Das Dickpic von Jeff Bezos

Da Dickpics ein Thema sind, das offenbar … ehm … viele Herzen bewegt, habe ich diesen Beitrag ausgegraben, der halbfertig in meinem Archiv herum schlummerte. Es geht dabei um ein sehr berühmtes Penisbild, von dessen Existenz die Welt Anfang des Jahres erfahren hat.

Die beteiligten Personen

David Pecker (wörtlich übersetzt bedeutet dieser Name übrigens Pimmel):

Ist der CEO von American Media AMI. AMI ist ein rechtskonservatives Medienunternehmen (vergleichbar mit dem Springerverlag, nur viel, viel mächtiger und viel größer). Außerdem ist Pecker ein guter Buddy von Donald Trump. AMI steuerte die diversen Vertuschungsaffären von Trumps diversen außerehelichen Liebschaften. Das lief immer so ab, dass AMI die Stories exklusiv kaufte, in einem Tresor wegschloss und mit den Opfern Verschwiegenheitserklärungen traf. So geschehen z.B. beim Pornostar Stormy Daniels und Playmate Karen McDougal. Dank der Aussagen von Trumps Anwalt (und Fixer) Michael Cohen ist das alles gut dokumentiert. AMI hat deswegen eine Vereinbarung mit den New Yorker Staatsanwaltschaft getroffen, bekannte sich schuldig, sicherte volle Kooperation zu und ging dafür straffrei aus.

Jeff Bezos

Gründer und Chef von Amazon und damit der derzeit reichste Mann der Welt mit einem Vermögen jenseits der $100 Milliarden. Bezos ist auch Besitzer der Tageszeitung Washington Post, die sehr kritisch über die aktuelle US-Regierung berichtet. Das ist auch der Grund, warum Trump nicht gerade ein Fan von Bezos ist. Regelmäßig greift Trump Bezos auf Twitter an. Und wenn Trump über Fake News Medien schimpft und generell Presse als „Enemy of the People“ (Volksfeind) bezeichnet, nennt er regelmäßig auch die Washington Post.

Was ist geschehen:

Anfang des Jahres gab es ein Statement von Bezos, dass er sich nach 25 Jahren Ehe scheiden lässt. Danach wurde bekannt, dass er Affären hatte (es dürfte niemanden wundern, dass es sich dabei meist um jüngere Frauen handelt). Es gab sogar einen merkwürdigen Auftritt beim Superbowl, wo Bezos mit seiner Affäre turtelte, was sehr untypisch für Bezos ist, dessen Privatleben bisher relativ unauffällig und sehr verborgen war. Die Vermutung liegt nahe, dass Bezos eine Art Midlife-Crisis hat. Dass Männer jenseits der Vierzig ihre Beziehungen beenden und anderweitig Trost suchen, ist ein Phänomen, von dem bei weitem nicht nur Milliardäre betroffen sind, sondern auch – hust – ganz gewöhnliche Männer.

Doch wollen wir nicht weiter über Bezos‘ Gemütszustand spekulieren, sondern den Fokus auf die wichtigen Fakten richten: Zum Verständnis der eigentlichen Story muss man wissen, dass AMI in Publikationen wie dem National Enquirer regelmäßig über Bezos Scheidung und seine Affären berichtete. Unter anderem wurden private Textnachrichten, zwischen Bezos und einer seiner Geliebten veröffentlicht. Bezos vermutete dahinter natürlich eine politische Motivation – eine Kampagne gegen ihn.

Anfang Februar veröffentlichte Bezos aus heiterem Himmel auf medium.com einen Artikel, in dem er AMI Erpressung vorwarf. Darin zitierte er mehrere E-Mails. Konkret wurde versucht eine Recherche von Washington Post Journalisten zu verhindern und um dieses Ziel zu erreichen, hatte AMI sich Zugang zu dem Telefon der Geliebten von Bezos verschafft. Man habe Nacktfotos von Bezos selbst und seiner Freundin, die sich die beiden wohl gegenseitig schickten und die man veröffentlichen wolle. Dann folgt eine Liste von neun Fotos, die detailliert (und mit einer gewissen Süffisanz) beschrieben werden.

However, in the interests of expediating this situation, and with The Washington Post poised to publish unsubstantiated rumors of The National Enquirer’s initial report, I wanted to describe to you the photos obtained during our newsgathering.

In addition to the “below the belt selfie — otherwise colloquially known as a ‘d*ck pick’” — The Enquirer obtained a further nine images. These include:

A shirtless Mr. Bezos holding his phone in his left hand — while wearing his wedding ring. He’s wearing either tight black cargo pants or shorts — and his semi-erect manhood is penetrating the zipper of said garment.

  • Ms. Sanchez wearing a plunging red neckline dress revealing her cleavage and a glimpse of her nether region.

  • Ms. Sanchez response — a photograph of her smoking a cigar in what appears to be a simulated oral sex scene.

 

Sieht man sich die Timeline der E-Mails an, fällt auf: Bezos ist kein Typ, der sich ans Bein pinkeln lässt. Statt sich endlos lang mit seinen Anwälten zu beraten, geht er sofort in die Offensive und veröffentlicht einfach den ganzen Vorfall.

Of course I don’t want personal photos published, but I also won’t participate in their well-known practice of blackmail, political favors, political attacks, and corruption. I prefer to stand up, roll this log over, and see what crawls out.

Sincerely,

Jeff Bezos

Kudos Mr Bezos. Schneid haben Sie jedenfalls.

Und da inzwischen einige Monate vergangen sind, muss man feststellen, dass die Strategie von Bezos aufgegangen ist. Allerdings könnte die Angelegenheit noch weitere Konsequenzen für AMI und seine Chefs haben. Mit dieser Erpressung haben sie nämlich gegen die Auflagen des Deals verstoßen, den sie mit den Staatsanwälten vom SDNY gemacht haben.

 

Die Story ist aus mehreren Gründen bemerkenswert:

  1. Wenn man nicht einmal davor zurückschreckt, den reichsten Mann der Erde zu erpressen, welche Chance haben normalen Menschen eigentlich gegen dieses elende Pack?
  2. Amazon beschäftigt weltweit 600.000 Menschen, darunter (geschätzt) 100.000 IT-Experten und Programmierer. Amazon ist auch ein führender Anbieter von Cloudservices weltweit und damit Experte für Datensicherheit. Bezos selbst ist ein gelernter IT-ler, der Informatik und Elektrotechnik studiert hat. Welche Chancen haben wir normalen Menschen eigentlich uns vor Leuten zu schützen, die sich unserer privaten Fotos und Texte bemächtigen.
  3. Man kann mit einiger Sicherheit davon ausgehen, dass Bezos zu den klügeren Menschen gehört, die auf diesem Planeten wandeln. Doch offenbar ist sein hoher IQ kein Heilmittel vor entsetzlicher Dummheit. Vielmehr ist der ganze Vorfall ein Beweis, dass alle Menschen zu völlig idiotischen Handlungen fähig sind und jegliche Vorsicht vergessen, sobald Gefühle (und/oder Hormone) im Spiel sind. Anders kann ich es mir jedenfalls nicht erklären, dass ausgerechnet ein Typ wie Bezos ein Dickpic verschickt.

 

 

Anhang 1:
Das Dickpic, um das bei der Erpressung geht, müsst ihr euch selbst im Internet suchen. Ich habe allerdings ein ganz anderes Dickpic von Bezos für Euch aufgetan und zum Vergleich die Dickpics anderer berühmter Persönlichkeiten dazu montiert.

Anhang 2:

Ich stelle mir auch einige eher technischen Fragen zu dem Dickpic von Bezos:

  • Gibt es beim Bild unten ein Feld mit Empfehlungen: „Diese Dickpics haben andere angesehen“?
  • Wird die Empfängerin von Bezos Dickspics aufgefordert sich einen Moment Zeit zu nehmen um das jeweilige Dickpic zu bewerten?
  • Welche Vorteile hat es, eine Prime-Geliebte zu sein, hinsichtlich des Empfang von Dickpics?

 

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