Datenschutz bei smarten Sextoys?

 

Der U-förmige Vibrator 4 Plus aus dem Hause WeVibe ist ein modernes Sextoy mit erstaunlichen Eigenschaften:
– er stimuliert den G-Punkt von innen und klitoral von außen gleichzeitig
– ist steuerbar per Fernsteuerung oder Smartphone-App
– verfügt über 2 Motoren mit 6 Vibrationsarten
– ist wasserdicht und wiederaufladbare Batterie sind integriert
– ist gegeignet für die Unterhaltung allein oder zu zweit, wobei das in der Vagina der Frau eingeführte Spielzeug auch den Penis des Mannes während der Penetration mit seinen Vibrationen beglückt.

Bei den Vibrationen kann man aus mehreren Modi (Pulse, Wave, Tide, Echo usw.) wählen, dieses in verschiedene Intensitäten. Diese Modi kann man nach den eigenen Vorlieben kombinieren oder sogar eigene Profile erstellen. Gegen Aufpreis erhält man ein Modell, das sich mit einer Audioapp auf dem Handy koppeln lässt, sodass man sich zu den Klängen seiner Lieblingsband beglücken kann. (siehe Bild unten)

 

Der 4 Plus bei Amazon
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Für Liebhaber von Dom/sub Spielchen empfiehlt sich das das Gerät wegen des Fernsteuerungsodus. Hierbei kann der Dom den Vibrator (in) der Sub durch eine App auf seinem Smarthone steuern. Dazu muss sie einmalig den Dom dazu autorisieren und natürlich muss ihr eigenes Handy per Bluetooth mit dem Vibrator gekoppelt sein.
Die Möglichkeiten sind vielfältig. Gut geeignet für Spiele von Paaren in Fernbeziehung oder auch für gemeinsame Ausflüge. Da sich der Vibrator unaufällig unter Kleidung tragen lässt, drängt sich diese Verwendung geradezu auf.
Ich stelle mir einen Frühlingstag vor, einen Ausflug, vielleicht einen Spaziergang an der Uferpromenade mit Besuch im italienischen Eiscafé. Oder wir flanieren durch die Altstadt. Wenn wir Glück haben, ist verkaufsoffener Sonntag. Sollen wir mal in diesen Shop, die haben doch diese sexy Unterwäsche?

Aber gut ich schweife ab.

Eigentlich soll es in diesem Blogbeitrag ja über Datenschutz gehen.

Die Smartphone App sendet Daten an den Hersteller. Der versichert natürlich, dass die Daten nicht personenbezogen gespeichert werden und gegen Hackerangriffe geschützt seien. Das hat Yahoo auch gesagt oder Adobe oder … oder … Bis auf einmal die Passworte von 3 Millionen Useraccounts im Netz kursierten.

Welche Daten sammelt die App?
Häufigkeit und Dauer der Anwendung
Intensität/Modus der Vibrationen
Art der Benutzung (Steuerung per Eigen- oder Fremdhandy)
Temperatur

Dass diese Daten erhoben werden, finde ich übrigens nachvollziehbar. Das ist eine wichtige Information für den Hersteller, um zukünftige Geräte-Generationen zu verbessern. Problemtisch ist es trotzdem, wer will schon, dass solche Daten kursieren. Und wer vertraut heutzutage noch Herstellerbeteuerungen?

Zum Verhängnis wurde dem Hersteller die Informationspolitik. Das befand jedenfalls ein Gericht in Chicago, der einer Sammelklage zuließ, weil die Datensammlung ohne Einverständnis der Nutzer stattfand. Inzwischen hat der Hersteller einem Vergleich in Höhe von 5 Millionen Dollar zugestimmt.
Wer die App genutzt hat, kann bis zu 10.000$ bekommen, wer das Gerät ohne die App genutzt hat, bekommt »nur« den Kaufpreis zurück.
Finde ich fair.
Käufer in Deutschland gehen leider leer aus.
Finde ich unfair.
Der Hersteller hat die App inzwischen nachgebessert. Es gibt deutliche Warnhinweise wegen der Sammlung der Daten, und man kann zwischen mehreren Sicherheitseinstellungen wählen. Sprich man kann auswählen, ob und welche Daten übertragen werden.

Käme ein smartes Sextoy für Euch in Frage oder schließt ihr das kategorisch aus. Wie steht ihr dazu? Habt ihr vielleicht schon Erfahrung mit solcherlei Spielzeug? Wenn ja, lasst es mich wissen.

 

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8 Gedanken zu „Datenschutz bei smarten Sextoys?“

  1. … jetzt soll sogar ein „smartes“ Kondom auf den Markt kommen, sagt wenigstens das Sektorradio. Misst Stossstärke, Stossfrequenz, errechnet den Kalorienverbrauch und was weiß ich noch.
    Weil’s wohl ziemlich teuer wird soll’s sogar ne Mehrwegverpackung sein (allerdings weiß ich nicht ob drauf Pfand …. 😉 )

      1. O.o ist der Artikel ernst gemeint? Ich glaube da verwechselt jemand Sex mit Fitnessstudio! Ja gut ersteres macht erheblich mehr Spaß und gute Laune aber pfft. Es gibt Daten die interessieren mich wirklich nicht aus vielen Gründen und das sind genau so welche 😣 Ich sehe schon den Urologen Zulauf

        1. ich hab irgendwo ne halbfertige Drexler-Episode über ….

          … sagen wir mal so. Mir ist mal folgendes passiert: Und zwar wollte ich joggen gehen, hab mich auf ner Treppe am Haus wargemacht. Hüpfte da immer wieder auf einem Bein hoch, machte Liegestütze usw. Zum Laufen kam ich allerdings nicht, denn während ich da ein paar Liegestütze machte, saß meine Freundin auf meinem Rücken. Sie hatte wohl wegen des schönen Wetters auch Lust auf … sportliche Aktivitäten bekommen und sich ihre Inline-Skates umgeschnallt.
          Sah ziemlich lecker aus in den knappen Shorts und dem engen Top und mit, wie es Ssportliche Outfits mitbringen, viel nackter Haut. Logischerweise kam ich dann gar nicht zum Joggen, sondern bin mit ihr rauf in meine Bude und da… kanns du dir ja bestimmt denken.
          Witzigigerweise trug ich meine Sportuhr mit Brustgurt und Pulsmesser und dieses Ding zeichnete nun also meine Daten auf, während wir zugange waren.
          Also einmalig ist das schon interessant zu sehen. Dieses Gerät zeichnete zwar nur den Puls auf, und errechnete daraus allerlei Zeugs, wie zB Kalorienverbrauch.
          Der langen Rede kurzer Sinn: Seitdem weiss ich, dass ich beim Sex mit ihr (jedenfalls bei dieser Art Sex) in einer Stunde etwa genauso viele Kalorien verbrauche wie bei einem zügigen Lauf über 10-12km.
          War doch mal interessant zu wissen, find ich.

          Dises iCon würde ich mir allerdings auch nicht kaufen 😉

          1. Ich glaube wenn ich die Wahl zwischen Laufen und Sex hätte, ich würde den Sex nehmen. Macht mehr Spaß 😉
            Allerdings, wenn man mal die Augen auf macht und so guckt was man angeblich alles so können soll an Techniken, was man alles nur für Sex trainieren soll/ muss/ kann und dann noch das Datentracking dazu nimmt da bleibt schon irgendwo ein unguter Beigeschmack.

  2. Hallo du 🙂
    Also zur Frage wir haben solche Toys und das sogar schon echt lange in betrieb (knapp 4 Jahre) alle sind von einer Marke da wir der vertrauen. Ich weiß nicht ob man Namen nennen darf? Aber dieser Hersteller war einer der ersten die solche Toys entwickelt hat und wenn man mal den „Einstiegspreis“ von 499,99€ für das billigste voll Service Toy außer acht lässt kann ich sagen diese Toys sind heute bereits viel weiter als alles andere in dem was sie bei der Fernbedienung können. Meine neuen Kugeln von der Marke kommen mit nur zwei Vibroprogrammen quasi roh an und ich oder meine Männer können dann das Programm selbst machen 🙂 absolut genial!
    Was den Datenschutz angeht wurde und werde ich heute noch beim Einrichten oder neu programmieren darauf hingewiesen ich kann sogar bei bestimmten Datenfeldern (zB. Datum, Geodaten oder Kontraktionsaufzeichnung etc.)im Account den Haken rausnehmen.
    Nervig ist es alle 4 Wochen ein neues 15 Stelliges Passwort zu finden was den Mindestanforderungen der Hersteller entspricht.
    Ansonsten mache ich mir gerade bei den Toys die wenigsten sorgen um den Datenschutz. Da ist man mit anderen Accounts (FB, Google und co mit ihrer extrem Sammelwut) viel gläserner und gefährdeter.

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