Interview mit Autoren-Kollegin Helen Baxter

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Myrine soll ihr Volk anführen und in eine neue Zukunft führen. Dafür muss sie ihm eine Tochter schenken. Die Suche nach dem geeigneten Vater beginnt in New York. Dort trifft sie auf die Freunde Hank, den Börsenmakler, und Rick, den Biologen. Beide Männer verbindet nicht nur langjährige Freundschaft, sondern auch ihre sexuelle Passion: Sie teilen sich ihre Frauen. Myrines unkonventionelle Art lässt sie mit beiden Männern eine Beziehung eingehen. Unbekümmert genießt sie deren erotischen Einfallsreichtum. Doch bald steht die Männerfreundschaft auf dem Spiel. Ihr Ziel verliert Myrine jedoch nie aus den Augen. Sie hat mehr zu bieten, als einen schönen Körper.


Was hat Dich dazu bewegt zu schreiben?

Schreiben war für mich die Alternative zum Lesen. Da ich die Bücher, die ich lesen wollte, nicht kaufen konnte, habe ich sie mir selber geschrieben. Heute gibt es bereits einiges auf dem Markt, was mich interessiert hätte; nur inzwischen schreibe ich lieber.

Was liebst Du am Schreiben? Was magst Du nicht so sehr?

In eine Geschichte einzutauchen. Ganz darin aufzugehen. So entwickelt sich eine eigene Realität, die mich intensiv mit den Protagonisten lachen, lieben und leiden lässt. Es kommt nicht selten vor, dass ich während einer lustigen Szene laut lache, ebenso kann ich in Tränen ausbrechen, wenn es traurig wird. Es bereitet mir ein ungeheures Vergnügen, zu schreiben. Die Worte wollen aus mir raus. Schreibsucht ja, die habe ich entwickelt. Wer das noch nie selber gefühlt hat, wird das kaum verstehen können. Schade, dass der Tag immer zu kurz ist … und die Nächte? Na ja, die Nächte auch. Leider ist es mit Schreiben allein ja nicht getan. Die Nachbearbeitung ist zeitaufwändig und anstrengend. Ein unangenehmer Nebeneffekt.

Stützen sich Deine Geschichten auf Erlebtes? Woher holst Du Deine Inspirationen?

Solange man Krimiautoren nicht fragt, ob sie schon Mal einen umgebracht haben, sollte sich diese Frage erübrigen.

Meine Inspiration? Das ist meine Vorstellungskraft: Jedes Detail an einem Gegenstand, einer Landschaft oder einem Menschen entsteht bildhaft in meinem Kopf. Jede Lachfalte, jede Locke, der Glanz in den Augen oder auf den Lippen, sehe ich vor mir. Daraus eine Geschichte entstehen zu lassen macht es für mich zu etwas Besonderem.

Bücher sind Kopfkino für Leser! Natürlich gehört auch Lebenserfahrung dazu. Für mich genügt ein Satz aus einem Film, eine Begebenheit aus dem Alltag, als Anstoß für eine neue Geschichte. Rasch entwickelt sie eine Eigendynamik und lässt die Worte aus meinen Fingern fließen. Erlebte Realität mischt sich mit Fiktion. Das ist ja das Schöne am Schreiben.

Was liest Du gern? Welches Genre? Gibt es einen speziellen Autor?

Kein spezieller Autor, kein spezielles Genre. Eine gute Geschichte vermag mich immer zu fesseln. Herz, Schmerz, Psycho, das pralle Leben, der Buchmarkt bietet genug Abwechslung. Allerdings liebe ich Bücher, in denen nicht vor der Schlafzimmertür haltgemacht wird und Sex keine Andeutung bleibt. Neuerdings lese ich auch gerne BDSM Storys.

Wenn Du ein Buch liest, machst Du es als Privatperson oder liest immer der Autor? 

Sicher nicht leicht zu beantworten. Autor ist so ein großes Wort, besonders, wenn man erst angefangen hat. Aber es ist schon so, dass mir inzwischen auffällt, ob einer ohne Sinn und Verstand die Perspektive wechselt, zu viele Füllwörter benutzt oder vergisst, Punkte zu setzen. Fehler fallen mir auch immer auf. Wenn ich bloß bei meinen eigenen Texten nicht Augenkrebs 3. Grades entwickeln würde.

Dafür bringe ich mittlerweile mehr Verständnis auf. Es ist deutlich einfacher, etwas zu Papier zu bringen, aber unendlich viel schwerer, es druckreif zu machen. Man ist auf gute Leute angewiesen, die in der Lage sind, aus einer guten Story, ein noch besseres Buch zu machen. Darin liegt für mich die Crux. Solche Leute zu finden, ist schwer.

Wie gehst du mit schlechten Rezensionen um?

Zunächst ärgern sie mich. Ja, so ist es. Die Vernunft sagt, nicht ärgern, lerne daraus! Und in Wirklichkeit ist jede schlechte Rezension immer mit der Wahrheit gekoppelt. Konstruktive Kritik ist gut, sie bringt mich weiter. Frau soll und will nicht jedem Leser nach dem Munde reden. Das verändert die Schreibweise, den Blick auf die Story, schließlich das Ergebnis und den eigenen Stil. Der sollte doch unverwechselbar sein. Eine Glättung, ok, aber eine unbedingte Anpassung? Nein, das möchte ich nicht. Ergo werden schlechte Rezensionen weiterhin ein Ärgernis bleiben, aber trotzdem hingenommen und registriert werden. Bitte, liebe Leser, schreibt Rezensionen! Aber bedenkt dabei, dass das Herzblut eines jeden Autoren in jeder Geschichte steckt.

Worum geht es in deinem Debutroman “Samt”?

Myrine, eine junge Frau aus dem Dschungel Gabuns, kommt nach New York. Sie hat eine Mission. Sie soll ihr Volk in eine neue Zukunft führen. Kein leichtes Unterfangen. Sie trifft auf zwei dominante Männer, Hank und Rick, die sich schon lange kennen und deren Passion es ist, sich gemeinsam eine Frau zu teilen. Unkonventionell lässt sie sich auf die beiden ein und genießt deren erotischen Einfallsreichtum. Aber sie hat mehr zu bieten, als einen schönen Körper und weiß ihre Ressourcen zu nutzen. Ihr Ziel verliert sie nie aus den Augen. Eine Geschichte über Liebe, Leidenschaft und Eifersucht. Von einer Frau, die über sich hinauswächst und zwei Männern, die durch sie erfahren, was Liebe ist.

Wir lange hast du gebraucht um Samt zu schreiben?

Drei Jahre. An Band I etwa 1 ½ Jahre. Da ich meine Protagonisten so sehr ins Herz geschlossen habe, schrieb ich einfach weiter. Genug Stoff für 3 Bände. Gemeinsam eine, wie ich finde, runde Story. Im ersten Band lasse ich noch nicht alles über meine Protagonisten raus. Ich fand sie müssen Entwicklungspotenzial haben. Vor allem auch die Männer. Einige Rezensionen beinhalten deshalb auch, dass sie mit den männlichen Protagonisten nicht richtig warm werden. Leider kann man in der Story schlecht schreiben, dass ich mir dabei was gedacht habe, ohne zu spoilern. Aber Myrines Volk hat mit schweren Umweltproblemen zu kämpfen. Ich wollte unbedingt für ihre Probleme eine Lösung finden. Aber die kann sie nicht erreichen, ohne die beiden Männer. Es ist also schicksalhaft, dass sie in dieser Konstellation zueinandergefunden haben. Mehr will ich nicht verraten.

War es schwer für Samt einen Verlag zu finden?

Eigenartigerweise nicht. Ich habe zwei Verlage angeschrieben. Okay, bei Heyne bin ich abgeblitzt. Aber schon der Zweite hat mich genommen. Mehr habe ich auch nicht angefragt.

Und die Aussage der Lektorin, auf meine Frage, wieso sie sich dafür entschieden hätte, ging runter wie Öl. Eine gute Geschichte, gut geschrieben. Das in der Phase von einem ‚Profi‘ zu hören war natürlich Balsam auf die Autorenseele. Inzwischen weiß ich um die Fehler, die ich gemacht habe. Ich habe mir jede Kritik zu Herzen genommen. Die nächsten Bände und neue Manuskripte werden daraufhin bearbeitet.

Wer sind Deine Testleser, und warum sind gerade diese wichtig für Dich?

Anfangs Familie, dann Freunde, dann Bekannte. Ich habe den Testleserpool vorsichtig ausgeweitet. Kritik habe ich leider wenig bekommen. Natürlich bedeutet Lob auch Ansporn, das Projekt voranzutreiben. Es bedeutet einen gehörigen Zeitaufwand, ein Buch so zu besprechen, wie es ein Autor benötigt. Dazu haben die Meisten leider keine Zeit. Meine Leser bestehen zu 75 % aus Frauen. Dass inzwischen auch viele Männer Samt gelesen haben, hat mich erstaunt.

Ohne meine Testleser wäre es nie zur Veröffentlichung gekommen, da ich ja ursprünglich nur zu meinem Vergnügen geschrieben habe. Darum sind sie sehr wichtig für mich. Nur werde ich mir für die Zukunft auch einige unbekannte Betaleser suchen und mich deren Kritik stellen. Ist ja immer ein schmaler Grat. Frau hat ja schließlich auch ein Ego.

Kommt es vor, dass Figuren etwas anderes tun oder sagen, als Du geplant hast?

Da ich wenig vorausplane, kann ich das nicht so genau sagen. Ich spinne meine Geschichten im Kopf weiter. Gehe abends mit der letzten geschriebenen Zeile zu Bett und wache meist gegen 5.00 Uhr damit auf. Knapp zwei Stunden, bis zum Aufstehen, in denen ich weiterspinne. Wenn ich mich dann an den Laptop setze und weiterschreibe, habe ich ein grobes Netz. Dann agieren die Protagonisten allerdings selbständig und auch schon Mal in eine andere Richtung. Aber das macht es für mich so spannend zu schreiben. Ich mag es so.

Was hast Du für 2015 geplant? Worauf dürfen sich Deine Leser freuen?

Ich arbeite an einem neuen Manuskript, Arbeitstitel Corvins Crest. Eine Hackerstory, in der der Sex auch nicht zu kurz kommt, aber nicht mehr so geballt und hart, wie in Samt I. Es steht bereits in der Rohfassung und ist bei einem Lektor. Samt II & III stehen ja auch noch zur Veröffentlichung an.

Hast Du Dir selbst Ziele gesteckt?

Auf jeden Fall weiter schreiben und veröffentlichen. Außerdem will ich so viel wie möglich übers Schreiben lernen. Auch wie man mit den Social Media umgeht, ohne den ganzen Tag vor dem Computer zu sitzen. Bürozeiten für Facebook & Co. möchte ich schon lange einführen. Ist mir bisher aber nicht gelungen und hält mich davon ab, meine eigentlichen Projekte voranzutreiben. Da kann ich nur selber über mich lachen. Schließlich gibt es ja einen Knopf zum Ausschalten!


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2 Gedanken zu „Interview mit Autoren-Kollegin Helen Baxter“

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