Der Auftrag – Leseprobe aus Limit

Achtung: Diese Leseprobe enthält unter Anderem auch Beschreibungen von Gewalt, sowie erniedrigenden sexuellen Handlungen. Wenn Sie von derartigen Beschreibungen abgestossen sind, sollten Sie nicht weiterlesen .

 Der Auftrag

Die Liebe einer masochistischen Auftragskillerin. 

– 1 –

Der Mann mit der dunklen Sonnenbrille umarmte die blonde Frau innig. Sie ihrerseits hob den Kopf, um ihn auf die Wange zu küssen.
Er zog sie an sich und flüsterte etwas in ihr Ohr. Einem aufmerksamen Beobachter wäre aufgefallen, dass sie errötete, doch einen solchen gab es nicht. Niemand nahm von dieser Szene Notiz, wie sie sich täglich vieldutzendfach abspielen mochte, hier am Gare du Nord, dem größten Bahnhof Europas. Niemand außer den Kameras, von denen es allein an diesem Bahnsteig, an dem der Eurostar-TGV aus London im Zweistundentakt ein- und ausfuhr, ein halbes Dutzend gab. Sie mochten ein Liebespaar sein oder Vater und Tochter. Ohne Hast schritten sie über den Bahnsteig zu der gigantischen Halle, die den Kopf des Bahnhofs bildete. Ein Paar wie viele andere unter den 400.000 Pendlern und 100.000 Reisenden, die dieses Gebäude täglich frequentierten. Seinen Arm locker über ihre Schulter legend, dirigierte er sie hinaus aus dem Bahnhof, zu einem nahe gelegenen Parkhaus, wo sie einen dunklen Jeep bestiegen.
Ihr gemeinsamer Weg war von Dutzenden Kameras aufgezeichnet worden, ohne dass eine Auffälligkeit verzeichnet worden wäre. Die Bilder zeigten die Ankunft einer Frau in einem einteiligen Kleid aus feiner, grauer Wolle. Sie trug kniehohe Stiefel aus schwarzem Leder, ließ sich mit gesenktem Blick von ihrem Begleiter führen, weshalb ihr Pony immer wieder über die Stirn fiel und das Gesicht verdeckte. Der Mann hatte ihr den Blick zugewandt, allem Anschein nach lauschte er ihren Worten interessiert. Er trug Jeans, ein helles Leinensakko und einen Strohhut mit einer breiten Krempe. Keine der zahlreichen Kameras hatte ein einziges Bild geschossen, das eine Identifizierung ermöglicht hätte, auch nicht mit einer Gesichtserkennungssoftware.
Den Hut setzte der Mann erst ab, als sie die Stadtgrenze passiert hatten. Er schaltete den CD-Player ein, Brahms Doppelkonzert für Violine, Violoncello und Orchester – Opus 102 – erklang aus den Lautsprechern. Sie nahm das Booklet der CD aus der Mittelablage und studierte es aufmerksam. Darin fand sie zwei Karten für eine Aufführung des Stückes an der Bonner Philharmonie, auch die beiliegende Übersetzung einiger Kritiken aus der deutschen Presse las sie sorgfältig. Die Karten waren auf jenen Namen ausgestellt, unter welchem sie heute aus London angereist war – für sie ein hieb- und stichfestes Alibi, weil eine andere Frau das Konzert damit besuchen würde.
Auch als die Musik nach einer halben Stunde verstummt war, setzten sie die Fahrt schweigend fort. Nachdem sie französische Grenze passiert hatten, durchquerten sie das Großherzogtum Luxemburg und erreichten die Mosel. Nach einer weiteren Stunde Fahrt erreichte der alte Jeep endlich sein Ziel, eine kleine Anhöhe in der Vulkaneifel, auf der sich ein einsames Ferienhaus im Stil einer Blockhütte fand, gut geschützt durch ein Fichtenwäldchen, an welches brachliegende Felder angrenzten. Die nächstgelegene Ansiedlung, ein 200-Seelen-Ort namens Udler, lag etliche Kilometer entfernt in einem Tal.
Beide stiegen aus dem Wagen. Stumm beobachtete der Mann, wie sie ihren Blick über das Gelände schweifen ließ. Als sie sich ihm zuwandte, sagte er:
»Es ist sicher. Ich war vor drei Wochen hier und noch einmal vor fünf Tagen. Habe alles bis zu den umliegenden Hügeln abgesucht. Keine Fußspuren oder sonstige Anzeichen unerwünschter oder zufälliger Besucher.« Zweifelnd blickte sie ihn an und sagte:
»Besser, wir suchen noch einmal alles ab!«
Ohne eine Miene zu verziehen, schüttelte er den Kopf und ging voraus zum Blockhaus. Sie beobachtete, wie er einen Tablet-Computer aus seiner Schultertasche zog und auf die Treppe vor dem Eingang legte. Er griff unter die Stufen, lockerte mit bloßen Fingern die Erde und zog eine Box hervor, die in ein Wachstuch eingeschlagen war. Er schloss sie mit einem Kabel an und reichte ihr den Computer. Das Display zeigte nun eine Karte des Geländes. Um das Blockhaus herum waren in drei Kreisen rote Punkte erkennbar, von denen einige leuchteten. Sie berührte einen dieser Punkte, ein Infrarotbild erschien. Ihr Finger glitt über das Display, bis sie im Menü den Eintrag ›alle relevanten Ereignisse anzeigen‹ fand. Nun zeigte das Tablet ein Fotoalbum für jeden der blinkenden Punkte, Bewegungsmelder mit integrierten Kameras. Jedes ›Ereignis‹ war mit jeweils zwei Bildern dokumentiert. Sie blätterte mit raschen Wischbewegungen durch alle Alben. Konzentriert betrachteten beide die Bilder, auf denen Vögel, ein paar Füchse, Igel und Hasen zu sehen waren.
Einmal wies er sie an, zurückzublättern zu einem Bild, das einen Hasen zeigte, der an einer Pflanze knabberte. Sie studierte es aufmerksam, ohne etwas Ungewöhnliches entdecken zu können. Er vergrößerte einen Bildausschnitt und deutete auf einen hellen Fleck im Hintergrund. Sie erkannte zwei Schmetterlinge, die sich auf einem Wundkleehalm niedergelassen hatten, und deren weiße Flügel mit einem Muster aus dunklen Punkten gesprenkelt waren.
»Cupido Minimus oder Zwergbläuling«, stellte er fest. Als sie ihn verwundert anblickte, fügte er hinzu: »Eine bedrohte Art, die in dieser Region schon lange als ausgestorben gilt.«

Als alle Alben gesichtet waren, nickte sie dem Mann zu:
»Gut, alles sicher.«
Daraufhin kroch er unter die Veranda, wo ein großer Schminkkoffer mit Gurten fixiert war. Die Frau nahm den Koffer und stellte ihn auf den Tisch. Als der Mann sich setzte, öffnete sie den Koffer, hob das obere, mit zahlreichen Unterteilungen versehene Fach heraus und stellte es zur Seite. Dem unteren, mit Schaumstoff ausgelegten Teil entnahm sie mehrere, in geöltes Tuch gehüllte Gegenstände, die sie auswickelte und vor sich auf dem Tisch ausbreitete.
»Schwedisch?«, fragte sie.
Er nickte und antwortete:
»Die ursprüngliche Konstruktion ist schwedisch, bis auf einige Teile habe ich alles mehr oder weniger stark modifiziert.«
Sie verschraubte zunächst Schalldämpfer und Rohr, setzte beides zusammen auf das Gehäuse, das, mit Griff und Verschluss, das größte Bauteil bildete. Anschließend befestigte sie erst Schulterstütze, dann Zielfernrohr, die beide mit einem kaum hörbaren Klicken einrasteten. Sie legte ihre Finger auf die Magazine.
»6,5 x 55 mm! Polizeimunition aus polnischen Beständen«, erklärte er, erntete einen verständnislosen Blick, und führte weiter aus:
»Die Ballistiker werden rasch merken, dass die Ladungen modifiziert sind. Aber es wird sicher einigen zu denken geben und die Verschwörungsfreaks allemal auf den Plan rufen.«
Sie lächelte und schob ein Magazin beiseite, das mit rotem Klebeband markiert war.
»Vollmantel?«, fragte sie, er nickte und antwortete:
»Quecksilber!«
»Werde ich nicht benötigen, aber danke.«
Sie schob das zweite, nicht mit Klebeband markierte Magazin ein. Beide erhoben sich, und sie folgte ihm wortlos durch das Wäldchen hinter dem Blockhaus hinab zu einem brach liegenden Feld. Als sie dessen Rand erreicht hatten, blieb er stehen, nahm einen Feldstecher aus seiner Tasche und zeigte auf die gegenüberliegende Seite, wo eine abgestorbene Wurzel aus dem Boden ragte. Sie legte das Gewehr an und nahm die Wurzel ins Visier.
»Bis zur Wurzel sind es genau 150 Meter, zwei Fingerbreit rechts dahinter ein Baum, 160 Meter. Am Fuß des Baumes steht ein Blecheimer.« Sie justierte das Zielfernrohr, stellte die Füße etwas auseinander, drückte das Gewehr an ihre Schulter, atmete einmal hörbar ein und gab den ersten Schuss ab. Der Knall erreichte die Lautstärke ineinander klatschender Hände, was sie mit einem anerkennenden Nicken quittierte.
»Exzellente Arbeit und kaum Rückschlag«, stellte sie fest und nahm das Gewehr von der Schulter.
»Zwei Handbreit links«, kommentierte er und sie begann, die Optik zu justieren. Beim nächsten Schuss traf sie den Rand des kleinen Eimers, mit dem Dritten dessen Mitte. Die beiden nächsten Projektile waren ebenfalls Volltreffer. Zufrieden drückte sie ihm das Gewehr in die Hand.
»Ein Einzelschuss und einen Feuerstoß bitte«, sagte sie und stapfte los, über das Feld in Richtung des Baumes. Das Gewehr an der Schulter beobachtete er sie durch das Visier. Als sie die Wurzel erreicht hatte, dirigierte er sie mit der Hand zwei Schritte nach rechts, da sie unmittelbar in der Schusslinie stand. Länger als nötig betrachtete er ihr Gesicht durch das Zielfernrohr. Sie wirkte entschlossen, nur das Pulsieren der Halsschlagader verriet ihre Anspannung. Der Anflug eines Grinsens huschte über sein Gesicht. Sie war die einzige seiner Klienten, die auf diesen Test bestand, und sie verlangte ihn jedes Mal, bei jeder Waffe mit Schalldämpfer, was ihm eine gewisse Bewunderung abnötigte. Er visierte das Ziel an, gab einen einzelnen Schuss ab, wartete, bis der Knall verklungen war, und ließ den Feuerstoß folgen. Zwei Projektile trafen die Mitte des Eimers, beim Dritten, einem Streifschuss, fiel er scheppernd um.
Die Frau grub die beiden Projektile, die nicht getroffen hatten, mit einem Taschenmesser aus dem Boden. Sie legte sie in den Eimer, der mit schweren Schrauben und Stahlwolle gefüllt war. Als sie die andere Seite des Feldes erreichten, nahm der Mann ihr den Eimer ab.
»Exzellent. Nicht lauter, als ein umfallender Koffer. Unmöglich, den Schützen zu lokalisieren«, erklärte sie, während sie durch den Wald zurückgingen. Als sie die Blockhütte erreicht hatten, legte der Mann das Gewehr auf den Tisch und ging zum Wagen.
Sie setzte sich, zerlegte das Gewehr und reinigte es. Als sie die Bauteile eingeölt und wieder im Koffer verstaut hatte, griff sie nach ihrer Halskette, deren Anhänger in ihrem Ausschnitt verborgen war. Sie löste einen Ring von der Kette und schob ihn über ihren rechten Mittelfinger.
Mit einer Kühlbox kehrte der Mann vom Wagen zurück, in dem er den Eimer mit den Projektilen verstaut hatte.

– 2 –

»Baguette, Käse, Salami, Perrier und – voilà – Beaujolais Primeur.«
Er breitete den Inhalt der Kühlbox auf dem Tisch aus und rammte ein Messer in die Tischplatte. Der geschäftliche Teil des Treffens war nun beendet. Umso mehr wunderte sie sich, über seine Frage, während er das Brot schnitt:
»Ich habe gehört, du hast einen weiteren Auftrag?« Sie schüttelte den Kopf, griff nach dem Wasserglas, kaute genüsslich Käseecken und Brotstücke, er schenkte Rotwein ein und schob ein Glas über den Tisch. Sie tranken und sahen sich an, dann sagte er es leise, dieses eine Wort, das sie erstarren ließ, obwohl sie damit gerechnet hatte, gewusst hatte, dass er es sagen würde:
»Mathilda!«
Mathilda, den Namen, den sie sich damals bei der ersten Begegnung selbst gegeben hatte. Hinter ihr stehend, hatte er Seile um ihre Arme geschlungen, sich über sie gebeugt und in ihr Ohr geflüstert:
»Ich brauche einen Namen für dich. Einen festen Namen. Einen, der dir etwas bedeutet.« Er hatte schon damals alles vorausgesehen. Dass sie miteinander ›spielen‹, sich danach geschäftlich wiedersehen würden, sie bei jedem ihrer zukünftigen Besuche einen anderen Decknamen benutzen würde und sie gemeinsam ihrer dunklen Lust frönen würden, immer und immer wieder.
Geflüstert hatte sie ihn, den Namen, den sie nur aus einem französischen Film kannte.
»Jack«, sagte sie leise, stellte das Weinglas ab und senkte den Blick. Er stand auf und stellte sich hinter sie. Mathilda legte ihre Hände auf die grobe Tischplatte und betrachtete den Ring. Ein breiter Stahlreif mit einer stilisierten Schelle auf einer Kugel. Jacks Finger strichen über ihr Haar nach vorne. Vorsichtig begann er zu ziehen, bis sich der Klebestreifen zu lösen begann, mit dem ihre Perücke direkt unterhalb des Haaransatzes auf ihrer Stirn befestigt war. Er hob die Vorderseite an und löste die Klammern, mit denen Fremd- und Eigenhaar verflochten waren. Schließlich legte er die Perücke zur Seite und begann die Haarbänder zu lösen, bis ihr Haar über die Schultern herabfiel. Zärtlich kämmte er mit den Fingern durch die lange Mähne, die dunkel im Schein der Abendsonne schimmerte. »Steh auf, Mathilda! Dreh dich um!«
Er stand direkt vor ihr, seine Hand strich sanft über ihre Stirn, an der noch Reste des Klebers hafteten. Oberhalb des Klebstoffs war der natürliche, etwas dunklere Teint zu sehen. Wie immer war er erstaunt über ihre Wandlungsfähigkeit: Die hübschen, aber nicht markanten Gesichtszüge, die es ihr erlaubten, sich mit Schminkstift und Puder in eine völlig andere Person zu verwandeln. Eine Fähigkeit, die sie für Pawels Organisation unentbehrlich machte.
»Die Kontaktlinsen!«, befahl er, und sie wandte den Kopf zur Seite. Als sie ihn wieder ansah, schimmerten ihre dunklen Augen glasig und eine einzelne Träne löste sich. Er strich sie mit dem Daumen weg und verwischte damit das Make-up. ›Sie ist so wundervoll‹, dachte er, ›vielleicht ist sie so hübsch, weil sie so durchschnittlich ist.‹ Einen Moment lang gab er sich dem Gedanken hin, alles hinter sich zu lassen und mit ihr ein anderes Leben zu beginnen. Er fragte sich, ob auch sie schon einmal solche Gedanken gehabt hatte, doch in ihren dunklen Augen sah er nichts als Entschlossenheit. Genau die gleiche professionelle Entschlossenheit, die er vorher gesehen hatte, als sie sich direkt in die Schussbahn neben das Ziel gestellt hatte, um den Schalldämpfer zu testen. Sie war bereit, sich ihm hinzugeben, sich auszuliefern mit jeder Faser.
Er nahm das Messer vom Tisch, drückte die Klinge in ihre Halsbeuge und führte sie von dort nach unten zum Ausschnitt des Kleides. Dort, wo der Stahl sie berührte, breitete sich Gänsehaut aus. Das Messer glitt tiefer, ein Knopf fiel zu Boden, dann der nächste. Unbeirrbar wanderte die Messerspitze weiter nach unten, bis alle Knöpfe zu Boden gefallen waren. Mathilda hörte, wie das Messer ins Holz gerammt wurde, dann griff er nach seinem Rucksack.
Wieder spürte sie kalten Stahl, dieses Mal an ihrem Oberschenkel. Er glitt am Bein nach oben, über ihren Bauch zu ihrer Brust. Erst als sich etwas über einen Nippel stülpte, wurde ihr klar, dass es sich um eine Waffe handeln musste. Die Mündungsöffnung einer Pistole, einer großen Pistole, wie sie realisierte, während er sie unaufhörlich mit dem tödlichen Instrument streichelte. Zärtlich glitt der kalte Gegenstand über ihre Haut. Feine Härchen richteten sich auf, Mathilda spürte die Berührung bis in die letzte Faser ihres Körpers. Sie spürte die Krümmung der Mündungsöffnung, den kantigen Vorderteil des Laufes, das leichte Zwicken des Korns. Fast meinte sie, die eingestanzte Schrift fühlen zu können, als er die Waffe zur Seite drehte, die Hand auf ihren Bauch legte und sie auf den Tisch drückte.
Mathilda versank in einem Strudel aus Emotionen, wurde fortgerissen in Träume und Erinnerungen, die sie längst vergessen glaubte. Erinnerungen an jenen Tag, als ein maskierter Mann im Geschäft ihres Vaters aufgetaucht war. Zunächst hatte der Vater sich geweigert, den Tresor zu öffnen. Erst als sie, die Tochter, mit der Waffe bedroht worden war, hatte der Vater nachgegeben. Die Mutter hatte geweint und sich selbst dem Mann im Austausch gegen die Tochter angeboten. Mathilda erinnerte sich genau. Sie war entsetzt, beinahe eifersüchtig gewesen wegen dieses Vorschlags.
Die dunklen Augen in den Öffnungen der Skimaske hatten sie fixiert, als der Revolver gegen ihre kaum entwickelte Brust gedrückt worden war. Es war aufregend und zugleich erregend gewesen. Beinahe war sie enttäuscht, als der Vater schließlich den Tresor doch noch geöffnet und dessen Inhalt dem Mann im Austausch gegen sie überlassen hatte. Das Ereignis hatte die Selbstachtung des Mannes, der seine Familie nicht hatte beschützen können, zerstört, und damit auch die Familie. Und doch hatte dieses Erlebnis Mathilda wie kein anderes geprägt: Ihre Faszination für Waffen, ihre Berufswahl, ja sogar ihre Neigung, ihren Hang zu extremen Spielen, zur Unterwerfung und ihren Masochismus – für all das, so glaubte sie jedenfalls, schien damals der Grundstein gelegt worden zu sein.

Früher hatte sie sich dafür geschämt, sich mit Erregung an jenes Ereignis zu erinnern, das ihren Vater in den Alkohol getrieben hatte, jetzt tat sie das nicht mehr. Bereitwillig sank sie nach hinten, als Jack seine Hand sacht gegen ihren Brustkorb drückte. Automatisch nahm sie die Beine nach oben und spreizte sie weit, als sie auf der Tischplatte lag. Sie war bereit, mehr als bereit, was auch für Jack unübersehbar war, der die Mündung am Saum ihres Slips entlanggleiten ließ, den Stoff zur Seite schob, bis der kalte Stahl die heiße Haut berührte. Sie zuckte zusammen, als sich die breite Unterseite des Laufes auf ihre Schamlippen legte und nach oben drängte. Feuchtigkeit drang aus ihrer Spalte, bei der ersten, beinahe schmerzhaften Berührung des Stahls mit ihrer Klitoris. Ihr Körper bog sich durch, der Unterleib reckte sich ihm gierig entgegen. Die Waffe glitt über ihre sensible Haut, immer wieder vor und zurück.
Ihrem Mund entfuhr ein dumpfes Keuchen, als Jack die Mündung gegen ihre Scham drückte. Der stumpfe Schmerz setzte ihre Labien in Brand, Lust rollte wie eine Feuerwelle über ihren Körper. Jack ließ sich Zeit, er quälte sie, reizte jeden Millimeter ihrer empfindlichen Vulva. Mal ließ er die Waffe mit heftigen Bewegungen über ihren Schamlippen gleiten, drückte dann die Mündung wieder gegen die Öffnung ihres Geschlechts. Er schürte Mathildas Hoffnungen, die die Penetration ebenso sehr herbeisehnte, wie fürchtete. Sie wusste längst, dass es sich um eine ›Desert Eagle‹ handeln musste, eine großkalibrige Halbautomatik. Ihr war klar, dass Jack dieses Monstrum von einer Pistole eigens für diesen Zweck angeschafft haben musste. Ein Profi wie er hatte keine Verwendung für dieses Modell, das unhandlich war und als unzuverlässig galt. Wegen der martialischen Ausmaße wurde sie gerne von Filmproduzenten eingesetzt und Möchtegern-Gangstern benutzt.
Jack hielt die Pistole nun seitlich und nutzte den Lauf als Schlaginstrument. Er deckte den gesamten Bereich zwischen ihren Beinen mit genau dosierten Schlägen ein, bis ihre Haut sich dunkelrot gefärbt hatte. Mathilda biss auf ihre Lippen und versank in einem Meer aus Schmerz, was ihre Lust aber nicht minderte. Dann drückte Jack die Mündung erneut auf den Spalt zwischen den Schamlippen, dieses Mal stoppte er die Vorwärtsbewegung nicht. Unaufhaltsam schob er das tödliche Instrument in ihre Vagina. Mathilda bäumte sich auf, der neue Schmerz der Penetration entfachte ihre Lust, als würde Benzin über glühende Kohlen gegossen. Mathildas Stöhnen hallte dumpf durch das Tal, sie spürte jede Riefe im Metall, jede Kante, jeden noch so feinen Grat, der an ihren geschwollenen Labien entlangglitt. Die Reibung des Korns in ihrem Inneren ließ ihren Atem stocken. Sie spürte den Dehnungsschmerz, wenn der Lauf der monströsen Waffe tief in sie hineindrängte, verharrte, sich wieder zurückzog und wieder hineinfuhr, bis der Abzug gegen ihren Damm drückte und die Vorwärtsbewegung stoppte. Mathildas Stöhnen zeugte von ihrer steigenden Lust, ebenso wie das obszöne Schmatzen, das die Pistole verursachte.
In der Rückwärtsbewegung griff Jack nach dem Schlitten und zog ihn mit einem Ruck zurück. Die Kugel wurde aus dem Patronenlager gezogen und landete auf Mathildas Bauch. In der Vorwärtsbewegung ließ Jack den Schlitten wieder los, wodurch dieser nach vorne schnellte. Mathilda schrie auf vor Schreck, Schmerz und Geilheit. Das Magazin fasste neun Patronen. Ebenso oft wiederholte er den Vorgang und brachte Mathilda damit an den Rand eines Höhepunkts.
Sie schnaufte enttäuscht, als er ihr die Waffe entzog. Sie biss sich erneut auf die Lippen. Zu gern hätte sie ihn angefleht, weiterzumachen, sie zu ficken, bis sie explodierte. Doch seine Regeln verboten, dass sie sprach, und daran hielt sie sich, auch wenn es ihr dieses Mal viel schwerer fiel als sonst. Jack griff in ihren Haarschopf. Mathilda jaulte, als er sie von der Tischplatte zu Boden zog. Er drückte sie auf alle viere und zerrte sie am Haar hinter sich her, durch hohes Gras zu dem kleinen Fichtenhain, wo junge Triebe kreuz und quer zwischen ausgewachsenen Bäumen aus dem Boden ragten.
»Hoch mit dir!«, befahl Jack leise. Aus seinem Rucksack entnahm er zwei mit Leder unterfütterte Stahlringe, die er um ihre Handgelenke einschnappen ließ. Er befahl ihr, die Arme nach oben zu strecken. Mathilda stand unter einem der ausgewachsenen Bäume, um dessen Stamm ein einfacher Strick geschlungen war. Als er diesen löste, sanken zwei Ketten aus dem Geäst herab, die er in die Ösen an ihren Handfesseln einhakte. Jack zog an dem Strick, bis sich die Ketten spannten, stemmte sich gegen Mathildas Gewicht, zog das Seil stramm, bis nur noch ihre Zehenspitzen den Boden berührten. Aus seiner Tasche brachte er zwei kurze Seile und Stahlringe zum Vorschein, die er an ihren Schenkeln oberhalb der Knie befestige. Durch die Ösen an den Beinfesseln fädelte er Seile, welche er um zwei Stämme schlang, die links und rechts von Mathilda standen, spannte sie bis ihre Oberschenkel beinahe horizontal gespreizt waren.
Aus dem hohen Gras unter Mathilda ragte der junge Trieb einer Fichte empor, der ihr bis zu den Brüsten reichte. Schmerzhaft rieb die Rinde dieses Triebes über ihre Haut, als Jack hinter sie trat. Er griff in ihr Haar, zog ihren Kopf nach hinten und küsste sie grob.
»Bist du bereit?«, fragte er und griff von hinten zwischen ihre geöffneten Beine. Sie nickte und keuchte erregt, während er ihre tropfende Scham betastete.
Jack war einen Schritt zurückgetreten. In seiner Hand hielt er nun einen daumendicken Stock. Er hatte den etwa 90 cm langen Trieb von Blättern und Zweigen befreit, das Schlaginstrument lag gut ausbalanciert in seiner Hand. Er ließ es zweimal durch die Luft zischen, dann drückte er das elastische Jungholz gegen ihr Fleisch. Die Haut ihrer Pobacken rötete sich leicht, als die Rinde darüber glitt. Als der Stecken auf ihre Haut klatschte, leerte sich ihre Lunge explosionsartig. Fünfmal wiederholte sich dieser Vorgang, wobei Jack fünf breite Striemen perfekt horizontal auf der rechten Pobacke hinterließ. Nachdem Jack zur linken Seite gewechselt hatte und auch auf dieser fünf breite Striemen leuchteten, gönnte er Mathilda eine Pause. Sie musste den Stock zwischen ihre Lippen nehmen und durfte ihn nicht verlieren. Jack biss ihr in den Nacken, während seine Hände über die heißen Pobacken wanderten. Mathilda wimmerte, als seine Fingernägel jede einzelne Strieme nachzeichneten, sie zuckte zusammen, als seine Hand mehrfach grob auf ihre Hinterbacken knallte. Dann glitt sie nach unten, grob stieß er zwei Finger in ihre Möse. Mathilda schnappte nach Luft, schnaubte und stieß die Atemluft durch die Nase aus. Als sie sicher war, den Stecken nicht zu verlieren, presste sie ihren Leib fieberhaft den Fickbewegungen von Jacks Hand entgegen und seufzte frustriert, als seine Finger sich ihr wieder entzogen.

….

Limit v15 small

Ein Gedanke zu „Der Auftrag – Leseprobe aus Limit“

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.