpa

    1. Hallo Sebastian,
      schön, dass du hierher gefunden hast. Und danke für den ausführlichen und sehr sachlichen Kommentar.

      Ich fühle mich eigentlich nicht so sehr wegen kink vs vanilla angegriffen, aber ich kann durchaus nachvollziehen, dass du meinen Beitrag so gelesen hast. Hier im Kommentar schreibst du, gute Pornos seien die; bei denen die „Darstellerinnen an den gezeigten Handlungen ebenfalls Spaß haben und nicht (egal ob nun direkt oder durch systemische Probleme) dazu gezwungen werden.
      1. Hier könnte man ja fast aufhören zu diskutieren, genau das gleiche habe ich heute morgen in einem Kommentar weiter unten geschrieben 🙂
      2. Danke, dass du den Strohmann stecken lässt;-) Was Produktionsbedingungen angeht, sind wir wir uns glaube ich einig, Oder wir einigen uns auf die Linie, die Asa Akira vertritt: Selbstbestimmt, ohne Zwang & evtl, eine Anhebung des Mindestalters für Darsteller auf 21.
      3. In deinem Artikel kommt diese neue Definition von gut und schlecht so überhaupt nicht rüber.
      4 Hier ist dir dann dch ein kleiner Strohmann reingerutscht: „Wieso sollte das eine die Gesellschaft verändern, das andere nicht?“ Ich behaupte nicht, dass Porno überhaupt keine Wikrung auf Gesellschaft oder einzelne Individuen hat. Ich bestreite allerdings das Porno-is-a-health-crisis Narrativ von Gail Dines und ihren Kohorten, dass du dir auch zu eigen machst. Ich kann auch gar nicht begreifen, dass Leute, die ich (aus der Ferne betrachtet in die Kategorie im „weitesten Sinne liberal“ einsortiere auf diesen prüden und sexfeindlichen Zug aufspringen. Dines hat keine Belege für ihre Behauptung, du letztlich auch nicht, in deinem Artikel. Es werden die gleichen Argumente angeführt wie in der Debatte „Computer Gaming causes Violence – teilweise auch von den gleichen Leuten. Sieh dir doch mal genau an, was das für Leute sind, die dieses Antiporn Kampagne durchziehen und wie die argumentieren. Das ist eigentlich auch der Hauptgrund für meine Reaktion auf deinen Artikel.
      5. „Ich weiß aber nicht, wie repräsentativ diese subjektive Erfahrung aus deiner Umgebung ist.“
      Hab ich ja auch nicht behauptet, Ich führe es als weiteres Indiz an zu den beiden Studien zum Pornokonsum durch Frauen.
      6. „Die haben dadurch ja nicht automatisch weniger Sex oder weniger sexuelle Fantasien. Vielleicht aber andere? Eine Studie hierzu suche ich noch, vielleicht weißt du mehr?
      Puuu, sehr schwer. Ich hab hier eien Liste von Links zu sexuellen Fantasien von Frauen, vielleicht findest du da was.
      https://www.tbordeme.de/fun-sex-facts-002/

      Grüße, Tom

      PS: danke nochmal, dass du dich der Diskussion stellst. Ist ja heutzutage leider die Ausnahme.

  2. Hahaha!
    Ich las die Überschrift und in meinem Kopf ging schon der Rant los: Ich will keine Pornos „für Frauen“ gucken, die sind langweilig. Ich will was Kurzes, Knackiges. Es muss zur Sache gehen. Ich will keine „Geschichte“, ich will einfach sehen, wie ein Frau gefesselt, gefickt, etc. wird und mir vorstellen, ich sei sie.
    Es war schön, mich in dem Artikel so bestätigt zu sehen. (Btw: Is mir doch egal, wie der Rest vom Typen aussieht, es braucht seinen Schwanz und seine Hände, fertig.)
    Bento…

    1. hehe, reingelegt :p

      interessant dass dir „Schwanz und Hände reichen. Mir ist auch (fast) egal, wie die Frau aussieht. Viel wichtiger ist mir abgesehen von der Kinky Action, wenn man ihr ansieht, dass sie Spass“ hat oder sie überzeugend so tut als ob.

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