Sex und Intelligenz

Es dürfte längst kein Geheimnis mehr sein: Das Hirn ist das wichtigste Sexualorgan. Ausserdem ist es die größte erogene Zone, zumindest gemessen an der Zahl der Nervenzellen, (die zugegeben nicht immer, nicht zwingend alle, und schon gar nicht bei jedem und bei jeder Art von Sex beteiligt sind).

Aber wie es anders herum aussieht, darüber hat bisher kaum jemand nachgedacht. Welche Auswirkungen hat Sex auf die Intelligenz? Einige Biologen beschäftigen sich mit dieser Frage, Neurologen natürlich auch und Psychos sind wie immer auch mit von der Partie:

Es gibt einige Hinweise, dass Sex schlauer macht. Forscher in Maryland und Südkorea haben vor kurzem festgestellt, dass sexuelle Aktivität bei Mäusen und Ratten die geistige Leistungsfähigkeit erhöht. Außerdem hat sich gezeigt, dass die Produktion neuer Neuronen im Hippocampus durch Sex angeregt wird. Letzeres wirkt sich unmittelbar positiv auf das Langzeitgedächtnis aus und wirkt zudem als Antidot gegen chronischen Stress.

Sex scheint also – zumindest im Tierversuch – förderlich für die Bildung neuer Hirnzellen. Das ist schon mal was, oder nicht? Aber es gibt noch mehr: In den Medien werden uns doch ständig Negativ-Beispiele um die Ohren gehauen. Pornosüchtige Freaks, die ihr Leben nicht mehr auf die Reihe kriegen. Neurowissenschaftler an der University of Texas haben vor kurzem soga argumentiert, dass übermäßiger Pornokonsum zu dauerhaften „anatomischen und pathologischen“ Veränderungen im Gehirn führen. Das stellte sich jedoch als Humbug heraus und  wurde von Forschern an der University of California, widerlegt, die den Texanern übermäßige Freiheit in der Beweisführung und irreführende Interpretationen neurowissenschaftlicher Forschung attestierten.

Ein weiterer Mythos ist, dass „Testosteron-Vergiftung“ Männer dumm macht. In einer Studie in der Zeitschrift Neuropsychologia wurde die Konzentration von Testosteron im Speichel präpubertärer Jungen gemessen. Darunter waren einige die intellektuell hochbegabt waren, mit einem IQ über 130, einige mit durchschnittlichem IQ und solche mit einem IQ von weniger als 70 (wir sprechen hier von Fällen leichter bis schwerer Intelligenzminderung). Das überraschende Ergebnis: Jungen mit durchschnittlicher Intelligenz hatten signifikant höhere Testosteronspiegel als die Gruppe mit minderem oder besonders hohem IQ.

Dieses Ergebnis deckt sich mit einer anderen Studie, die besagt, dass Menschen mit besonders niedrigem IQ und besonders hohem IQ haben weniger Sex als durchschnittliche intelligente Personen.

Und was lernen wir daraus? 

Kann ich euch nicht sagen, was ich euch allerdings sagen kann, ist folgendes:

intelligence is sexy

Um noch mal alles zusammen fassen:

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 noch ein Tipp:

buch ins bett

und zum Abschluss noch eine kleine Anekdote (die auch in Richtung der KSL geht, die mich übrigens dazu inspiriert hat, mit ihrem Beitrag, endlich mal diesen Beitrag zu schreiben. Wozu sammle ich denn seit Monaten all diese Links, wenn nicht, um Euch darbüer zu berichten  ):

Ich kannte den Begriff Sapiosexuality, aber der Begriff Sapiophilistin ist mir auch erst vor ca. zwei Jahren begegnet, nämlich in einem SM-Forum. Und zwar in einem Chat-Fenster, das plötzlich im Browser auf poppte.
„Hey, ich bin Sapiophilistin“ stand da, und war geschrieben von einer mir bis dahin unbekannten Person. Was macht man mit so einer Botschaft? Genau: Tante Google anwerfen. Also erstmal natürlich die Sauerei wegmachen! Mir ist nämlich erstmal der Joghurtlöffel aus dem Mund gefallen. Danah googlen, es ist schließlich so, dass mein Latinum schon eine ganze Weile her ist. Gut ‚Sapio‘, kennt man zwar noch irgendwie, z.B. von“Homo Sapiens“, der vernunftbegabte Mensch, und so. Aber wenn man sich in so einem Fall irrt, wäre doch superpeinlich. Nachdem ich meiner Sache sicher war, schrieb ich natürlich zurück, dass sie bei mir genau richtig sei und im Verlaufe des Gesprächs stellte sich dann heraus, dass ein kleines Geschichtchen, das ich dort gepostet hatte, sie zu dieser ‚Anmache‘ motiviert hatte. Übrigens: eine Weile lang hatten wir echt anregende Gespräche, in jeder Beziehung, aber dann verschwand sie plötzlich komplett von der Bidlfläche. Deshalb ist das hier auch ein Shout-Out an die unbekannte sapiosexuelle Lady: „Hoffe es geht dir gut. Meld dich doch mal wieder.“ Dieses kleine Geschichtschen handelte übrigens von zwei Menschen, die sich zufällig in einer Bibliothekt begegnen.

Links:

Heise: Sex und I.Q.

PubMed: Sexual activity counteracts the suppressive effects of chronic stress on adult hippocampal neurogenesis and recognition memory.

PubMed: Sexual experience restores age-related decline in adult neurogenesis and hippocampal function.

SNI: Pornography addiction: A neuroscience perspective

SNI: Neuroscience research fails to support claims that excessive pornography consumption causes brain damage

JSR: Pornographic picture processing interferes with working memory performance.

PubMed: Intelligence and salivary testosterone levels in prepubertal children.

usw

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